Seelenruhig stand er da, putzte hin und wieder sein Gefieder und ließ sich von mir ablichten. Mittlerweile nur noch knappe 6 Meter entfernt konnte ich mein Glück kaum fassen dass er da so ruhig stehen blieb. Allerdings war er weder ruhig noch hat er sich einfach "schön gemacht", alles nur Tarnung.
Denn mit einem Mal stürzte er sich neben sich so schnell ins Wasser - worauf ich natürlich Iso -und Belichtungszeit-mäßig nicht vorbereitet war - und kam mit einer prachtvollen, mindestens 2 Pfund schweren Bachforelle im Schnabel wieder zum Vorschein.
Ich habe mich ziemlich erschreckt und war natürlich nicht in der Lage so schnell die Belichtungszeit hoch zu drehen um ihn im Flug mit dem Fisch im Schnabel abzulichten. Denn nach dem kurzen Kampf mit dem Fisch folgte der ebenso kurze Flug tatsächlich. Zu meinem Glück aber nur 30 Meter weiter an den Rand des Flusses - auf meiner Seite.
Und so habe ich ihn verfolgt - neben einem Raben, der auch was abhaben wollte - und konnte mich bis auf 3 Meter an den Graureiher ranpirschen und seinen "Kampf" mit der Forelle beobachten und Fotografieren. Eine entgegenkommende Studentin blieb ebenfalls fasziniert stehen und beobachtete das seltene Schauspiel.
Ich dachte mir noch, wie der Reiher diesen kapitalen Fisch wohl jetzt zerkleinern wird um ihn in appetitlichen Häppchen zu verspeisen. Das ging dann allerdings dann doch viel schneller als erwartet.
Hmmm..., lecker so eine Mahlzeit. Da fühlt man sich doch gleich viel besser (von der Forelle mal abgesehen). Doch wenn man weiß, das Graureiher zwischen 300 und 500 Gramm am Tag Futter brauchen, dann musste er zwei Tage später schon wieder an Nahrung denken.
Das Erlebnis an dem Tag hat mich auf jeden Fall sehr fasziniert und ich habe die Tage drauf immer wieder Graureiher dort fotografiert. Davon zeige ich dann ein anderes Mal ein paar Bilder.
Gruss, Wilhelm