Der Zweiundfünfzigjährige, der auf den Roller stieg und verschwand .....

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Bei Feltre konnte ich dann endlich auf den Gummiüberzieher verzichten und spät am Nachmittag meinen Mittagsespresso nachholen.



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italien_09_2017_122 by Stefan, auf Flickr


Ein kurzer Blick in die Karte und Bassano del Grappa war als Etappenziel festgelegt. Und zwar nicht über die HAuptstraßen sondern über den Monte Grappa. Schon mal gehört, aber keine Ahnung, was mich da oben erwartete. Immerhin, es war halb fünf und ich hatte noch knapp 70 Kilometer vor mir. Und dann ging es auf kleinsten Straßen hinauf ...


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italien_09_2017_123 by Stefan, auf Flickr


... durch Wolkenfetzen ...


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italien_09_2017_124 by Stefan, auf Flickr


... bis ich endlich zum ersten Mal seit Tagen blauen Himmel sah und eine herrliche Aussicht genoss!


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italien_09_2017_125 by Stefan, auf Flickr


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italien_09_2017_128 by Stefan, auf Flickr​
 
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Über das Bauwerk und seine Geschichte habe ich ja ohne Farbe schon hier erzählt:
Sacrario del Monte Grappa

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Deshalb gibt es hier kommentarlos einfach nochmal Eindrücke von dort oben. Vielleicht war es die Einsamkeit, vielleicht die tolle Aussicht über die flache, dicht besiedelte Ebene bis zum Meer, die Dolomiten, die Geschichte, die Wetterkapriolen und die denkwürdige Fahrt - oder eben alles zusammen. Dort oben war ich erst mal sprachlos, platt und irgendwie schwer beeindruckt.​
 
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Danke fürs bebilderte Mitnehmen, Stefan, und natürlich für den herrlichen Schreibstil!
Wenn ich mir Deine ladinischen Abendessen so anschaue, dann war diese Reise wohl nicht besonders geeignet, um abzunehmen??!!

Gruß Axel
 
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In Bassano del Grappa buchte ich dann zum ersten Mal über booking.com: In wenigen Minuten in einer hektischen Großstadt im Feierabendtrubel ein Hotel zum günstigen Preis in 300 Meter Entfernung von meiner Haltebucht. Als ich nur Augenblicke später vor die Tür rollerte wurde ich bereits namentlich begrüßt. Die App hat den Test bestanden.


Mein Quartier

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italien_09_2017_166 by Stefan, auf Flickr


Vronis Quartier

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italien_09_2017_167 by Stefan, auf Flickr


Und nach einer ausgedehnten Dusche endlich zum Abendessen - speziell für Axel [MENTION=23725]birchior[/MENTION] ;-)


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italien_09_2017_165 by Stefan, auf Flickr​
 
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Fotofreunde raten mir, Cafe in Venedig zu trinken, Vespafreunde rieten mir, die Füße doch zumindest mal in die Adria zu stecken und Vroni wartet gepackt im Hoteleingang. Tag 5. Hat überhaupt noch wer Lust, mitzufahren?


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italien_09_2017_169 by Stefan, auf Flickr


Nachdem die Hälfte der Reisezeit schon um war, ich keine Badehose dabei hatte, die Fahrerei übers flache, dichtbesiedelte Land sicher nicht besonders toll gewesen wäre, es guten Cafe auch woanders gibt und ich bestimmt nicht das richtige "Objektiv für Venedig" im Gepäck hatte, ging es wieder Richtung Norden. Herrliches Wetter, raus aus dem Stadtgewimmel und das Tal der Brenta entlang ...


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italien_09_2017_172 by Stefan, auf Flickr


... bis es hinter Cismon del Grappa wieder in die Einsamkeit ging.


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italien_09_2017_173 by Stefan, auf Flickr​
 
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Von hier aus ging es durch die Sette Comuni wo man - wie ich hinterher gelesen habe, sogar eine Art deutschen Dialiekt spricht, das Zimbrische. Eine 1000m hohe Hochebene, die als einziges Zentrum die Stadt Asiago hat. Meine Reise war ja ziemlich spontan und eigentlich völlig unvorbereitet und auch geschichtlich bin ich nicht gerade der Experte. Aber ich bin da durch eine ziemlich geswchichtsträchtige Gegend gefahren, was die Zeit des ersten Weltkrieges betrifft.

Mit der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn am 23. Mai 1915 wurden die Sieben Gemeinden zum unmittelbaren Frontgebiet und Schauplatz einiger der erbittertsten Schlachten des Dolomitenkriegs. Die Dörfer wurden in Schutt und Asche gelegt.
Asiago wurde im Ersten Weltkrieg fast völlig zerstört. In den 1930er Jahren wurde etwas außerhalb des Ortes auf einer kleinen Erhebung mit Namen Leiten die gleichnamige Gedenkstätte mit einem Beinhaus errichtet. Dort ruhen fast 54.300 Soldaten verschiedener Nationen. In der Umgebung von Asiago liegen mehrere italienische und österreichisch-ungarische Sperranlagen, die insbesondere in der ersten Hälfte des Krieges schwer umkämpft waren. (wikipedia)

Genau dieses Beinhaus sah man shon von weitem und für mich war klar, da mal einen Stopp einzulegen, auch wenn ich noch gar nicht wusste, was dieses Bauwerk ist. Nummer 2 auf meiner Reise, aber noch nicht das letzte.


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italien_09_2017_187 by Stefan, auf Flickr


Auch hier war ich ziemlich alleine ...


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italien_09_2017_175 by Stefan, auf Flickr


... und es ist ein sehr bedrückendes Gefühl, ein solches Gebäude zu betreten und zwischen so vielen Toten zu stehen ...


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italien_09_2017_179 by Stefan, auf Flickr​
 
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Vom Beinhaus aus ging es wieder ein Stück in den Süden, Richtung Schio, wo ein paar herrliche Serpentinen in die Ebene führen.


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italien_09_2017_189 by Stefan, auf Flickr


In Schio an der Ampel hatte ich dann mal Zeit für ein etwas anderes Selfie.


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italien_09_2017_191 by Stefan, auf Flickr


Nach einem Blick ins Navi - irgendwie wollte ich am Ende des Tages am Gardasee sein - fiel mir der Name Pasubio ins Auge und ich erinnerte mich an meine Motorradzeit, den Denzel und Schotterpässe. Pasubio? Schau mer mal.

Über den Passo Xon (kein Passbild) geht es auf wunderbaren keinen Straßen und in engen Kurven hinunter nach Recoaro Terme ...


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italien_09_2017_192 by Stefan, auf Flickr


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He,he

War ja gespannt ob das Wetter besser wird. Hat ja aufgehoehrt mit regen. Dafuer gabs halt Schnee. Was ja mal voll der Fotospot ist, ist dieses, keine Ahnung, Bauwerk oben auf dem Berg.


LG Mark
 
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Leider hat mich da meine Erinnerung getäuscht. Die Passstraße existiert zwar noch, ist aber längst gesperrt und unbefahrber. Blieb mir also nix anderes übrig, als einen kleinen, starken Schwarzen zu trinken ;-) Die Wirtin und der einzige Stammgast haben sich auch wirklich bemüht, mich zu vestehen, aber keine Chance auf einen anderen Weg als zurück uber den Passo Xon. Aber erst mal Pause....


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italien_09_2017_195 by Stefan, auf Flickr


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italien_09_2017_197 by Stefan, auf Flickr​
 
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