volkerm schrieb:
Hi Christian,
tatsächlich ändert sich auch der Bildwinkel.
Es gibt grob gesagt zwei Methoden, wie man von Unendlich in den Nahbereich fokussieren kann und weiterhin die Linsengleichung erfüllt: bei fester Brennweite den Auszug vergrößern, oder bei festem Auszug die Brennweite verkleinern. Letzteres macht die Innenfokussierung.
Grübel...
Klar, das stimmt beides.
Wenn ich z.B. eine 1:1 Abbildung haben will, gilt: Auszug = doppelte Brennweite. (mal eine "normale" Optik ohne verkürzte Baulänge angenommen)
Bei 60 mm also 120 mm Auszug. Das ist bei meinem Micro-Nikkor auch nur zu erahnen, weil die Hinterlinse fix ist und der Rest keine 60 mm nach vorne kommt.
Bei meiner Großbild mit dem 300er Apo-Sinaron war das nicht zu übersehen, die Kamera war dann von der (geschätzten) Schnittebene der Optik bis zur (messbaren) Filmebene 60 cm lang.
Wenn ich jetzt einen festen Auszug annehme, z.B. 60 mm, (den brauche ich ja bei 60 mm Brennweite, um auf Unendlich einzustellen), müsste ich die Brennweite auf 30 mm verkürzen, um 1:1 abzubilden. Da wäre die Bildwinkeländerung von 60 auf 30 mm aber durchaus bemerkbar.
Mir ist klar, dass z.B. unsere langen Brennweiten keine echten Fernbildlinsen sind, sondern verkürzte Baulängen haben (lt. K.D. Solf) also Teleobjektive zu nennen sind.
Und in den Zooms geht es sowieso in 17 Linsen und 5 Gruppen wild hin und her. Beim 17-55mm 2,8 schiebt sich in Richtung 17 mm sogar die Hinterlinse nach hinten und der Fronttubus kräftig nach vorne.
Meine Bewunderung für die Konstrukteure dieser "Scherben" wächst von Minute zu Minute.
Zurück zur Innenfokussierung: Könnte es nicht eher sein, dass durch das Verschieben der Linsen im Tubus der Auszug geändert wird, und nicht die Brennweite?
Ich will Dich nicht anbesserwissern, ich möchte das einfach verstehen.
Bis die Tage, Christian