Das schönste Land der Welt?

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dmachaon

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Wir waren ja schlichtweg hingerissen von Tasmaniens wilder Natur, der abwechslungsreichen Landschaft, herzlichen Menschen, dem Wilflife beim Wildzelten... Doch Einheimische und Touristen versprachen uns: ein Land solle noch schöner sein, noch vielfältiger, alle Sinne betören, ja den Atem rauben: Neuseeland.

Doch so ist das mit hohen Erwartungen, sie werden nicht immer erfüllt. Nach einer durchwachten Nacht am Flughafen wird das Krankenhaus von Christchurch unsere erste Anlaufstelle, denn mein Fuß erlaubt schon wieder nicht mehr als schmerzhaftes Humpeln. Und kurz darauf der nächste Schreck: Wildzelten ist tatsächlich strikt verboten, überhaupt scheint vieles streng reglementiert und von Touristen überlaufen.
Nach einigen Nächten auf überfüllten Campingplätzen wird die Insel von einem Hurrican getroffen, es folgen Tage des Dauerregens, zu allem Überfluss erweist sich unser Zelt aufgrund eines Produktionsfehlers als undichtes Ärgerniss... und die vielgelobten Highlights? Verstecken sich hinter Wolken, Reisebussen oder ihrem guten Ruf.
Erst als wir bei Bauern zelten und den Regenfronten voraus fahren, kehrt das Glück zurück, hebt sich unsere Stimmung und genießen wir die ruhigen, weniger bekannten Ecken des Landes.

Und tatsächlich: Neuseeland ist wohl die abwechslungsreichste Ecke dieses Planeten. Gletscher, Hochgebirge, Regenwälder, Trockenebenen, subtropische Galerien, sanfte Küsten, Strände, Fjorde und Vulkane - zwar jeweils kein Superlativ, doch in der Summe eine Vielfalt, die einfach staunen lässt. Aber der Reihe nach...


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Ich bin ja sooooo gespannt auf deinen Bericht, Daniel!


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Rainer
 
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Nach einer endlosen Nacht am Flughafen, sitzend, dem Krankenhausbesuch und einem Einkaufsmarathon fallen wir todmüde ins Be... den Schlafsack. Drei Wochen hangeln wir uns auf der Südinsel von Nationalpark zu Nationalpark, zwei auf der Nordinsel. Bereits die Fahrt Richtung Lake Tekapo lässt uns eintauchen in endlose Hügel- und Weidelandschaft. Wir halten Ausschau nach Frodo und Sam, denn stets fühlen wir uns in die Welt des „Herrn der Ringe“ versetzt.


#1

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Wir gönnen uns gleich zu Beginn Neuseelands höchsten Gipfel. Der Mount Cook (3800m) und seine Nachbarn sind zudem Ursprung des Tasman Glacier. Dieser schrumpft zwar mit rasanter Geschwindigkeit, behauptet sich aber als längster Gletscher des Landes. In seinem ehemaligen Bett hinterlässt das ächzende, knackende Ungetüm einen neuzeitlichen See – einige Eisberge schaffen es gar bis zur Flussmündung.


#2

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#3 Von Gletschern zermahlener Fels, sogenanntes Gletschermehl, färbt das Wasser schlammig-grau.

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#4 Nach einigen Flusskilometern sinken die Sedimente zu Boden, übrig bleiben feinste Schwebeteilchen, die den Gewässern ihre charakteristische tiefblaue Farbe verleihen.

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#5 Dieses Phänomen haben alle von Gletschern gespeiste Flüsse und Seen gemein, einer der bekanntesten ist der Lake Tekapo. Schon die Einfahrt in sein Hochtal steigert die Vorfreude...

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#6

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#7 Der See liegt im Regenschatten der Südalpen, die seltenen Niederschläge bedingen eine außergewöhnlich trockene und klare Luft. Auf den Berghängen im Hintergrund betreibt die University of Christchurch gar eine Sternwarte.

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#8 Der Spot gilt als einer der besten Sternenbeobachtungsorte der südlichen Hemisphäre.

