In San Pedro gibt es dann auch wieder Infrastruktur. An den Bröselkaffee im Heißwasseraufguss habe ich mich schon gewöhnt. Ich erhalte ein neues PDI (Policía de Investigaciones de Chile), nachdem der Trainee vom Zoll meinen Pass begutachtet und seine Ausbildnerin über die Existenz eines Landes namens 'Austria' befragt hat.
Bei der anschließenden Durchleuchtung des Gepäcks haben die Jungs von der Lebensmittelbehörde nur Augen für die einreisenden Mädels und würdigen dem Monitor keinen Blick.
Ist doch männlich verständlich.
Diese Behörde nach dem Zoll ist vor Ort wegen der Einfuhrbeschränkungen für Lebensmittel und Pflanzen 'zum Schutz der einzigartigen Natur und sollen das Einschleppen von Tier- und Pflanzenkrankheiten verhindern, die in Chile aufgrund der isolierten Lage bisher nur selten vorkommen'.
Also würde ich was Schmuggeln wollen, dann hätte ich auf der Strecke von 47 km Zeit und Raum gehabt, um die Ware loszuwerden.
Die Geysire von El Tatio. Sie liegen 2000 m höher als San Pedro de Atacama auf einer Hochebene in den Anden und sind die höchstgelegenen Geysire der Welt. Während des Sonnenaufgangs sind sie besonders aktiv, weil zu dieser Zeit das gefrorene Wasser in der Umgebung auftaut. In einem besonderen Becken kann ein Thermalbad genommen werden.
Das Geothermalgebiet gehört zur Vulkanregion Altiplano-Puna. Von 110 eruptierenden Quellen wurden mehr als 80 als echte Geysire identifiziert, davon sind über 30 andauernd aktiv. Es handelt sich um das größte Geysirfeld der Südhalbkugel und nach jenem im Yellowstone-Nationalpark und Dolina Geiserow in Russland ist es das drittgrößte der Welt. Hier befinden sich schätzungsweise 8 % der Geysire der Welt. Die Wassertemperatur liegt bei 86 °C.
Eine lange Anfahrt über holprige Naturstraßen bringen uns in 2 Stunden ca. 90 km nordwärts auf die Höhe. Das etwa 30 km² große Feld umfasst Fumarolen, Solfataren, heiße Quellen, Geysire, Schlammvulkane und weitläufige Sinterterrassen, gespeist durch den aktiven Vulkan El Tatio (5208 m). In dieser Höhe erreicht das Wasser schon bei 80°C seinen Siedepunkt. Kühlt dieses Wasser bei Austritt aus Löchern und Spalten im Boden ab, kommt es zur Ausfällung von Silica und Kalk aus übersättigter Lösung in Form von Terrassen und Schloten. Und so dampft und sprudelt, blubbert und stinkt es rings um.
Nachdem die geführten Touren im Kleinbus (bis zu 15 Leute) für meinen Kumpel und mich eher enttäuschend bis ärgerlich waren, ist bei uns der Gedanke gereift einen eigenen Chauffeur für unsere Wunschziele zu nehmen. Unsere kompetente Landlady hatte auch hier den passenden Kontakt parat und wir waren ab sofort nur mehr mit Leonel im Privattaxi unterwegs.
Der blieb dort stehen, wo er es für richtig hielt UND wo wir das wollten.
Zusätzlich sei erwähnt, dass der Einzelpreis günstiger als im Gruppenbus war.
Da hat man die Differenz gerne als Trinkgeld noch draufgelegt.
Die Vorteile liegen klar auf der Hand: Wir sind vor der Touristenmeute bei Morgendämmerung vor Ort und während sich diese (wie immer gleichzeitig) davonstauen, hängen wir noch eine Stunde ab und sehen den höchstgelegenen Geysiren der Welt beim Dampfen zu.
Leonel zaubert überraschend ein Frühstück für uns drei aus seinem 4WD - Kaffee, Tee, Zucker, Brot, Kuchen, Wurst, Käse - der Mann ist jeden Peso wert!