Lösung Beraterhonorare – oder warum es nicht so leicht ist, ein Videostativ zu kaufen

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Maximilian Weinzierl

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da rufe ich gestern bei einem Fachhändler für professionelle Videostative an und frage freundlich, ob er seine im Internet angepriesenen Stative "aus einer Hausmesse zu vergünstigten Preisen" noch im Sortiment habe. Dann würde ich vorbeikommen, weil ich auf der Suche bin.

Daraufhin bekam ich vom Verkäufer zu hören, ich könne nur in den Schau-Verkaufsraum kommen, wenn ich die ernste Absicht hätte 700 - 800 Euro zu investieren, denn sein Beraterhonorar wäre 80 Euro/Std. und (sinngemäß zitiert) er könne nicht beraten und über Stative aufklären und alles zeigen, wenn einer nichts kauft – weil seine Zeit kostbar ist.

Ich war zunächst verblüfft, aber je länger ich darüber nachdenke, desto besser kann ich die Einstellung dieses Fachverkäufers verstehen. So gern ich selbst z.B. mit engagierten Fotografen und Lesern telefoniere und Ratschläge gebe wo ich kann, ich käme auch in die Bredouille, wenn das 20 mal am Tag stattfinden würde.

Als Stativkäufer hatte ich da gestern zwar "redliche" Absichten und ich weiß auch, was Profivideo-Stative kosten und wir haben vereinbart, ich darf nochmal anrufen, falls ich mich ernsthaft zur Investition entschließen kann, – aber ich rufe wohl nicht mehr an! Nix für ungut, ich habe das Gefühl, dass, wenn mir doch nichts zusagt, ich den Berater "umsonst" bemüht hätte und dieser dann sauer auf mich ist.

Müssen wir uns eventuell in diesen Zeiten der Mentalität "beim Fachhändler anschauen, im Internet dann günstiger bestellen" an Beraterhonorare für Fotoverkäufer gewöhnen ? Foto-Equipment-Vorführer auf Honorarbasis? Es wär´ jetzt nichts Verwerfliches dran ! Ich hätt´ ein besseres Gefühl dabei, wenn ich mir "nur" mal was anschauen will. Würden wir dafür bezahlen?

Ich hätte gerne Eure Meinungen und Kommentare zu diesem Thema.
 
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Es gibt wohl kaum eine erfolgreichere Verkaufs-Vermeidungsstrategie, als potentiellen Käufern das Gefühl zu geben, sie seien nicht willkommen.

Ich besuche auch ungern Verkaufsmessen, wenn ich dafür noch Eintritt bezahlen soll.

Wenn der Fachhandel dieses Spiel nun auch spielen möchte, dann schafft er sich m.E. damit endgültig ab.
Da der Versandkauf mir ein mindestens 14-tägiges Rückgaberecht ermöglicht, probiere ich das Produkt dann lieber selbst aus, als dass ich auf eine neutrale und kompetente Beratung durch einen Verkäufer hoffe, dessen Qualifikation mir im Vorwege häufig unbekannt sein dürfte.

Alles in allem eine unschöne Entwicklung, mit Verlierern auf beiden Seiten. :rolleyes:

MfG Jürgen
 
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Moin Maximilian
was nun wirklich interessant wäre, was macht er, wenn er nicht berät:)
sitzt er dann seine "Arbeitszeit" ab und überlegt wie er geschickt um das nächste
Beratergespräch kommt:)
Aber vielleicht ist das ein neuer Trend um dem Onlinehandel die "Zähne zu zeigen". Vielleicht müssen wir uns daran gewöhnen, wenn wir in Zukunft ein Fachgeschäft betreten, das man zunächst zwischen 5 und 20 Euro Eintritt zahlt, bevor man gucken darf:hehe: und ansprechen der Fachberater kostet extra:)
 
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Beim Blick auf die Website eines der letzten Fotofachhändlers in KA durfte ich entdecken, dass seine Preisvorstellung der entsprach, was die üblichen Verdächtigen im Internet auch fordern. Er hat mir dann eine neue Kamera und ein passendes Makro verkauft. Er kam sogar meiner Bitte nach, der Kamera zu prüfen und ihr die neueste Firmware aufzuspielen. Nach einmal Kaffeetrinken konnte ich meine neuesten Schätzchen mitnehmen.

