Ich finde die Kritik interessant und nicht ueberraschend. Ganz wertfrei, egal welche Fotozeitschriften ich mir bisher angeschaut habe, englische, amerikanische, kanadische oder deutsche, am Ende waren sie fuer mich persoenlich in der Regel totaler schrott. Egal ob fuer Maenner oder Frauen, fuer Landschafts-, Allgemein- oder Naturfotografie, von sagen wir mal 100 Seiten sind am Ende wirklich zwei, drei Artikel interessant und man zahlt den vollen Preis fuer 10 interessante Seiten. Mittlerweile lese ich keine einzige mehr.
Der Rest sind Portraits ueber Fotografen die mich nicht interessieren, Tests, Leserfotos und ein paar allgemeine Artikel und Kaufberatunen, alles zwischen zig Seiten Werbung zu suchen.
Die Qualitaet der Artikel, des Layout, der Tests, einfach des gesamten Heftes ist auch bei anderen Zeitschriften nicht viel besser oder noch schlechter. Mainstream eben.
Wenn ich wirklich ein Problem habe, Info suche, Werbung moechte, gibt es heute unzaehlige, bessere Moeglichkeiten sich nur ueber die Dinge zu informieren, die mich wirklich interessieren. Blogs, feeds, all das personalisiert, nicht verallgemeinert, damit es auch noch meinem Nachbarn gefallen koennte, der auch diesen blog liest.
Ob man jetzt eine Zeitschrift fuer Frauen/innen braucht, weiss ich nicht, muss ich mir als Sacktraeger aber auch keine Gedanken drum machen.
Vom wirtschaftlichen Aspekt her koennte es denke ich durchaus Sinn machen. Hier bei uns nehmen Workshops und Fototouren von Frauen fuer Frauen rasant zu. Wenn ich als aktiver oder passiver Teilnehmer von Seminaren oder Workshops gesehen habe und sehe, wie manche maennliche Mitglieder sich verhalten, wundert mich das auch nicht.
Da werden Frauen behandelt, als waeren sie geistig auf dem Niveau von Kleinkindern oder verunsichert/niedergemacht, mit dem Hinweis auf Hochzeits- und Babyfotografie, die doch auch ganz nett waeren. Schliesslich gibt es bei Kompaktknippsen ja extra Babies auf den Einstellraedern, hahaha...
Auch die 'Duennhaeutigkeit' der Frauen bei solchen Scherzen hab ich oft genug erlebt, wobei ich ehrlich gesagt ueber einen Witz nach dem zweiten Mal hoeren auch nicht mehr so richtig lache und die gequaelte Begeisterung ueber sowas nachvollziehen kann.
Einige Anbieter/innen dieser Workshops sind genau so schnell verschwunden, wie sie aufgetaucht sind. Da hat die moegliche Zielgruppe einfach kein Interesse gezeigt, was andere Frauen ermutigt hat, selber welche anzubieten, und das erfolgreich. Wird denke ich bei dieser Zeitschrift auch so kommen, entweder sie packen es, oder nicht.
Solange eine Zeitschrift mir nicht mit Werbung auf die Nerven geht, soll sie doch machen. Die zehn anderen Alternativen daneben sind, egal ob geschlechtslos oder nicht, in der Regel auch nicht besser

Allen hier an dem Ding beteiligten wuensche ich viel Erfolg, Arsch hochkriegen verdient immer erstmal Respekt. :up: