Hallo,
hatte meine D300 vorletzte Woche beim ersten grösseren Einsatz bei einem Reportageauftrag auf La Palma (Kanaren) dabei. Ich arbeite seit 18 Jahren teils haupt/nebenberuflich als Outdoor Journalist, Schwerpunkt Mountainbike Reise-und Reportage/Action Fotografie. Auf dem Weg begleiteten mich einige Nikon Kameras (FM2, F801, F90, F90X, F4s, F5, F100, D100, D70s, D200, D300), objektivseitig wurde auch einiges von Nikon verwurstet.
Zur D300 hatte ich mir als handliches Reportageobjektiv erstmals das AF-S 18-200 VR zugelegt, dachte "bei dem Preis wird wohl Qualität geboten", und mich wegen Transportabilität und Kompaktheit (auf La Palma ist man auch mal 4-5 h auf Vulkanrücken auf 2000 m Höhe unterwegs) für diese Kombi im Rucksack entschieden (zusätzlich mit SB-25).
Zur Sicherheit aber noch das gute alte AF 50/1.8 und ein EFX 10-20er Sigma eingepackt. Das AFS 80-200/2.8 blieb daheim, wie auch das AFS 28-70/2.8. Diese beiden Ziegelsteine sind am Berg sehr schwer. Bis zu 2800 HM auf und 3000 HM ab über 35 km oder mehr waren zu erwarten, das beinahe jeden Tag, ein voller Rucksack mit Bekleidung bei (mehrere Vegetationszonen, von Schnee über Urwald, Aschewüsten bis Strand). Man ist um jedes gesparte Gramm Kamera-Equipment weniger dankbar. Deshalb der Griff zum Reportage-Zoom.
Lange Rede kurzer Sinn:
Bin mit dem 18-200 VR ordentlich "auf die Schnauze gefallen", so kräftig wie lange nicht mehr. Meins ist "Made in Thailand", by the way.
Folgende Probleme traten auf:
In vielen Jahren mit Nikon Objektiven hab ich sowas noch nie erlebt. Zwar Ansatzweise mit der D200 mit dem Setobjektiv AFS 18-70/3.5-4.5 auch, aber nach einem Objektivtausch (nach vergeblichem Reparaturversuch durch den Service) war das damals behoben.
Ich habe die restlichen Tage dann mit dem 10-20er Sigma, und dem Oldie AF50/1.8 bestritten - Back to the Roots...
Mit den beiden anderen Objektiven jedoch immer saubere Schärfe, keinerlei AF Probleme, und die hohe AF-Leistung die ich mir von der D300 erwartete kam durch.
Damit man sich unter Mountainbiken auf "La Palma" etwas vorstellen kann, ein paar Links zu scharfen Fotos von dieser Reportage (etwas altmodisch verlinkt) hier (die unscharfen sind mitsamt dem Zoom und der D300 unterwegs zum Service), sonstige halt auf der Vertrider-Site:
http://www.vertriders.com/lp_01.htm
Die Sequenz ab Bild DSC_2328 war mit dem 18-200 praktisch nicht scharf zu bringen.
http://www.vertriders.com/lp_02.htm
Bei dem Motiv DSC_3316 stellte ich schliesslich manuell scharf. Denn bei AF-S bekam die D300 mit dem 18-200 den Radler mit Back/Frontfocus je nach Zoomstellung einfach nicht scharf.
http://www.vertriders.com/lp_03.htm
http://www.vertriders.com/lp_04.htm
Die letzte Schlussequenz auf lp_04.htm ab DSC_4080 ist mit dem 50/1.8 geschossen, und war mit dem 18-200 praktisch auch nicht 100%scharf zu bekommen. Fährt der Biker auf mich zu, passe ich die Grösse per Zoom laufend an, mit dem 18-200 aber nicht möglich, da ständig Back- oder Frontfocus (siehe Punkt 2). Daher häufige Schärfen-Nachkontrolle auf dem (wenigstens traumhaft guten) D300 Bildschirm notwendig.
