Digitale Dunkelkammer: Bildbearbeitungs-Workstation

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Xapathan

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Da der Computer ein zentraler Teil des digitalen Workflows ist
und immer mal wieder Fragen zum Setup kommen, stelle ich hier
exemplarisch einen Aufbau vor.
Ausgangspunkt war der Hinweis von Volker nach meinem CaptureNX-Test
und einigen Problemen mit der Performance.

Nachdem die Entscheidung gegen ein Notebook gefallen war, wurde eine Workstation als "digitale Dunkelkammer" konfiguriert.
Es sollen exemplarisch auch verschiedene Betriebssysteme vorgestellt
und bewertet werden.

Ziel ist es Neueinsteigern einige Informationen zu geben und "alten Hasen"
eine Diskussionsplattform zu bieten.

Also, los geht's. Feedback welcome.
 
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Hardware

Ausgehend von einem Shuttle XPC Barebone SG31G2 mit einer INTEL CPU Core 2 Duo E6320 (FC-LGA4, "Conroe")
sollte der weitere Ausbau erfolgen. Leider kam es jedoch wegen eines Fehlers der Bestellannahme
(wenn man nicht alles selbst kontrolliert!) zu einer leicht geänderten Konfiguration:

Barebone: Shuttle XPC SD30G2 (Schwarz), Abmessungen (BxHxT) 200 mm x 185 mm x 300 mm
Sockel 775, Bustakt 533-800 MHz, BIOS AWARD 4MBit
Art des Speichers SDRAM-DDR2, DDR2-667 (PC2-5300), Speichersockel 2 x DDR2
Anschlüsse: 1 x Seriell, 1 x Maus PS/2, 1 x Tastatur PS/2, 1 x 34-polig Floppy
Anschlüsse extern: 6 x USB-A, je 1 x 4-polig/6-polig FireWire, 1 x VGA Ausgang, 5 x Line-Out, 1 x Digital-Out (optisch)
Art des Controllers: Serial ATA, Serial ATA/300
Grafikchip Graphics Media Accelerator 950, 400 MHz (Unterstützung für DirectX 9.0)
Sound: Realtek ALC888
LAN: Marvell 88E8001 (10/100/1000 MBit/s)

Dazu:

65nm Dual Core CPU: Intel® Core 2 Duo E4400 (FC-LGA4, "Allendale")
Level 2 Cache: 2x 1024 KB (Beim Core 2 Duo kann jeder Prozessorkern auf den gesamten L2 Cache zugreifen.)
Taktfrequenz: 2x 2000 MHz, Bustakt 800 MHz (Quadpumped)

Arbeitsspeicher: Kingston ValueRAM DIMM 2 x 1 GB DDR2-667, 5/5/5/12

3,5 Zoll Festplatte: Western Digital WD2500AAJS (Caviar Special Edition)
Umdrehungen/Minute: 7200, Zugriffszeit: 8.9 ms (lesen), Cache: 8 MB
Laufgeräusch: Ruhe 26.0 db(A) - Betrieb 31.0 db(A)

DVD-Laufwerk: Sony NEC Optiarc AD-7191A (Lightscribe, Blende in Schwarz)
Cache: 2,048 KB
Geschwindigkeit: 20 / 8 / 8 fach; Anschluss: Ultra DMA/33
Buffer Underrun Schutz, Lightscribe, unterstützt 8cm Discs, vertikaler Einbau möglich

Alles nur beispielhaft zu sehen - es könnten auch andere Komponenten sein!

Fazit:
Eine Maschine, die im Leistungs-Mittelfeld anzusiedeln ist und die
Budgetvorgaben (ca. 500 EUR) erfüllte.
 
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Klingt für mich sehr beeindruckend! Ich hab einen Mac und ein PC Laptop. Für das Laptop hab ich noch ein tolles Wischtuch was den Bildschirm im zusammen geklappten Zustand schützt und als Maus Unterlage dient.
 
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Ist ne klasse Idee mit dem Tuch für den Laptop!

Nach ca. einer 3/4 Stunde war die Hardware soweit verbaut und getestet.
Fehlt noch die Software.

