Die Vogelwelt von Sulawesi und Halmahera

Aber kommen wir wieder zu den Vögeln zurück.


Eine meiner Lieblings-Vogelfamilien sind die Brillenvögel, von denen es weit über 100 Arten gibt, die über Afrika, Asien und Ozeanien hinweg verbreitet sind. Eine davon ist der wiederum auf Sulawesi endemische Celebesbrillenvogel.

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Dieser Winzling hat mit allen Arten seiner Familie die weißlichen bis silberfarbenen Augenringe gemein. Nein, das ist keine Krankheit. :giggle:
 
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Vergleichbar klein ist auch der Grünkopfschnäpper, im Englischen mit ‚Citrine Canary-Flycatcher‘, also etwa ‚zitronenfarbiger Kanarien-Fliegenfänger‘, etwas besser beschrieben. Diese Art lebt nur auf Sulawesi und in Teilen der Philippinen.

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ZHR
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Ein wunderbares Bild. Die anderen gefallen mir auch sehr gut, aber dieses Bild spricht mich ganz besonder an.
 
Ein Verwandter dieses Vogels, wenn auch etwas größer und deutlich anders gefärbt, ist der Rotbrust-Grundschnäpper. Ihn findet man in vielen Teilen Asiens, wiederum aber ausschließlich westlich der Weber-Linie.

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Ebenfalls etwas größer und zugegebenermaßen optisch eher unaufregend ist die endemische Weißkehl-Maustimalie, ein Singvogel, über den die Ornithologie noch sehr wenig zu wissen scheint.

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Da ich hier dauernd von endemischen Arten spreche, vielleicht noch ein Hinweis: Auf Sulawesi gibt es mehr als 100 (!) solcher Vogelarten. Auch hier ein Vergleich: Deutschland hat keine einzige. Na gut, wir sind auch keine Insel. ;)
 
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In Kotomobagu, etwa vier Autostunden südlich von Manado, hatten wir eine Begegnung der ganz besonderen Art: Unser lokaler Führer kannte dort ein Gebäude, in dem ein Paar von Sulawesi-Schleiereulen lebt. Bei Einbruch der Dunkelheit fliegt mindestens eine davon oft in eine nahegelegene Palme, wo sie sich im Schein einer starken Lampe hervorragend fotografieren lässt. Mit 43-46 Zentimetern ist diese Art ein ganzes Stück größer und imposanter als unsere einheimische Schleiereule.

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Während wir die Eule bewunderten (und sich um uns herum eine Schar Kinder gruppierte, die unser Tun begeistert verfolgten – wir waren ja quasi mitten in der Stadt), bemerkte ich im Schatten noch eine zweite Eule. Kurz darauf bot sich uns dieser Anblick:

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Die Kopulation von Eulen lässt sich wirklich nur sehr selten beobachten, insofern war das für mich und uns ein einzigartiger Moment, den wir sehr genossen. Die Einheimischen um uns herum wollten alle hinterher unsere Bilder sehen. :)
 
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Weiter nördlich konnten wir dann, sozusagen als Gegenstück zur recht großen Sulawesi-Schleiereule, eine Manado-Zwergohreule fotografieren. Sie ist im Vergleich nicht einmal halb so groß.

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Beide Arten sind wiederum endemisch.
 
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Ziel unserer Nachstellungen war ein Paar von Schmuckloris, die wir allerdings erst nach mehreren Anläufen antrafen. Mit der Vielzahl und Intensität seiner Schmuckfarben macht er fast dem australischen Regenbogenlori Konkurrenz, dem wohl quietschbuntesten Vogel der Welt.

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Auch diese Art ist endemisch auf Sulawesi und den angrenzenden kleineren Inseln.
 
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Das Gleiche gilt für das Rotstirnpapageichen, auf Englisch treffend Great Hanging Parrot genannt.

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Typisch für diese Vögel ist, dass sie gern mit dem Kopf nach unten in Büschen oder an Ästen hängen. Bei anderen Papageienarten sieht man das eher selten.
 
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Heute fange ich mit einigen Beispielen von Kleinvögeln an, die sich nicht ganz sklavisch an die durch die Weber-Linie angedeutete Trennung der Arten Asiens und Ozeaniens halten, diese aber auch nicht wirklich widerlegen.


Mein erstes Beispiel ist der Sulawesi-Honigfresser. Honigfresser und mit ihnen verwandte Arten gibt es zuhauf östlich der Weber-Linie, in Australien, Neuseeland, etc. Westlich dieser Linie gibt es aber gerade mal zwei, nämlich diese hier, endemisch auf Sulawesi, plus eine auf Bali beheimatete Art.

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… und der Braunkehl-Nektarvogel.

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Bei Nektarvögeln gilt das Gegenteil des zu Honigfressern Gesagten: Sie findet man in großer Artenzahl in Afrika und fast ganz Asien, dagegen nur in geringerer Verbreitung auf Papua und in Nordaustralien, gar nicht im Rest Ozeaniens. Auch hier bildet die Weber-Linie eine, wenn auch weiche, Trennlinie.
 
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Ok, Zeit für eine Abwechslung, daher widme ich mich mal den Tauben.

Wie jetzt? Tauben? Wen interessieren denn schon Tauben? ;)

Gut, viele Menschen mögen sie nicht besonders. (In Berlin wohnend, bin ich ehrlich gesagt auch kein großer Fan…) Aber habt ihr schon mal solche Tauben gesehen wie die Zweifarben-Fruchttaube?

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Oder gar wie die Prachtfruchttaube, wohl die auffallendste aller Taubenarten?

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Diese letzte Art ist schwer zu fotografieren, da sie als Lebensraum die Spitzen hoher Bäume bevorzugt und nur selten auf weiter unten liegenden Ästen zu sehen ist. Hier hatte ich besonderes Glück.

Schönes Tier, oder?
 
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