Wie läuft so etwas...wird man das erstmal selbst finanziell anschieben müssen? Oder sucht man sich einen Verleger den man von seinem Konzept überzeugen muss?
Meine diesbezüglichen Erfahrungen werden dir nicht viel nützen, denn mein erster Bildband (oder mein letzter, je nachdem von welcher Seite man es betrachtet) lag dieser Tage vor 25 Jahren in den Buchläden. Seither hat sich die Erde ein Stück weiter gedreht. Deshalb nur im Plauderton ein paar Dinge, die sich wohl nicht wesentlich geändert haben:
Einen Verleger von seinem Konzept zu überzeugen ist immer gut. Wenn du allerdings schon selbst mal annimmst, dass das Thema regional begrenzt absetzbar ist und vielleicht nicht das Massenpublikum anspricht, müsstest du einen Verleger finden, der regionale Nischen bedient. Große Verlage, die im gesamten deutschsprachigen Raum absetzen und über ausländische Partner fremdsprachige Lizenzproduktionen einfädeln können, fallen da weg. Blöderweise sind das gerade die, welche die guten Vorschüsse zahlen.
Heute erscheinen viele Druckwerke mit Lokalcharakter im Eigenverlag. Wer in Punkto Desktop Publishing und Bildbearbeitung nicht gerade ein Barbar ist, kann da schon einiges am heimischen Computer vorbereiten. Ob sich Auflagenzahlen von 50, 500 oder 5000 rechnen, ist eine reine Kalkulationsfrage. Heute kann man über spezialisierte Anbieter Bücher in Weihnachtsgeschenksauflagen ordern. Es schlagen sich halt größere Auflagen in niedrigeren Stückpreisen nieder. Da muss man sehen, was das unter Einrechnung aller Nebenkosten kostet, wieviel man verlangen müsste, um das rein zu kriegen und - das ist wohl die schwierigste Frage - ob das zu diesem Preis realistisch absetzbar ist.
Womit wir schon beim nächsten Knackpunkt sind. Wie verkaufen? Wenn man ernsthaft was los werden will, empfiehlt es sich, schon im Vorfeld potentielle Sponsoren zu kontaktieren und für das Projekt zu begeistern. Gerade bei lokalem Bezug kann man Firmen, Banken, Kommunen ansprechen. Die kriegen eine Werbeseite und dafür sponsern die einen Druckkostenbeitrag und ordern vielleicht gleich mal einen Packen als Werbegeschenke für Geschäftspartner oder sie legen das Buch im Schalterraum auf und nehmen Bestellungen entgegen oder verkaufen es selbst. Kontakte zu lokalen Zeitungen und Radiosendern wären auch nicht schlecht. Gerade in der Vorweihnachtszeit kann eine gute Buchbesprechung den Zähler zum Rotieren bringen.
Bei der Präsentation mit einem quasi fertigen Buch aufzutreten, würde ich übrigens nicht für unbedingt nötig halten. Ein griffiger Titel, ein stimmiges Konzept und sagen wir mal 20 Bilder, die mal die Pupille erweitern, sollten genügen. Für mehr ist der gestresste Manager (oder wer sich dafür hält) eh nicht aufnahmefähig.
Summa summarum sollte sich das schon machen lassen. Ein Bildband ist halt leider im Vergleich zu einer Sammlung selbst geschriebener Mundartgedichte doch ein sehr viel aufwändigeres und teuereres Projekt. Reich wird man damit aber sowieso nicht. Da müßte man schon bei einem großen Verlag abschließen und mit den Verkäufen mindestens im fetten vierstelligen Bereich landen.