Als erstes wird hier MS-Windows XP als OS installiert werden, da es
vermutlich die Interessen der meisten Anwender trifft.

Alternativ, bei Interesse:
* MS-Windows Vista Ultimate
* LINUX

Partitionierung (kann auch bei der Installation erledigt werden):
1. Partition (Restriktion: Startpartition Windows): 50 GB
2. Partition: Restplatz

Eine zweite Festplatte ist als Option zu sehen und wird zunächst
nicht verbaut.
 
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Xapathan schrieb:
Partitionierung (kann auch bei der Installation erledigt werden):
1. Partition (Restriktion: Startpartition Windows): 50 GB
2. Partition: Restplatz

aus langjähriger erfahrung wage ich hier mal einen widerspruch....

die systempartition (eigentlich alle partitionen) einer partitionierten platte ist IMMER zu klein (scheint ein naturgesetz zu sein).
aus diesem grund habe ich bei der neuen maschine einfach ne 100GB-Platte als systempartition genommen, auf der dann auch keinerlei daten zu finden sind... hat auch vorteile bei einer anstehenden datensicherung... meine datenplatten sind alle gleich gross und können im fall der fälle problemlos gespiegelt werden...
partitionierte platten kommen mir persönlich nicht mehr in die kiste...
 
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Software

Als nächstes wird das Betriebssystem aufgesetzt. Zunächst also
MS-Windows XP-SP2

Dies geschieht ohne das Netzwerkkabel anzuschließen (Sicherheitsgründe)
Danach muss das Betriebssystem Windows mit aktuellen Patches aktualisiert werden:

1. Update: Microsoft WindowsXP-KB835935-SP2-DEU.exe
http://www.microsoft.com/downloads/...FamilyID=049C9DBE-3B8E-4F30-8245-9E368D3CDB5A

2. Update: mit aktuellen Patches

edit: --> Link entfernt auf Grund des Einwandes von Practika


Dann wird zur Kontrolle das Bootverhalten getestet, Zeiten protokollieren.

Um ggf. Zeit zu sparen wird auf der zweiten Partition eine Sicherung erstellt:
Image schreiben: "WinXP-SP2 Original ohne Netz"

Dies ist sehr praktisch, falls etwas passiert.

Fazit: System läuft und bootet; Die Anmutung der Oberfläche ist
optimierungsbedürftig. Damit das System nicht zu lahm wird, ist
neben der Umkonfigurierung noch ein Verschlanken notwendig.
Überflüssiges wird dabei entfernt und ein Kompromiss zwischen
Sicherheit und Komfort angestrebt.
 
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Während die Plattenkapazität extrem und die Datentransferrate in den letzten Jahrzehnten sehr stark gestiegen ist, kann dies nicht für die Positionierzeiten des Plattenkopfes gesagt werden. -> Der Engpaß wird für Systemperformance wird immer mehr die optimierung der random (wahlfreier) I/O Last. Nur um ein paar Zahlen zu nennen: Eine moderne Platte kann mit 100mB/sec streamen. Die gleiche Desktopplatte kann maximal 100 Input/Output ANfragen pro Sekunde abarbeiten. Im Durchschnitt werden 4-16KB pro I/O gelesen/geschrieben. Ergibt 4KB*100 = 400KB/sec, oder maximal 1,6MB/s

Für eine rasantes System sind 3-4 Festplatten zu empfehlen (2-3 davon können recht klein sein). Rasant heißt, daß es auch unter hoher Systemlast noch reaktionsschnell ist.

Platte 0: Betriebsystem, Hibernate file
Platte 1: Pagefile, Temp Directory des Betriebsystem
Platte 2: Alle Programme, Tempverzeichnis von Capture (oder zBsp PS)
Platte 3: Datenplatte (muß auch nur sehr selten defragmentiert werden)

Wenn ihr ein langsameres System haben wollt, steckt alle 4 Platten in einem Raidsystem zusammen.

