Ich habe zufälligerweise einen interessanten Artikel entdeckt, der das Phänomen aus Kundensicht auf den Punkt bringt. Der Autor Thom Hogan ist in letzter Zeit v.a. als Nikon-Kritiker aufgefallen. Aber wie so oft sind es ja die langjährigen Fans, die die deutlichste Kritik äußern.
"What we wanted vs. what Nikon gave us" ("Was wir wollten contra was Nikon uns gab")
Inhalt: Der Erfolg der D3-Kamerageneration mit all ihren Ablegern inkl. der D700 und Nikons Fähigkeit, mit der D4-Generation inkl. Ablegern den Kunden ein Gefühl von Kontinuität zu geben - oder halt nicht...
Ich denke, dass dieser Artikel sehr, sehr vielen aus der Seele sprechen wird.
Auch einige seiner anderen Beiträge zu den Q2-Quartalszahlen und Analysteneinschätzungen zu Nikon, zu den Wechselmöglichkeiten von D300-Besitzern und der Kundengruppe der "Leakers" sowie der darauf aufbauende Artikel zur Gruppe der "Samplers" sind recht lesenswert - auch wenn die Artikel natürlich teilweise sehr überspitzt formuliert sind.
Entweder hast du einen anderen Artikel als ich gelesen oder etwas anderes als ich daraus herausgelesen.
Eigentlich geht es darin um die Kontinuität in der Modellentwicklung und dass Nikon aktuell bei einigen Modellen (D300, D700) keine direkten Nachfolger anbietet. Dass die am ähnlichsten ausgestatteten neuen Modelle z.T. "Consumer"-Gehäuse haben, kann dabei doch nur bestenfalls eines von vielen Kriterien sein...
Klar, Nikons Bauchladen hat für Jeden was im Angebot.
Aber es ist seit 2010 mehr und mehr ein Bauchladen geworden, mit x-Modellen, die preislich und technisch nicht mehr logisch aufeinander aufbauen. Ein Blick auf die Modellübersicht zeigt das schön.
Und der Artikel erläutert das.
Dahinter steht wohl der Versuch, den Absatz zu mehren. Eine Kamera soll schneller vom Verbraucher wieder ersetzt werden. Eine neues Modell soll stärkere Anreize bieten, es sich zu besorgen. Die D750 wendet sich ganz klar an die D600/610- und an die D7100-Besitzer. Nicht an die bisherigen D700-Besitzer…
d.
Es bekommt allerdings ein "G'schmäckle", wenn dafür die Haltbarkeit leidet.Das sehe ich zwar nicht so, aber selbst wenn, wo ist das ist da das Problem? Im übrigen ist unternehmerisches Denken hinsichtlich der Optimierung von Absatz und Gewinn völlig normal und legitim. Der Kunde wird ja nicht zum Kauf gezwungen.
Muss sie nicht, aber es wäre schöner für die "Upgrader", weil man sich dann nicht unnötigerweise an ein anderes Handling für die gleichen Funktionen gewöhnen muss.Warum muss eine gute Kamera unbedingt auf dem Vorgänger aufbauen?
Es bekommt allerdings ein "G'schmäckle", wenn dafür die Haltbarkeit leidet.
.......wo ist das ist da das Problem? Im übrigen ist unternehmerisches Denken hinsichtlich der Optimierung von Absatz und Gewinn völlig normal und legitim......
Optimierung ist sicherlich kein Problem, wenn sie denn klappt..... mir scheint aber, dass Nikon etwas an den Markterwartungen vorbeioptimiert hat. (Um nicht zu sagen, dass das Nikon-Management ziemlich tief ins Klo gegriffen hat).
So zumindest, wenn ich die Nikon-Kursentwicklung der letzten 18 Monate mit dem Nikkei vergleiche:
https://www.comdirect.de/inf/aktien...electedBenchmarks=true&fromDate=22.06.2013&e&
.... Die User hier im Forum, die sich über die Modellpolitik aufregen, werden kaum den Kurs beeinflussen.
Ich finde, den Ansatz von Thom Hogan genau richtig:
"... let me point out why consistency and predictability of product generations is important to users ..."
Genau in diesen Punkten hat mich Nikon mit seinen neuen Produkten schwer enttäuscht: ich möchte weder eine D7100 als Nachfolgerin meine D300 haben, noch eine D750 für meine D700. Da können noch so viele tolle neue technische Daten und Unmengen von Megapixeln locken! Beide Newcomer spielen m. E. in einem anderen Segment bzw. zielen auf andere Kundengruppen. Ich fühle mich von beiden nicht angesprochen: diese Neuentwicklungen wären ein Rückschritt für mich bzw. ich müsste auf Anforderungen verzichten, die ich an eine DSLR stelle.
Bin wirklich gespannt, ob Nikon es sich auf Dauer leisten kann, sich mit seiner Produktstrategie so eklatant gegen Kundenwünsche/-anforderungen aufzustellen.
Canon hat jedenfalls ein D400-Pendant im APS-C-Sektor eingeführt und hat seine Kunden nicht enttäuscht.
Dann musst Du halt zu Canon wechseln......
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