Der Zusammenhang zwischen Besitz und Glück ist nur bedingt gegeben, außer wenn Armut lebensbedrohend ist.@pixelschubser2006 Ich bezweifle sehr stark, dass wir hinsichtlich Besitzstand und Konsum heute glücklicher sind als die Menschen damals.
Genau, und das darf man gerne deutlich herausstellen, weil die Lebensverhältnisse sonst verklärt wargenommen werden. Ich ergänze mal: Nachlässiger und rücksichtsloser Umgang mit Gesundheit und Menschenleben im Berufsleben. Freizügigkeit im Sinne von freier Wahl des Wohnsitzes, 6-Tage-Woche mit 10 Stunden-Tag ohne Urlaub, Meinungs- und Religionsfreiheit und viele andere Dinge, die vielleicht nicht jeder als Einschränkung gespürt hat. Nicht jeder hat dörflich gewohnt, sondern musste evtl in einem Berliner Hinterhof hausen oder im Ruß der entstehenden Industriegebiete.Die Arbeit war hart, politisch gab es schlimme Zeiten, und über die medizinischen Möglichkeiten möchte ich lieber nix sagen.
Das war keine aber keine gewählte Haltung. Ob man es damals als Vorzug empfunden hat, dass man Dinge nicht einfach kaufen konnte, sondern sie beim Handwerker im Dorf in Auftrag geben musste? Im übrigen gab es auch damals schon schlechte Handwerker. So wie es auch Menschen gab, die verwahrlosten und all ihr Hab und Gut verloren. Die Chroniken sind voller tragischer Schicksale.Und trotzdem hatte das Leben seine Vorzüge. Klassisches Handwerk wurde geschätzt, und materielle Dinge wurden gepflegt und gut behandelt.
Das sehe ich auch kritisch und eine Verlängerung der Produktlebensdauer elektronischer Produkte wäre wünschenswert. Aber von der Vorstellung ewig reparierbarer Dinge müssen wir uns verabschieden, sobald Elektronik ins Spiel kommt. Um den Bogen zur Fotografie zu spannen: Eine Kamera oder ein Objektiv aus aktueller Fertigung wird nicht ewig halten. Da spielen nicht nur wirtschaftliche Überlegungen eine Rolle, sondern auch die Tatsache, dass sich Fertigungsverfahren für Elektronik immer wieder verändern. Elektronische Ersatzteile sind also nicht beliebig lange nachproduzierbar.Heute schmeissen wir den 3 Jahre alten Fernseher in die Tonne, bei der Halbwertzeit diverser Smartphones sieht es noch schlimmer aus.
Anders als bei Elektronik hätte man bei Schuhen noch die Wahl. Es gibt durchaus gute industriell hergestellte Schuhe, deren Lebensdauer duch Reparaturen verlängert werden können.Schuhe reparieren wird schon ab Werk unterbunden.
Ja und vermutlich werden kommende Generationen ein ähnliches Urteil über unsere Zeit fällen. Bevor man sich 150 Jahre zurück wünscht, sollte man das Gesamtpaket sehr kritisch prüfen. Ich für meinen Teil fühle mich dann in der Gegenwart recht wohl.Früher hingegen war vieles schlecht, vieles aber eben auch nicht.
Kiboko war ca. 1,5h im Museum.
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