http://www.vertriders.com/ac_01.htm
http://www.vertriders.com/ac_02.htm
http://www.vertriders.com/ac_03.htm
Abschliessend wäre noch als einziger Wermutstropfen (neben den Zoom/Schärfeproblemen) bei der D300 zu sagen, dass auch sie, wie alle Nikon Kameras davor, so ihre Probleme mit den vielen hervorstehenden Teilen am Fahrrad hat. Egal welche AF-"Arten" man verwendet, wohin man den Focus legt, oder die Kamera entscheiden, Lock-On arbeiten lässt... Der AF stellt mal auf den Lenker, dann wieder auf die Federgabel, dann auch mal auf die Schalt- und Bremskabel, auf den Bauch des Fahrers, dann wieder auf den Helm, das Steuerrohr, dann wieder auf den Vorderreifen scharf. Gerade im Telebereich variiert die Schärfe dann stark, und das Abblenden hat so seine Grenzen.
Viele Grüsse
Christoph Malin
http://www.nps.nikon.at/de/04_01_01_fotografen.php?artist_id=623594
Ad 1.7.08: Bei einem Auftrag in Sizilien eher zufällig die Allround Einstellung der D300 für die Bike-Fotografie gefunden: Focus auf zentrales Fokusfeld, Dynamische 9-Messfelder, fertig. Die äusseren Messfelder so wenig wie möglich verwenden. Dann passt es. Da war die D200 wesentlich treffsicherer.
hatte meine D300 vorletzte Woche beim ersten grösseren Einsatz bei einem Reportageauftrag auf La Palma (Kanaren) dabei. Ich arbeite seit 18 Jahren teils haupt/nebenberuflich als Outdoor Journalist, Schwerpunkt Mountainbike Reise-und Reportage/Action Fotografie. Auf dem Weg begleiteten mich einige Nikon Kameras (FM2, F801, F90, F90X, F4s, F5, F100, D100, D70s, D200, D300), objektivseitig wurde auch einiges von Nikon verwurstet.
Zur D300 hatte ich mir als handliches Reportageobjektiv erstmals das AF-S 18-200 VR zugelegt, dachte "bei dem Preis wird wohl Qualität geboten", und mich wegen Transportabilität und Kompaktheit (auf La Palma ist man auch mal 4-5 h auf Vulkanrücken auf 2000 m Höhe unterwegs) für diese Kombi im Rucksack entschieden (zusätzlich mit SB-25).
Zur Sicherheit aber noch das gute alte AF 50/1.8 und ein EFX 10-20er Sigma eingepackt. Das AFS 80-200/2.8 blieb daheim, wie auch das AFS 28-70/2.8. Diese beiden Ziegelsteine sind am Berg sehr schwer. Bis zu 2800 HM auf und 3000 HM ab über 35 km oder mehr waren zu erwarten, das beinahe jeden Tag, ein voller Rucksack mit Bekleidung bei (mehrere Vegetationszonen, von Schnee über Urwald, Aschewüsten bis Strand). Man ist um jedes gesparte Gramm Kamera-Equipment weniger dankbar. Deshalb der Griff zum Reportage-Zoom.
Lange Rede kurzer Sinn:
Bin mit dem 18-200 VR ordentlich "auf die Schnauze gefallen", so kräftig wie lange nicht mehr. Meins ist "Made in Thailand", by the way.
Folgende Probleme traten auf:
- Bewege ich in verschiedenen Brennweitenbereichen den Zoomring des 18-200 ganz leicht vor oder zurück (ohne zu zoomen), verstellt sich die Schärfe (Backfocus, Frontfocus). Ist die Kamera auf AF-C mit Schärfenpriorität gestellt (oder AF-S mit SP), löst sie dann auch nicht mehr aus.
- Obiger Punkt ist deshalb genau zu betrachten, da zu Anfang und Ende (bzw. während des Zoomvorgangs) der Back/Frontfocus am 18-200 VR unterschiedlich stark einsetzt. Ist eine "gewisse Schwelle" an B/F Focus überschritten, kann die Kamera nicht mehr wirklich scharfstellen, und stellt mit Backfocus oder Frontfocus dauerhaft unscharf, egal ob AF-C oder AF-S. Ist die Kamera auf AF-C mit Schärfenpriorität gestellt (oder AF-S mit SP), löst sie dann auch nicht mehr aus (sie merkt ja, dass die Schärfe nicht passt).