VG/Herbert
 
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Ein Versuch könnte es aus Sicht des Fach-Handels wert sein, einen neues Geschäftsmodell zu etablieren: Gehobener Amateur- und Profibedarf, vielleicht mit Anrechnung des Beraterhonorares bei Kauf?

Voraussetzung: Hohe Kompetenz des Beraters und durchgängige Vorrätigkeit des Warenangebotes - nicht "Geiz", sondern "mal anfassen" und "haben wollen" sind geil.

Ich habe aber meine Zweifel, ob sich das Modell in Deutschland so durchsetzen würde, um Personalkosten, Warenlager, Verwaltung, Miete etc. wirklich nachhaltig zu armortisieren.

Der Slogan vom geilen Geiz verrät ja nicht nur etwas über den damit werbenden Händler, sondern auch darüber, wie Kunden behandelt werden wollen, die dort einkaufen.
 
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Das geht gar nicht.
Der Händler und Dienstleister preist seine Waren und seine Dienstleistungen an
und muss den Kunden kostenfrei davon überzeugen bei ihm zu kaufen.
Alles andere ist das Projekt Umsatzvermeidung.

Wenn jemand anruft und schon nach dem Produkt nachfragt,
reicht das nicht als Interesse aus?
Woher will ich denn vorher wissen ob das Produkt zusagt?
Wenn ich vorher schon sicher bin dass ich es haben will, dann brauch
ich nicht in den Laden fahren, sondern kann online bestellen.

Im Zweifel würde ich bei zukünftigen Käufen dieses Fachgeschäft meiden.

Soviel zu Deinem Dings.




So ne ähnliche Geschichte hatte ich letzten Freitag.
Sollte in einnem Schuhgeschäft an einem PC Wartungsarbeiten durchführen.
Einen Teil der zusammengehoerenden Geschäfte kannte ich schon, dieses noch nicht.

Verkäuferin:
"Ich geh immer mit meinem Smartfon ins Internet, da kann man wenigstens
nicht sehen was ich gesurft habe."
"Wie gut dass wir keinen PC vorne im Laden haben."
"Da kommen Leute und hätten dann gerne einen Schuh in einer anderen Farbe."
"Am schlimmsten sind Kunden, die schon mal da waren und dann fragen
ob wir nicht ein bestimmtes Modell für sie bestellen könnten"
"Nein sowas machen wir erst gar nicht".

Ja ist die beklopft?
Wenn mich schon jemand direkt mit Geld bedroht, das nicht anzunehmen...
In den fast 2 Stunden in denen ich da war, kam genau eine Kundin rein.
Wäre die erste Kundin an dem Tag gewesen.

Dass die "Fachverkäuferin" sich dann noch mokiert hat dass die Leute auch noch nach Details an den Schuhen fragen, ist dann schon Nebensache.

Wenn ich Angst habe, dass der Kunde die Ware nicht abholt, lass ich das noch anzahlen, aber das schlicht abzulehnen...

Und dann wundern sich alle, wenn die Leute lieber online bestellen.

Gruß
Jürgen
 
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Ich habe mehrmals in einem Fotogeschäft erlebt wie sich Kunden stundenlang beraten lassen, die Geräte begutachten und dann nicht mehr kommen. Später kommt dann raus, dass sie im Internet gekauft haben.

Das Unverfrorenste war ja, das einer seine über das Netz gekaufte Kamera bei einem Defekt beim Händler wegen Garantieabwicklung, natürlich kostenlos, abgeben wollte.

Ich kann verstehen, wenn ein Händler Beratungskosten verlangt.

Gruss
Frank
 
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Franku:
auch das hab ich oft genug erlebt.
Gar dass die Konkurrenz Ihr Angebot von der technischen und Abwickllungsseite
an meines anpassen musste, weil ich aufgezeigt habe dass es bestenfalls "phantasievolle" Ideen sind die man hier präsentiert.
Kommt halt nur raus, wenn das "gegnerische" Kompetenzzentrum das nicht zum laufen bringt und der Kunde wieder kommt.

Hilft aber alles nix.
Wenn man den Kunden in den Laden bringen will, darf man keine Gebühren
verlangen oder den Kunden unter Kaufdruck setzen.
Der Fotograf kann auch keine Gebühr verlangen für die Angebotserstellung.

