Am MAC geht NX2 auf einmal viel schneller?
Erstaunlich, was ein Betriebsystem für Auswirkungen auf den Algorithmus eines Programmes haben soll.
Was ist daran so erstaunlich? Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen. Auf dem Mac funktioniert die Speicherverwaltung völlig anders und damit auch die zugrunde liegenden Routinen im Programm. Die gleiche Software lässt sich, außer durch reine Messwerte (diese Aktion dauert auf dem und dem System so und so lange) die aber tatsächlich auch nicht viel aussagen, auf unterschiedlichen Systemen überhaupt nicht vergleichen. Es ist ein Trugschluß zu glauben, nur weil eine Programm auf dem PC und dem Mac die gleiche Versionsnummer trägt, es gäbe hier keine Unterschiede. Tatsächlich ist nur ein geringer Teil der Software identisch, ansonsten handelt es sich um völlig eigenständige Parallelentwicklungen. Sehr zum Leidwesen der Mac-User, denn auf Grund der weiteren Verbreitung von Windows-PCs hängt die Mac-Version oft geraume Zeit hinterher, weil die Hersteller sich zuerst auf das System konzentrieren, wo sich erst mal mehr verkaufen lässt. Aber noch mal, die Software ist zwar auf dem PC und dem Mac die Gleiche, aber nicht die Selbe. Auf dem Mac gibt es keine EXEn, DLLs oder gar ein .net-Framework. Die Integration der Anwendungen ins System ist hier viel weiter fortgeschritten, was von Vornherein einge Flaschenhälse gar nicht erst entstehen lässt.
Übrigens ist genau die Speicherverwaltung auf dem Windows-PC der Knackpunkt für Capture NX. Capture NX allokiert während der Verarbeitung unter Windows immer mehr Speicher, ohne diesen vollständig wieder frei zu geben. In Folge läuft während der Berabeitung größerer Bildmengen der Speicher immer mehr voll und das Programm wird immer langsamer. Zu guter Letzt stürzt Capture NX dann auch schon mal gerne ab. Mac OS X lässt ein solches Verhalten gar nicht erst zu. Daher läuft NX auch nach längerer Arbeitszeit immer noch sehr performant. Ich kann mir für Capture NX einen Highend-PC unter oder einen Mac auf den Tisch stellen. Ich habe beides, und arbeite inzwischen in der Bildbearbeitung nur noch am Mac. Denn auch die teilweise merkwürdigen Stockungen von Capture NX beim Aufruf und der Ausführung rechenintensiver Programmteile gibt es am Mac nicht. Hier macht Bildbearbeitung sogar mit Capture NX Spaß.
Unter Windows gibt es mehrere Möglichkeiten, Capture NX (2) zumindest merklich zu beschleunigen. Nicht jeder hat 64-Bit Hardware, deshalb lasse ich den Wechsel zu einem 64-Bit Windows mal außen vor. Die Wichtigste Maßnahme ist maximaler Ausbau des physikalischen Speichers. Achtung, bei einem 32-Bit Windows-System sind das
3 GB. Mehr kann unter XP 32 oder Vista 32 zu unerklärlichen Abstürzen führen. Das System kann einfach nicht mehr addressieren. Und die zweite Möglichkeit, die zu einer merklichen Beschleunigung von Capture NX (2) führt ist, soweit möglich, der Einbau einer zweiten Festplatte in den PC und die Auslagerung des Caches von Capture NX auf diese. Aber Achtung, keine externe USB-Festplatte verwenden! Diese wirkt auf Grund der eher bescheidenen Leistung der USB-Schnittstellen eher kontraproduktiv. Wenn extern, dann nur, sofern der PC dies anbietet, eine eSATA-Platte. Viel mehr kann man an seinem alten Rechner für Capture NX nicht tun. Die Alternative sind nur der Kauf eines sehr gut ausgestatteten, schnellen QuadCore-Systemes mit 64 Bit Windows und RAM satt oder der Kauf eines Mac.
Ich selbst habe mich für Letzteres entschieden. Rückblickend hätte ich keine bessere Entscheidung treffen können.
Übrigens, auch andere Programme profitieren vom Mac. Ein extremes Beispiel ist z.B. DXO Optics Pro. Ich habe direkt PC (Quadcore) und iMac (Core2Duo) gegeneinander mit DXO antreten lassen. Während DXO auf dem PC noch lustig vor sich hin startet, habe ich auf dem Mac bereits das Projekt im DXO erstellt und angefangen, die ersten Bilder zu bearbeiten.
Gruß Steffen
PS: Capture NX läuft bereits auf meinem QuadCore PC mit Vista Ultimate 32 und 3 GB RAm recht zügig, gerät aber bereits bei kleineren Aktionen wie Kontrast, Lichter und Schatten zunehmend ins Stocken. Mit zunehmender Anzahl der verarbeiteten Bilder (D300 RAW verlustfrei komprimiert, 14 Bit) nimmt die Performance zudem rasch ab und das Arbeiten wird zäh. Solch ein Verhalten gibt es auf dem Mac nicht.