LG,
Andy
 
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AndyE schrieb:
Wenn ihr ein langsameres System haben wollt, steckt alle 4 Platten in einem Raidsystem zusammen.
Ich kann mir ja nicht vorstellen, dass ein RAID 0 oder Raid 1 System wirklich langsamer wären ... :confused:
 
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Xapathan schrieb:
Software

Als nächstes wird das Betriebssystem aufgesetzt. Zunächst also
MS-Windows XP-SP2

Dies geschieht ohne das Netzwerkkabel anzuschließen (Sicherheitsgründe)

Dies ist nur notwendig, wenn der Computer direkt am öffentlichen Internet hängt. Wird hinter einem handelsüblichen Router mit eingeschalteter Firewall gearbeitet, kann das Netzwerkkabel drauf bleiben.

Für eine super bequeme Migration empfehle ich ein P2V Tool zu verwenden. Diese Tools kopieren einen gesamten physischen PC (den alten PC) in eine virtuelle Maschine , zum Beispiel auf einer externen Festplatte.

Bei einem System mit 2 GB Hauptspeicher kann man locker einen Virtuellen PC (kostenlos Virtual PC 2007, VMWare, ...) installieren, der die alte Umgebung so lange zur Verfügung stellt (inkl. altem Betriebsystem) bis alles auf dem neuen PC klaglos läuft.

Sollte es einiges an alter Software geben, das auf dem neuen Betriebssystem nicht laufen kann (Uraltsoftware), oder nicht laufen soll (weil es die Sicherheit beeinträchtigt) ist es super in der Virtuellen Maschine aufgehoben.

Diese Art der sanften Migration steht wirklich erst seit kurzem zur Verfügung und entschärft das Schreckgespenst "Upgrade" immens.

LG, Andy
 
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Practika schrieb:
Da hast Du aber noch Luft! :lachen:
http://www.heise.de/computex/bilderstrecke/103/4/

Mal im Ernst: ich kann auch 1 Sekunde länger warten!

EDIT: Noch mal der Hinweis: PC-Bastelbogen (inzwischen voraussichtlich nächste Ausgabe)...

Mach dir mal den Spaß:

Vergleiche zwei Systeme, wo bei dem einen ein eher langsamer prozessor von 4 Platten unterstützt wird ggü. einem sehr schnellen prozessor mit einer Platte, der gleich doppelt so viel strom braucht.

Die CPU's drehen eh meist Däumchen, es sind die Platten die bremsen.

Für die eine Sekunde gebe ich Dir recht, die ist egal.
Mir ist jedoch der Unterschied von 2 zu 1 Stunde nicht egal die Capture NX im Batchlauf braucht.

LG,
Andy
 
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Norden schrieb:
Ich kann mir ja nicht vorstellen, dass ein RAID 0 oder Raid 1 System wirklich langsamer wären ... :confused:

Ist so - kann ich gerne in einem eigenem Thread erklären (sonst kapere ich zu sehr diesen)

Nur soviel: Versuche die platten so aufzuteilen, daß sie möglichst lang streamen können.

Zum eigenversuch:
Nimm eine große Datei (zBsp 5 GB).
Kopiere sie auf deiner schnellsten Platte von einem Verzeichnis in ein anderes, bzw. von einer Partition in eine andere. Diese Platte kann auch ein Raid System sein.

Nimm die gleiche 5 GB Datei und kopiere sie von einer Platte auf eine 2.te. Das ist mindestens 2-300% schneller.

Der Grund sind die notwendigen Random I/O ( In der Welt der Datenbankdesigner ist dieses Verständnis die Grundlage für schnelle Datenbanken). Da kann es schon mal vorkommen, daß für die Kapazität 10 große Platten recihen würden, für die Durchsatzleistung 100-200 Platten verwendet werden müssen. Der Teufel steckt in den random I/O)


LG,
Andy
 
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AndyE schrieb:
Mir ist jedoch der Unterschied von 2 zu 1 Stunde nicht egal die Capture NX im Batchlauf braucht.