- Punkt 2 verursacht bei jedem Zoomvorgang per se eine Katastrophe. ZB bei Grössenänderung eines bewegten Objektes das auf die Kamera zufährt, und zwischenzeitliches Nachzoomen. Ständig tritt Back oder Frontfocus auf. Und hat man es in einer Brennweite dann doch mal geschafft, dass die Schärfe passt (schliesslich durch manuelle Scharfstellung), ist die Schärfe beim nächsten Mal zoomen weg. Das Objektiv wird dadurch praktisch unbrauchbar. Ausschussrate ca. 80%-90%, meinerseits wachsendes Entsetzen bei den abendlichen Auswertungen am Notebook. Dazu kommt: das AF Feintuning per Menü hilft, da Zoomobjektiv, auch nicht. Also bleibt dieses auf 0 gestellt.
In vielen Jahren mit Nikon Objektiven hab ich sowas noch nie erlebt. Zwar Ansatzweise mit der D200 mit dem Setobjektiv AFS 18-70/3.5-4.5 auch, aber nach einem Objektivtausch (nach vergeblichem Reparaturversuch durch den Service) war das damals behoben.
Ich habe die restlichen Tage dann mit dem 10-20er Sigma, und dem Oldie AF50/1.8 bestritten - Back to the Roots...
Mit den beiden anderen Objektiven jedoch immer saubere Schärfe, keinerlei AF Probleme, und die hohe AF-Leistung die ich mir von der D300 erwartete kam durch.
Damit man sich unter Mountainbiken auf "La Palma" etwas vorstellen kann, ein paar Links zu scharfen Fotos von dieser Reportage (etwas altmodisch verlinkt) hier (die unscharfen sind mitsamt dem Zoom und der D300 unterwegs zum Service), sonstige halt auf der Vertrider-Site:
http://www.vertriders.com/lp_01.htm
Die Sequenz ab Bild DSC_2328 war mit dem 18-200 praktisch nicht scharf zu bringen.
http://www.vertriders.com/lp_02.htm
Bei dem Motiv DSC_3316 stellte ich schliesslich manuell scharf. Denn bei AF-S bekam die D300 mit dem 18-200 den Radler mit Back/Frontfocus je nach Zoomstellung einfach nicht scharf.
http://www.vertriders.com/lp_03.htm
http://www.vertriders.com/lp_04.htm
Die letzte Schlussequenz auf lp_04.htm ab DSC_4080 ist mit dem 50/1.8 geschossen, und war mit dem 18-200 praktisch auch nicht 100%scharf zu bekommen. Fährt der Biker auf mich zu, passe ich die Grösse per Zoom laufend an, mit dem 18-200 aber nicht möglich, da ständig Back- oder Frontfocus (siehe Punkt 2). Daher häufige Schärfen-Nachkontrolle auf dem (wenigstens traumhaft guten) D300 Bildschirm notwendig.
http://www.vertriders.com/ac_01.htm
http://www.vertriders.com/ac_02.htm
http://www.vertriders.com/ac_03.htm
Abschliessend wäre noch als einziger Wermutstropfen (neben den Zoom/Schärfeproblemen) bei der D300 zu sagen, dass auch sie, wie alle Nikon Kameras davor, so ihre Probleme mit den vielen hervorstehenden Teilen am Fahrrad hat. Egal welche AF-"Arten" man verwendet, wohin man den Focus legt, oder die Kamera entscheiden, Lock-On arbeiten lässt... Der AF stellt mal auf den Lenker, dann wieder auf die Federgabel, dann auch mal auf die Schalt- und Bremskabel, auf den Bauch des Fahrers, dann wieder auf den Helm, das Steuerrohr, dann wieder auf den Vorderreifen scharf. Gerade im Telebereich variiert die Schärfe dann stark, und das Abblenden hat so seine Grenzen.
Viele Grüsse
Christoph Malin
http://www.nps.nikon.at/de/04_01_01_fotografen.php?artist_id=623594
Ad 1.7.08: Bei einem Auftrag in Sizilien eher zufällig die Allround Einstellung der D300 für die Bike-Fotografie gefunden: Focus auf zentrales Fokusfeld, Dynamische 9-Messfelder, fertig. Die äusseren Messfelder so wenig wie möglich verwenden. Dann passt es. Da war die D200 wesentlich treffsicherer.
