Damwild: Ein hartes Unterfangen

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M.E.C.Hammer

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Heute möchte ich euch mit nehmen auf den langen Weg zu ein paar Damwild-Fotos. Die Brunftzeit ist dazu im Prinzip sehr gut geeignet. Doch leider fällt sie in die nasskalte Jahreszeit, wo auch die Tage schon verdammt kurz werden. Ich war nun seit ca. 2 Wochen ziemlich regelmäßig im Brunftgebiet, denn ein echter Brunftplatz ist es hier eher nicht. Leider fiel die Brunft dieses Jahr sehr verhalten aus und ich konnte nur sehr sehr selten das Motiv der Begierde überhaupt beobachten, die Damschaufler. Insgesamt verbrachte ich viele Stunden draußen in der Natur und kam oft, wie heute mit Brötchen nach Hause.
Die spannendste Zeit ist ungefähr von 1 Stunde vor bis kurz nach Sonnenuntergang und umgekehrt kurz vor Sonnenaufgang bis 1 Stunde danach. Dies bedeute, dass man selten viel Licht zur Verfügung hatte und so waren die ISOs oft sehr hoch und die Verschlusszeiten trotzdem recht lang. Dazu waren die Moment meiste sehr flüchtig und man musste quasi ständig auf Schussbereit sein.

In chronologischer Reihenfolge nehme ich euch nun mit zum Brunftgebiet und versuche euch dabei, diese wundervollen Tiere etwas näher zu bringen.


In den ersten Tagen durchstreifte ich das Gebiet um nach Spuren zu suchen und mögliche Hotspots ausfindig zu machen. Doch es war kaum etwas zu sehen und auch Tiere konnte ich nicht beobachten. Ich glaube nach 2 ereignislosen Tagen, begegnet ich dann dem ersten kleinen Rudel, doch es reichte nur für ein Foto eines Jungtieres.

#1 Im Dickicht sind sie nur schwer auszumachen. Wer sieht das zweite Tier?
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#2 Zwei Tage später klappte es dann schon etwas besser.
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#3 Damkuh mit ihrem Kalb
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Der darauf folgende Tag war ein typischer Oktobertag. Es regnet und die Luft war diesig und schwer. Ich wollte trotzdem los, schließlich habe ich noch immer keinen Schaufler zu Gesicht bekommen.

#4 Erneut eine Mutter mit ihrem Kalb.
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#5 Es kamen noch zwei weitere Tier aus dem Dickicht und mein Tarnumhang leistet ganze Arbeit!
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Kurz später zogen sie aber auch schon direkt wieder auf der anderen Seite der Lichtung ins Dickicht.
Ich machte mich auch auf und wollte an einer anderen Stelle mein Glück versuchen. Als ich an der nächsten Lichtung eine Damhirschkuh ruhen sah. Ich konnte im Sichtschutz der Bäume meinen Abstand zu ihr etwas mehr als halbieren, dann musste ich im Regen auf dem Boden rutschend langsam versuche, eine einigermaßen passende Perspektive zu finden. Hier ist nun wirklich Ruhe und laaaangsames Bewegen angesagt.


#6 Da war es, das Loch im Dickicht!
Damwild14.jpg



Als ich das Foto im Kasten hatte, wollte ich noch etwas weiter rutschen und robben, doch plötzlich stand eine andere Kuh auf, die ich zuvor gar nicht bemerkt hatte.


#7 Zum Glück passte auch bei ihr noch das Loch.
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Einen Schaufler habe ich wieder nicht gesehen, oder gehört. Doch es hat Spaß gemacht sich diesen extrem scheuen Tieren so nähern zu können.​
 
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Mittlerweile war schon eine Woche vergangen und noch immer habe ich keinen Schaufler gesehen. Einzig, ich konnte mehr und mehr Spuren ausmachen.


#8 Ein kleines Rudel, weit weit entfernt.
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Wieso kommen die Tiere eigentlich immer am anderen Ende aus. Wie oft habe ich schon dort gesessen und wo kamen die Tiere da wohl raus. Genau, auf der komplett anderen Seite! :rolleyes:

Es war wieder ein Tag ohne Schaufler, langsam wurde meine Geduld und Ausdauer echt auf die Probe gestellt. Doch Aufgeben kam natürlich nicht in Frage.



#9 Endlich, da ist ja einer!
Damwild11.jpg



So, nun sollte es ja wohl hoffentlich endlich was werden. Ich konnte jedoch erst zwei Tage später wieder hin.​
 
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Das Licht war an diesem Abend durchaus schön, wenn auch wieder nicht zu üppig. Ich war jedoch recht geschafft und einwenig müde. Schließlich schleppt ich mich schon die ganze Woche mit einer leichten Erkältung durch die Gegend. Auf meinem wirklich bequemen kleinen Stuhl unter meinem Tarnumhang fielen mir dann doch tatsächlich die Augen zu. Nur kurz, denn wie schon geschrieben, die Tiere stehen plötzlich und meist lautlos auf der Lichtung. Als ich die Augen öffnet, da blickte mich der Damschaufler auch schon direkt an. Ein Foto und weg war er. Man die waren zur Brunft auch schonmal mutiger und unerschrockener! Doch ich war glücklich!

#10
Damwild20.jpg




Ich wechselte den Ort, denn selten hat man an einem Platz zweimal Glück. Wie sich rausstellen sollte, war das die richtige Entscheidung!
Kurz nachdem ich an meinem neuen Ort Position bezogen hatte, kam ein junger Schaufler direkt auf mich zu.