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#9 Ein 85mm-Objektiv ermöglicht bereits bei 3 Sekunden Belichtungszeit den Blick auf galaktische Nebel und Dunkelwolken - hier auf Antares, eine der farbenfrohesten Regionen unserer Milchstraße.

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#10 Die "Kirche des Guten Hirten" am Lake Tekapo, wohl das bekannteste Bauwerk des Landes...

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#11 Der See zeigt sich von seiner besten Seite, das Wasser liegt ruhig wie Blei.

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#12 Langsamt senkt sich die Nacht, die Farben wechseln von Gold über Pink ins Blaue.

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#13 Um 23 Uhr klingelt der Wecker, der Himmel ist klar - und ich habe Glück! Kein Windhauch kräuselt die Wasseroberfläche, und ich suche eine vorher ausgespähte Bucht auf, die besonders ruhig liegt.

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#14 Am nächsten Tag passieren wir die Moeraki Boulders, riesenhafte Kullern am Strand des gleichnamigen Ortes. Die 1-2 Meter messenden Murmeln entstanden durch Konkretion: feine Sedimente lagern sich zunächst um einen Kondensationskern, ähnlicher einer Perle, die nun allmählich aufplatzt und erodiert.

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#15 Ich hatte auf gutes Licht gehofft, doch weder das Wetter noch die Tide passen zur geplanten Motivumsetzung; also versuche ich mich an etwas Abstraktem.

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Endlich geht es weiter!

Und ja, Neuseeland, das ich vor gefühlten 100 Jahren auch einmal ausgiebig bereist habe, ist wunderschön. Freue mich sehr auf deine Bilder!
 
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Danke für euer Interesse! ;)



Der Milford-Sound ist wohl das Highlight Neuseelands, die Assoziation, die noch den meisten Besuchern einfällt. Ein abwechslungsreicher Track führt zu dem riesigen Fjord (ja, ein Fjord - kein Sund), die Teilnahme muss mittlerweile 1,5 Jahre im Voraus gebucht werden und kostet schlappe 250$.
Wir meiden den überlaufenen Track und ziehen bereits nach 10min. und einem dokumentarischen Foto von dannen... das unaufhörliche Lärmen der Reisebusse, Schnellbote, Helikopter und Wasserflugzeuge ist kaum auszuhalten. :rolleyes:

#16

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Während Wildzelten in ganz Neuseeland eigentlich verboten ist, gelten in Nationalparks Ausnahmen: ca. 200-500m abseits der Wege und nicht einsehbar dürfen wir mitunter kampieren - es empfiehlt sich, vorher noch einmal genau nachzufragen, sonst drohen saftige Strafen (100$ on location, 200$ für Diskussionsfreudige, bis 1000$ für Wiederborstige).


#17 Am Key Summit, unweit des Milford-Sound herrschte absolute Stille.


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#18 Die umliegenden Berggipfel im letzten Licht.

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#19 Im sonst regenreichen Gebiet der Südfjorde (ca. 200 Regentage pro Jahr) haben wir mächtig Glück. Der wolkenlose Abend verspricht eine klare Nacht, geschlafen habe ich nicht allzu viel. ;)

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#20 Der Fernauslöser lässt die Kamera ca. 1 Stunde rödeln, weitere 2 Stunden später ist der Mond untergegangen und ich schäle mich wieder aus dem Schlafsack. Wow, welch ein Anblick!

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#21 Nach einer Mütze Schlaf erleben wir einen der schönsten Sonnenaufgänge überhaupt, das farbenfrohe Initialspektakel konnte ich vor lauter Staunen gar nicht auf den Sensor bannen...

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#22 Als die ersten Sonnenstrahlen die Bergspitzen glühen lassen...

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#23 ... ist der Zauber auch schon vorbei. Wir wärmen uns an heißer Milch mit Müsli, packen alles zusammen und steigen ab - mit eindrücklichen Erinnerungen einige der wohl (fotografisch) schönsten Stunden überhaupt.

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Traumhaft! Traumhafte Eindrücke, traumhafte Bilder!

