Die Ergebnisse dieser Seite decken sich mit meiner Erfahrungen, aber ist das Richtig?
Ist alles falsch was man dort findet?
Wie ist Eure Meinung?
Friedhelm,
früher hat man im besten Fall jemanden im Bekanntenkreis gehabt, der u.U. das entsprechende Produkt bereits hatte. Und da man sich kannte, konnte man die andere Person in etwa einschätzen. Ansonsten ging man halt zum Händler seines Vertrauens.
Auch wenn das Internet (genauer gesagt, das Web) eine deutliche Erweiterung der Informationsbasis gebracht hat, hat es ein grundsätzliches Problem noch immer nicht gelöst. Das der Kredibilität der Informationsquelle.
Wir sehen immer nur das Ergebnis in seiner schriftlichen Form. Den genauen Ablauf und die Intention können wir nur aus dem Geschriebenen ableiten. Weiters halten es Quellen unterschiedlich, wieviel Kontext sie dokumentieren. Die nachfolgende Liste soll keine Wertung der einzelnen genannten sein:
- Wurden die Objektive vom Hersteller zur Verfügung gestellt?
- Bekam der Reviewer schon ein Vorserienexemplar ? (Die werden zu kritischen Reviewern wohl nicht zu oft gegeben)
- Wurde ein besonders gut gehendes Objektiv im Endeffekt genommen?
- Braucht der Reviewer eine möglichst hohe Hitzahl auf seiner Webseite ? (Hat sein Geschäftsmodell Auswirkungen auf die Art und Weise wie er schreibt - siehe Ken Rockwell)
- Tom Hogan ist schon seit Jahren auf Kriegsfuß mit der Nikon Marketingabteilung, verkauft aber seit Jahren seine Nikon Fieldguides.
- Manche sind tief vertraut mit einer Marke, haben aber kaum eigene Erfahrung mit Konkurrenzprodukten.
- Andere wieder geben nicht alle direkten und indirekten Geschäftsbeziehungen mit den Herstellern an (Seminare, Workshops, ..), die ebenfalls Auswirkungen auf die Tests haben können.
- Dann gibt es die Fanboys, die nichts über ihre Lieblingsmarke kommen lassen,
- oder die die Tests schreiben und das Produkt noch kein einziges Mal in der Hand gehabt haben.
Im Endeffekt reduziert es sich darauf, welcher Quelle du mehr Vertrauen schenkst, wieviel du über eine Quelle in der Vergangenheit gelesen hast um dir über einen längeren Zeitraum in Bild machen konntest.
Verlass dich auch nicht zu sehr auf Mehrheitsentscheidungen in sozialen Netzwerken und Foren. Es gibt genügend akademische Reports, wie eine kleine Gruppe von Meinungsmachern auch in sehr großen Netzwerken den Eindruck erzeugen können, daß ihre Meinung - die zu dem Zeitpunkt die von einer Minderheit ist - von der deutlichen größeren Gruppe der Lesenden als die Mehrheitsmeinung interpretiert wird. Und so wird die (nicht ausgesprochene) Mehrheitsmeinung von einer (ausgesprochenen) Minderheitsmeinung quasi überrollt - und alle sprechen davon als die Meinung der Mehrheit.
Auch "einfache" User in Foren können kritische Quellen sein. Beispiel: Wo ist die 100% Sicherheit, daß ich bei meinen Bildern alles korrekt angebe? Das die Situation so wie angegeben ist. Das ich bei meinen Tests jedem Kandidaten die gleiche Sorgfalt angedeihen ließ? Ich keine bösen Absichten habe?
Es wird - so leid es mir tut - für dich (oder einem anderen Käufer) immer ein Restrisiko geben. Das Gute an dieser Situation ist, daß der Mensch sowieso nicht in der Lage ist, eine rationale Entscheidung zu treffen. Es ist immer in letzter Instanz eine Bauchentscheidung. Das Ich findet (als Zeichen wie wichtig es doch für Einen ist) in den Sekunden nach der Kaufentscheidung die dazu passenden Gründe, warum die getroffene Entscheidung eine Gute oder Schlechte war. Und Voila, ab dann können wir allen erzählen warum wir uns für ein bestimmtes Produkt entschieden haben. Bei Bedarf sogar in epischer Breite
In diesem Sinne: Entscheidung ist immer Risiko. Lass dich nicht von zu vielen Informationsquellen zu sehr "quälen"
Liebe Grüße,
Andy