"...ein gewisses Sehnen..."

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Ich hätte gerne mit Mozart gesprochen. Meine Kleinste hat mich letzthin gefragt, in welcher Zeit hättest Du gerne für einen Tag gelebt. Ich wusste keine Antwort. Ich wüsste nach diesem Thread nun eine. Aber unter jener Bedingung, dass ich mit Mozart sprechen dürfte.


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Was hintergründig daherkommt ist gleichzeitig auch vordergründig. In den meisten seiner Werke, aber besonders in der Zauberflöte. Nichts hat Mozart dem Zufall überlassen. Im Libretto mögen die Frauen schwach daher kommen, musikalisch wiege sie Oben auf. Mozarts Liebe und Treue zu seiner Constanze...ohne sie ging im Alltag nichts. Und so empfand er es auch immer wieder schmerzlich, wenn seine Frau immer wieder zur Kur musste...


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Der Zauber dieser Zauberflöte ist jedes Mal wie Frühling. Auch wenn ich weiss, was zuerst blüht und treibt, immer und immer wieder fasziniert diese Jahreszeit mich. Und ich meine schon genug Frühlingsbilder zu haben. Nicht aber solche mit der Zauberflöte zusammen ...


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Bewusst habe ich heute Morgen entschlossen, das Mozart Projekt heute zu beenden. Die nächsten Tage werden mit Anderem voll sein und zunehmend merke ich dass es Zeit ist, sich von dieser intensiven Zeit zu trennen...


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Im empfand glückliche und weniger glückliche Momente zusammen mit Mozart. Aber höchst intensive.
Ich habe die Projektanlage bewusst so angelegt, dass ich während dieser Zeit nicht an "fotogene" Örtlichkeiten gelange. Also im Tessin bin oder in den Vogesen. Der Reiz ausserhalb meines gewohnten Umfeldes, sich zu sehr auf "das Neue" zu konzentrieren, wäre zu gross gewesen.

Und so sind etwas mehr als 120 Bilder aus dem Alltag entstanden, meiner näheren Umgebung. Und immer dann, wenn ich entschlossen habe, mich mit Mozart zu beschäftigen.


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Reiche Erkenntnisse für habe ich gewonnen. Die reichste ist wohl jene, dass ich mich selbst als "Motiv" wahrnahm. Was tue ich in dieser Welt mit Tönen und Melodien, was tue ich mit dem Leben von Mozart? Und was tut es mit mir?

Und jene Erkenntnis, dass für mich Fotografie das Produkt von einem Dialog von Motiven ist. Das hat mich berührt.


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Aber ich verabschiede mich nicht bevor ich mich bei Euch für die tolle Begleitung bedanke. Es hat mich gefreut, dass wenn Ihr hier rein geschaut habt.

Bevor die Türe zu Mozart wiederum zugeht, lasse ich ihm noch einmal auftreten. Nämlich mit jenem Lied welches ich so gerne sang in der Schule: "Komm, lieber Mai, und mache ..." (KV 596). Er hat die Vertonung des Gedichtes ebenfalls in seinem letzten Lebensjahr geschrieben.

So bleibt auch bei mir weiterhin "...ein gewisses Sehnen..." nach Musik und vor allem nach fotografieren vorhanden....:)

In diesem Sinne .... :)


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Komm, lieber Mai, und mache
die Bäume wieder grün,
und lass mir an dem Bache
die kleinen Veilchen blüh’n!
Wie möcht’ ich doch so gerne
ein Veilchen wieder seh’n!
Ach, lieber Mai, wie gerne
einmal spazieren geh’n!

Zwar Wintertage haben
wohl auch der Freuden viel;
man kann im Schnee eins traben
und treibt manch’ Abendspiel;
baut Häuserchen von Karten,
spielt Blindekuh und Pfand,
auch gibt’s wohl Schlittenfahrten
aufs liebe freie Land.

Doch wenn die Vögel singen,
und wir dann froh und flink
auf grünem Rasen springen,
das ist ein ander Ding!
Jetzt muss mein Steckenpferdchen
dort in dem Winkel stehen,
denn draußen in dem Gärtchen
kann man vor Kot nicht geh’n.

Am meisten aber dauert
mich Lottchens Herzeleid.
Das arme Mädchen lauert
recht auf die Blumenzeit.
Umsonst hol’ ich ihr Spielchen
zum Zeitvertreib herbei:
Sie sitzt in ihrem Stühlchen
wie’s Hühnchen auf dem Ei.

Ach, wenn’s doch erst gelinder
und grüner draußen wär’!
Komm, lieber Mai, wir Kinder,
wir bitten gar zu sehr!
O komm und bring’ vor allem
uns viele Veilchen mit!
Bring’ auch viel Nachtigallen
und schöne Kuckucks mit!



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