Aber so großartig du diese fantastische Landschaft bei Tag und Nacht mit Sternenhimmel und Morgenrot auch rüber bringst... richtig genial mystisch ist Bild #15 :up:
 
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Ich bin wiederum hell begeistert ... ja, in Neuseeland habe ich vor langer Zeit ein halbes Jahr gewohnt und gearbeitet ... viele Gegenden kenne ich ...:)

Danke Daniel für die wunderschönen Bilder, ich schwelge mit ihnen in meiner Vergangenheit ... :):up::up::up:
 
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#24 Und dann kommt der große Regen... Nieselregen, Landregen, Schlagregen und Dauerregen, ich wusste gar nicht, dass es so viel regnen kann. Ein Hurricane trifft die Insel, bereits die Vorläufer lassen nichts Gutes erahnen.

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#25 Hatten wir im sonst verregneten Fjordland noch Glück, zeigt uns der Wettergott in den kommenden zehn (!) Tagen den Stinkefinger. Wir erleben Frost, Dauerregen und harren schließlich zwei ganze Tage in Sturmböen und Schlammboden in unserem Lager aus. Doch mit Himbeermarmeladenbrot und Schoki lässt sich dieser Weltuntergang überstehen.

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#26 Zu allem Überfluss erweist sich unser Zelt zwar als absolut sturmtauglich, aber nur bedingt regenfest. Ein Produktionsfehler sorgt für regelmäßige Überschwemmungen und wir kommen kaum noch mit dem Trocknen unserer Ausrüstung hinterher. Ich bin stinksauer, schreibe eine wütende Mail an den Hersteller... und siehe da, man verspricht ein Ersatzprodukt nach Santiago de Chile vorauszusenden. Ob das klappt? Irgendwie sehe ich meine Felle buchstäblich davonschwimmen. :rolleyes:

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#27 Auch ohne Zyklon ist die Niederschlagsmenge auf der Südinsel hoch. Feuchte Passatwinde stauen sich an den Bergen der Westküste und bringen Regen, viel Regen: am Milford-Sound an 200 Tagen im Jahr, 20 mal mehr als in Deutschland, mancherorts fallen 50m Neuschnee. So entstehen ausgedehnte, üppige Regenwälder mit immergrünen Südbuchen und Farnteppichen.

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#28 Nur selten reißt die Wolkendecke etwas auf.

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#29 Nach dem Hurricane sind zahlreiche Straßen überschwemmt, Brücken weggerissen, ganze Siedlungen ausradiert. Die Flussdelta auf dem Weg zum Abel-Tasman-Nationalpark sind von Millionen Äpfel gesäumt, die ins Meer gespült wurden. Und wir freuen uns über den ersten Sonnentag seit langem.

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Ich vermag gar nicht mir vorzustellen, wie es ist, tagelang bei solch widrigen Verhältnissen in einem undichten Zelt verbringen zu müssen.
Deinen Bildern tut das aber nicht den geringsten Abbruch.
Sie sind einfach weltklasse und können mit jedem Profi mithalten!
 
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Seufz... NZ ist das schoenste Land der Welt.

Ich glaube zwar nicht, dass ich jemals wieder dort hinkommen werde, aber ich ueberlege mir gerne was ich fuer den Trip heute in die Fototasche packen wuerde.

Gruss

Martin
 
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Und tatsächlich: Neuseeland ist wohl die abwechslungsreichste Ecke dieses Planeten.

Kann ich bestätigen. Wir waren 1992 im Rahmen einer 1-jährigen Weltreise (mit Rucksack und Zelt) unter anderem auch in Australien (inkl. Tasmanien) und eben Neuseeland. Das hat mich auch am meisten beeindruckt. Tahiti, Bora Bora (franz. Polynesien) und Neukaledonien sind aber auch nicht übel. Leider hab ich damals noch keine digitale SLR gehabt, sondern nur eine F801s mit entsprechenden Objektiven und einer Unterwasserhülle von Ewamarine. Die Fotos (2.000 auf Papier und ein paar hundert Dias) hab ich im Schrank liegen. :up:
 
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