Gruß
Jürgen
 
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Hmmm, kein triviales Thema. Das Verhalten Deines Verkäufers, Maximilian, halte ich persönlich für unterirdisch. Allerdings kann ich verstehen, dass die Fachhändler einen dicken Hals haben, wenn jeder Beratung von ihnen will und dann im Netz kauft.

Dennoch ist eine solche Reaktion auf das Problem mMn grundsätzlich falsch und verstärkt das Ganze noch. Ich bin bereit, für gute Beratung auch einen höheren Preis für das Produkt zu zahlen, weil es mir am Ende einen möglichen Fehlkauf erspart. Veralbern muss man mich als Konsument allerdings nicht. So hatte ich einmal ein Erlebnis in einem Fotofachgeschäft als es um den Kauf eines 2.8/70-200mm ging. Der Verkäufer nahm sich Zeit, hatte Ahnung und hat mich gut beraten. Soweit so gut. Als ich mich zum Kauf entschieden habe, habe ich ihn gefragt, ob am Preis noch ein wenig was zu machen ist. Seine Antwort war: "Wir verdienen an einem solchen Objektiv auch nur 15 Euro, da ist nichts mehr drin". Und das bei der UVP! :eek:

Ich habe das Objektiv trotzdem bei ihm gekauft, aber danach hat er mich nicht mehr gesehen. Ich hätte da auch aus dem Laden gehen und woanders kaufen können, aber das hätte ich nach der kompetenten Beratung vor mir selbst nicht rechtfertigen können.

Seitdem informiere ich mich deutlich besser im Vorfeld und lasse mich nur dann noch beraten, wenn ich mich wirklich auf unbekanntes Terrain wage.

Für meinen jetzigen Händler optimal. Wenn ich komme, weiß er, dass es schnellen Umsatz mit wenig Aufwand gibt. Entsprechend gute Preise bekomme ich dann auch von ihm und die kleinen Pläuschchen bei der Abwicklung sind immer ganz nett :)

Viele Grüße
Peter
 
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Ich lege noch einen oben drauf, obwohl ich beide Seiten verstehe:

Wieviele Berater beraten den wirklich? Immer mehr sog. Fachhändler haben Angestellte denen ich Dinge erklären muss, weil der "Berater" keinen Schimmer hat...

Ich wünschte mir eine allgemein größere Transparenz, in der Fachberater den Ihnen zufallenden Obulus auch verdienen, dann bin ich bereit dafür zu zahlen.

Es ist ein Wandel der Zeiten, jeder kauft nur das billigste und wundert sich das die Qualität an Beratung und an Fachwissen verschwindet. Wenn ich mir heute anschaue welche Läden es noch in den Innenstädten gibt bekomme ich das Grausen, nur noch Ketten, nur noch Masse, nur noch Klamotte... Aber wir Konsumenten haben es ja selber in der Hand.

Wenn ich Geld ausgebe, eine vernünftige Beratung inklusive, dann kaufe ich z.B. nicht online, auch weil ich den lokalen Händler unterstützen möchte. Ich bin es einfach leid durch dieses billig, billig, billig die vielen Kleinode der Verkaufslandschaft zu verlieren. Wer es schafft sich hier auch im Sektor Foto/Video zu positionieren wird sein Klientel behalten und weiterleben können, alle anderen werden aus unserem Leben verschwinden, ob wir es wollen oder nicht....

Mehr als Schade, aber die eigene Nase ist hier der Ansprechpartner...

LG
Dirk
 
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Hi,

ich bin auch Berater, aber in Sachen IT. Und da heißt der Invest neudeutsch Presales. Auf die Spitze getrieben bei Ausschreibungen, wo sich Kunden inzwischen komplette Konzepte für lau schreiben lassen.
Da dauert Presales oft Tage. Ohne Kaufgarantie. Das muss die Marge hinterher gemittelt über die Projekte decken. Normal.
Natürlich überlegen wir auch, wo wir mitspielen, aber zahlen tut den Aufwand "direkt" kein Kunde.
 
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Fragt sich ob man den Deckungsbeitrag und seinene und den Gehaltsanteil vom Chef schon abgezogen hat....