#11 Junger Schaufler
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#12
Damwild18.jpg



Nun war die Motivation groß und ich hoffte in den kommenden Tagen und dem anstehenden langen Wochenende ein paar weitere Fotos zu bekommen. Allerdings macht man selten viele Fotos, mit denen man wirklich zufrieden ist und so hatte ich bereits die Befürchtung, dass dies wohl meine besten Fotos bleiben sollten.​
 
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So zog es mich nun am nächsten Morgen direkt wieder zum Brunftgebiet. Noch im Dunkeln nahm ich platz und konnte wenig später direkt ein paar Schatten über die Lichtung huschen sehen, es war ein kleines Rudel. Allerdings war es noch viel zu dunkel um nur daran zu denken den Auslöser zu drücken. Etwas später raschelte es dann fast direkt neben mir und ich da hinter mir einen Schaufler durch den Wald laufen. Ich hatte jedoch keine Chance ihn irgendwie abzulichten. Zudem war es immer noch verdammt dunkel. Tja und dann wäre mein Plan fast aufgegangen. Ein großer Schaufler kam auf die Bühne, doch er lief direkt in die falsche Richtung und so gab es nur die Heckansicht! :heul:

#13 Heckansicht im früh morgendlichen Nebel.
Damwild10.jpg



Bei soviel Betrieb hoffe ich darauf, das der Bursch vielleicht nochmal wieder käme, oder sich ein andere Blicken läßt. Besonders auf den schwarzen Schaufler hoffte ich ja noch, doch ich fürchte den gibt es wohl nicht mehr.



#14 Aber vielleicht ein Nachkomme von ihm!
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Nun wurde es ruhig und ich wollte noch einmal einwenig durchs Revier streifen. Doch viel gab es nicht mehr.



#15 Herbstimpressionen
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Auch am nächsten Tag begab ich mich wieder früh morgens zum Ort des Geschehens, oder besser, des Nichtgeschehens! :frown1: An diesem morgen sah ich nichts, hörte ich nichts und roch auch nichts, dafür kam ich ziemlich durchgefroren mit Brötchen wieder zurück. Man kann ja auch nicht jedesmal Erfolg haben, dass würde ja langweilig werden. :D

Gestern Abend ging es dann aber wieder los. Ich wollte unbedingt noch einmal einen Schaufler gescheit für die Linse bekommen. Vor allem, da nun die Herbstfärbung bei uns ihren Höhepunkt hat. Ein ganz spezielles Foto schwebte/schwebt mir da noch im Kopf.


#16 So in etwa, doch mit Schaufler und mehr auf der Kuppe
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Leider wieder nichts. Auf dem Rückweg durfte dann zum Spaß die D5 mal wieder ihre ISO-Fähigkeit zeigen.


#17 ISO 25.600 bei 1/50 sec. und von Quer- ins Hochformat beschnitten.
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Sicher gewinnt man damit keinen Preis, aber für die Dokumentation noch sehr ordentlich!

Zum Abschluss gibt es dann noch ein hübsches Kalb von heute morgen.


#18
Damwild1.jpg



Ich denke das war es dann auch mit der diesjährigen Damwildbrunft für mich. Vielleicht schaffe ich es noch ein oder zweimal zum Brunftplatz, doch mehr sicher nicht. So bleibt die Hoffnung auf das nächste Jahr und vielleicht besuche ich dann auch mal den wohl berühmtesten Brunftplatz in Deutschland.

Gruß
Stefan​
 
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Tja, Stefan, was soll man sagen? Dein erhofftes Foto ist dir scheinbar verwehrt geblieben, die zahllosen "Testschüsse" auf dem Weg dorthin und Momente im Wald sind jedoch auch eine Belohnung. :)
#14 ist mein Favorit, hier finde ich die kalte WB sehr passend zum schwarzen Fell des Tieres.
Und ein Vorteil hat der Herbst: man muss nicht zu unchristlichen Zeiten aufstehen, stell dir vor, es wär Juni. :eek::hehe:
 
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Deine Ausdauer ist echt bemerkenswert ;)

Mir gefällt Deine Ausbeute auch sehr gut und ich drücke Dir alle Daumen, dass es Dir noch gelingt, den begehrten "Schaufler" im herbstlichen Umfeld auf den Chip zu bannen ;)
 
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Danke für dieses Making-of, Stefan, das zeigt, wie lang der Weg zum erhofften Traumfoto sein kann.

Ich drücke dir die Daumen, dass es noch klappt!

Mir jedenfalls gefallen die bisher gezeigten bereits schon richtig, richtig gut :up::up::up:
 
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Leider fiel die Brunft dieses Jahr sehr verhalten aus ...

Wie schon beim Rotwild! Die besten Schaufler habe ich dieses Jahr bei einem Spaziergang mit meiner Frau (dafür ohne Teleobjektiv) am hellerlichten Tag gesehen. Deine Bilder sind aber sehenswert, besonders einducksvoll ist der Schaufler in #10. Nächstes Jahr kanns nur besser werden!
 
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Tolle Bilder und sehr schöne Erläuterung.
Die Mühen, die hierfür gemacht wurden, sind mit tollen Bildern belohnt worden. :applause: Ich bin hier sehr beeindruckt.
Gruß
 
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Als Wildlife-Fotograf kennt man das nur zu gut. Die aufgebrachte Geduld wird hier aber dennoch belohnt, mit Bildern von Wildtieren in wunderschöner, authentischer Umgebung! :up:
 
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Für leidige Sichtverhältnisse ganz außergewöhnliche Bilder!
Verdiente Ergebnisse für ein vorbildliches Engagement!
 
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Es macht Spaß, mit dir auf die Pirsch zu gehen, deine spannenden Beschreibungen stellen eine sehr gelungene Ergänzung zu deinen tollen Bildern dar, fast ist man richtig mit dabei. Ich freue mich, dein Thema in die Highlights aufzunehmen :up:
 
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