Okay, sowas mache ich Sonntags, während ich frühstücke! :) Da ist die Zeit auch wurscht! :D
 
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Danke für den Hinweis. Könnte es sein, dass diese Info veraltet ist?
Der Artikel ist vom 20.03.2007.
Ich habe den Link entfernt - aus Sicherheitsgründen.

Ich bin nicht sicher ob ein normaler Anwender sich die Zeit nimmt
mit den Skripten der "c't" Updates zu basteln. Und wenn einem die
Privatsphäre nicht egal ist (Windows-Update), bleibt kaum ein anderer
schneller, komfortabler Weg.


Practika schrieb:
Bitte damit vorsicht, weil keiner weiß, was in der Exe konkret drin ist. Außerdem ist es rechtlich umstritten! Ich rate zur Skriptsammlung der c't, weil die Original-Dateien von MS verwendet werden. Quelle für das Skiptpaket: http://www.heise.de/ct/projekte/offlineupdate/
 
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Xapathan schrieb:
Ich bin nicht sicher ob ein normaler Anwender sich die Zeit nimmt mit den Skripten der "c't" Updates zu basteln. Und wenn einem die
Privatsphäre nicht egal ist (Windows-Update), bleibt kaum ein anderer
schneller, komfortabler Weg.

Im Prinzip bastelst Du nicht, dass hat die c't getan. Du startest die Exe, wählst aus, für welche Betriebssysteme (2k, Server 2003, XP, Vista) und für welche Office-Pakete (2k aufwärts) Du haben möchtest. Dann wählst Du am besten noch an, dass Dir ein ISO-Image gebrannt wird und schickst das Programm los. Das Iso brennst Du auf CD.

Am Zielrechner - Deinem neuen - legst Du die CD ein und klickst auf installieren. Dann werden alle erforderlichen Updates eingespielt.
 
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AndyE schrieb:
Platte 0: Betriebsystem, Hibernate file
Platte 1: Pagefile, Temp Directory des Betriebsystem
Platte 2: Alle Programme, Tempverzeichnis von Capture (oder zBsp PS)
Platte 3: Datenplatte (muß auch nur sehr selten defragmentiert werden)
Hallo Andy,

welchen Grund gibt es, das Temp von CNX auf Platte 2 und nicht auf Platte 1 zu legen?

Walter
 
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scw2wi schrieb:
Hallo Andy,

welchen Grund gibt es, das Temp von CNX auf Platte 2 und nicht auf Platte 1 zu legen?

Walter

ist nicht unbedingt notwendig (ich schrieb oben von 3 oder 4 Platten) aber es macht Sinn die Art der temporären Dateien zu trennen.

Das OS-temp verzeichnis wird von abertausenden kleinen Dateien zugepflastert, die dauernd geschrieben und gelöscht werden -> starke Fragmentierung. Bildbearbeitungssoftware hat eher wenige, dafür sehr große Dateien. Standardmäßig ist der CNX Cache auf 2 GB bzw ca. 200 Dateien eingestellt, das sind 10 MB pro Datei.

Photoshop verwendet übrigens eine eigene virtuelle Speicherverwaltung (unabhängig vom Betriebsystem) die für die spezifischen Anforderungen von Photoshop optimiert ist. Für die Interessierten: Adobe teilt große Bilder in Tiles(Felder) auf, die auch zugleich die Speicherseiten in der Tempdatei sind.


Eine weitere Methode, hohe Workstationleistung zu erzielen, ist nur eine schnelle Festplatte einzubauen, dafür eine Server GBit Netzwerkkarte, damit keine CPU Last entsteht und die Daten/programme und Tempdateien auf einem Server zu lassen. Während Desktop GBit Netzwerkkarten bei 20-30 MB/sec die CPU zu 100% belasten, können Server Netzwerkkarten bis auf 80-90 MB/sec bei unter 10% CPU Belastung kommen. Ist der Server mit einem schnellen Plattensubsystem ausgestattet, ergibt das erstaunliche Leistungen mit normalen PC's. Server Netzwerkkarten kosten weniger als 70 Euro, sind also nicht soo teuer - wie gesagt ein Server (Windows/Linux) sollte vorhanden sein.

LG,Andy
 
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