Gruß
Jürgen

Dann hätte er meinen vollen Respekt, wenn er zu jedem Produkt die Gewinne nach Abzug aller Kosten im Kopf hätte... Glaub´ ich aber nicht dran. Für mich wäre es ja ok gewesen, wenn er gesagt hätte: "Tut mir leid, wir geben keine Rabatte."
 
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Man kann die hier deutlich werdende Problematik des Preisverfalls durch harten Wettbewerb nicht diskutieren, ohne auf die Abschöpfung der Kaufkraft des mittelständischen Durchschnittsverdieners durch den Staat in Form von ständig steigenden Steuern und Zwangsabgaben und die Kartelle mit staatlicher genehmigter Lizenz zum Gelddrucken hinzuweisen. Der Verfall des Niveaus im stationären Einzelhandel oder in der Gastronomie sind direkte Folge dieser Politik der letzten 25 Jahre.
 
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Wenn man sich etwas Spezielles (egal aus welchem Sachbereich ) kaufen will, ist man sicher gut beraten, zu einem Fachhändler zu gehen. Aber, um auf den Fotosektor zurückzukommen; will man z.B. eine Urlaubskinpse, kann man sich darüber im Internet genauestens informieren. Da kann einem ein Fachhändler auch nicht mehr darüber erzählen, zumal ja in vielen Gegenden ein Fachhändler nicht gerade um die Ecke ist und es selbst in Großstädten nicht mehr all zu viele gibt. Da liegt es nahe, online zu kaufen.
Übrigens, meine letze Kamera habe ich bei einem Fachhändler erworben.:winkgrin:
 
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Dann hätte er meinen vollen Respekt, "

Das wäre nicht schwierig wenn der die zwei Zahlen
Jahresumsatz und Jahresgewinn im Kopf hat.
Dann kann man schnell was runden.

Und solche "schockierend" niedrigen Zahlen kriegt man ja öfter mal hingeworfen.
Entweder schnell fantasiert oder der Deckungsbeitrag wurde schon abgezogen.

Die Differenz zwischen Ein- und Verkaufspreis wird es nicht gewesen sein.
 
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Ich habe mehrmals in einem Fotogeschäft erlebt wie sich Kunden stundenlang beraten lassen, die Geräte begutachten und dann nicht mehr kommen. Später kommt dann raus, dass sie im Internet gekauft haben.

Eigentlich wird mittlerweile umgekehrt Schuh daraus, ich berate mich selbst mittes Netz und kaufe dann im Fachhandel.

Ist das Netz eigentlich wirklich (wesentlich) billiger? Bei den meisten Sachen, die ich in letzter Zeit so gekauft habe, war das nicht so.

Beraterhonorar? Im Handwerk wird das oft diskutiert, aber der Einsatz bei einem Kostenvoranschlag für ein - sagen wir mal - Badezimmer geht wohl über die Dienstleistung bei einem Verkaufsgespräch für ein Videostativ hinaus.

Anders wäre es, wenn er Dich (Maximilian Weinzierl, meine ich) in Deinem Studio beraten würde, dann wäre ein Honorar völlig ok, oder? Sans Ear grüßt
 
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Das wäre nicht schwierig wenn der die zwei Zahlen
Jahresumsatz und Jahresgewinn im Kopf hat.
Dann kann man schnell was runden.

Und solche "schockierend" niedrigen Zahlen kriegt man ja öfter mal hingeworfen.
Entweder schnell fantasiert oder der Deckungsbeitrag wurde schon abgezogen.

Die Differenz zwischen Ein- und Verkaufspreis wird es nicht gewesen sein.

Naja, ganz so einfach ist es dann auch nicht, aber das soll hier ja keine wirtschaftswissenschaftliche Erörterung werden... :D
 
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Hallo Peter!
"Wir verdienen an einem solchen Objektiv auch nur 15 Euro, da ist nichts mehr drin". Und das bei der UVP! :eek:
Ich habe in einem großen Fotofachgeschäft in München mich schon über die Hinweistafeln gewundert, auf denen stand, dass Kameras und Objektive nicht mit Kreditkarte bezahlt werden dürfen, weil die Provision an die Kreditkartengesellschaft den Gewinn zu sehr schmälern würde...
 
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