Hallo,
Du kannst jeden beliebigen Wert zwischen 6 und 13 Blendenstufen eintragen solange Du nicht die Durchzeichnung im hellen Bereich und das Rauschen im dunklen Bereich definierst.
das ist genau auf den Punkt gebracht, was ich weiter oben bereits in
Posting #6 angemerkt hatte: Der Dynamikumfang definiert sich nicht nur aus dem "großen Signal", also aus der Differenz zwischen dem größten und kleinsten darstellbaren Helligkeitswert, sondern auch aus dem "kleinen Signal", also der Frage, wann genau dieser größte bzw. kleinste Wert denn konkret erreicht ist. "Durchzeichnung" und "Rauschen" ist genau die praktische Anwendung des physikalischen Dmin, also das kleinstmögliche darstellbare Signal.
In dem dpreview Beitrag wird genannt, dass der obere Grenzwert an einer Stelle kurz vor dem Erreichen des Weißpunktes festgelegt wird und der untere Grenzwert entweder bei 2% des max. Luminanzwertes oder einem gewissen definierten SNR - je nachdem ob das schwarze Loch oder das Rauschen eher zuschlägt. Diese Grenzwerte mögen durchaus einigermaßen sinnvoll gewählt sein, trotzdem wohnt ihnen noch eine gewisse Beliebigkeit inne und andere Grenzwerte mögen auch nicht ganz praxisfern sein, liefern dann aber auch andere Ergebnisse. In Summe werden der D200 bei JPEG-Files bis zu 8,2 EV an Dynamikumfang attestiert - exakt so viel wie der 5D. Ändert man dagegen nur einige Parameter im RAW-Konverter werden daraus bis zu erstaunlichen 11 EV - für einen 12 Bit-Wert eigentlich kaum nachvollziehbar.
Was können wir daraus lernen? Genau das, was jeder Student eines Ingenieurs-Studiengang im ersten Semester lernt: Zu jedem Messwert müssen ehrlicherweise die Rahmenbedingungen genannt werden, unter denen der Messwert entstanden ist.
Wer hat nun Recht: Der Palmers oder dpreview? Ganz einfach: Beide haben Recht. Unter den jeweils gegebenen Rahmenbedingungen haben beide das für sie relevante Resultat ermittelt. Für Palmers sind es 5 EV, für dpreview 8,2 bis abenteuerliche 11 EV. Was man nun aber nicht machen darf ist, beide Zahlen in Beziehung zu setzen, weil sie unter denkbar unterschiedlichen Rahmenbedingungen entstanden sind. Beide Werte beschreiben formal einen "Dynamikumfang", ihre Verwendung und ihr Nutzwert für die jeweiligen Anwender ist aber denkbar unterschiedlich.
Viele Grüße
HaPe