Der Krater hat einen Umfang von 18 km und steigt im Osten bis auf 850 m an. Am Grund hat er einen Durchmesser von ca. 5 km und liegt auf gut 250 m Höhe. Der Krater von Sete Cidades ist gerade mal 500 Jahre alt. Im Jahr 1444 gab es eine gewaltige Explosion bei der die Spitze eines ca. 1.200 m hohen Berges weggesprengt wurde. Die Japanische Sicheltanne gedeiht hier prächtig. Der Krater ist übrigens der größte der Azoren.
Da ich lieber das Makro als das Tele mitgenommen habe, konnte ich mich gezielt der Flora widmen. Auswahl war reichlich vorhanden, auch wenn im September viel Blütezeit schon vorüber war.
Die Hortensie ist die Blume der Azoren. Sie gehört zwar nicht zur urtypischen Vegetation, hat sich aber inzwischen in ganzen, übermannshohen Hecken allerorts breit gemacht und ist das Aushängeschild des Archipels. Ihre wahre Pracht in tiefem Blau, Lila oder auch Weiß zeigt sie im Juli und August. Neben den blauen Blütenbällen gibt es auch noch die Art der Tellerhortensie.
Die heutige Flora der Azoren ist artenreich. Den Pflanzenreichtum verdanken die Azoren und gerade Flores mit der westlichsten Position ihrer Lage. Fast dreiviertel aller heutigen Pflanzenarten wurden auf die Azoren eingeschleppt. Auf ihrem Weg von Amerika über den großen Teich machten Vögel immer wieder Zwischenstopp auf den neun Inseln. Dabei brachten sie auch allerlei Samen mit. In dem idealen, immerfeuchten Klima gedeihen die Samen besonders gut wie in einem natürlichen Gewächshaus.
Das milde, feuchte Klima läßt auch exotische Pflanzen, wie Farne und Palmen wachsen. Über 50 endemische Arten wurden festgestellt. Zu ihnen zählen Wachholder, Heidelbeerbaum, Lorbeer oder Baumheide.
Im Jahr 1937 wurde ein Tunnel vom Seeufer ins nordwestlich gelegene Mosteiros fertiggestellt, um den Wasserstand der Seen besser regulieren zu können. Zuvor waren die Seen ohne natürlichen Abfluss, so dass der Wasserstand stark schwankte und es zu regelmäßigen Überschwemmungen der angrenzenden Ortschaft kam.
Der Eingang zum Durchstich der Vulkanwand ist diskret beschildert und irgendwo hatte ich gelesen, wie romantisch der kerzengerade Weg zur Außenseite wäre.
Tja, auch das kann ich nicht bestätigen. Ein Blick beim Tunneleingang hat den Pfad als kerzengerade, eben, aber auch rutschig, schlammig bis unter Wasser erkennen lassen. Das Licht am Ende des Tunnels schien so nahe, also bin ich mit Badeschlapfen (dürfen nass werden!), Kamera und Taschenlampe losmarschiert.
Also das Licht am Ende des Tunnels erwies sich als Trugbild. Es kam und kam einfach nicht näher. Ich schlurfte in Dunkelheit durch teils schenkelhohes Wasser und kam mit vor wie Gollum unter dem Nebelgebirge.
Vorsichtig setzte ich meine Schritte, damit ich von den am morastigen Boden festgesaugten Schlappen den Zehenbügel nicht abreisse. Nicht auszudenken, müsste der ca. 80 cm breite Kanal auf blanken Fusssohlen durchschritten werden.
Irgendwann bemerkte ich an der Wand die alle 10 Meter angebrachten Streckenplaketten. Und die endeten erst bei der Zahl 1200.
Mitten drinnen fließt eine Quelle aus der Wand und für Hin- und Rückweg kann man eine Stunde einplanen.
Wieder kein Trip, den ich freiwillig mit (m)einem Kind machen würde.
Mir fällt auch keine Frau ein, das sich auf diesem Wanderpfad als zutraulich erweisen könnte...