Welch ein Bild!
Ich dachte sofort an August Macke, als ich es sah. Die von ihm so beschworene und in zahlreichen Varianten gemalte Harmonie von Rot und Grün, den komplementären Farben.
"Was ich an Neuem in der Malerei gefunden habe, ist Folgendes: Es gibt Farbzusammen- klänge, meinethalben ein gewisses Rot und Grün, die beim Ansehen sich bewegen, flimmern (...) Wenn du nun etwas Räumliches malst, so ist der farbige Klang, der flimmert, räumliche Farbwirkung (...) Diese raumbildenden Energien der Farbe zu finden, statt sich mit einem toten Helldunkel zufrieden zu geben, das ist unser schönstes Ziel." (A. Macke in einem Brief, aus: Broer 1997, S. 27)
Doch dann das:
Ein schneidendes, kaltes Rot, das ins Violette, Blaue abzugleiten droht. Ein Blatt, spitz und scharf wie eine Klinge, bedrohlich, wenn sie sich löst und fällt.
Darunter ein noch kraftvolles Grün, sonst verblassend. Doch dieses bildet mit Form, Licht und Schatten fast ein Gesicht, über dem die Klinge hängt.
Magisch. Anziehend. Mich schaudert's.
Du schreibst über Schmerz, Sam, in einem anderen Faden. Dir und den Dir Nahen wünsche ich Kraft und Zuversicht.