Azoren - 6 Inseln in 17 Tagen

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Am Vista do Rei befindet sich wie erwähnt die Ruine des 1990 geschlossenen und 2010 endgültig aufgegebenen Luxushotels Monte Palace, das inzwischen als Lost Place eine Touristenattraktion ist.

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Ein exklusives 5-Sterne-Hotel mit 88 Zimmern, zwei Restaurants, drei Konferenzräumen, Disco, Bar, Frisör und einer Bank - zudem eine grandiose Aussicht ... hatte leider keine Chance gegen 200 Regentage im Jahr auf einem Berg, der meistens in dichtem Nebel gehüllt ist.

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Immerhin hatte der Betonklotz überhaupt 19 Monate geöffnet (April 1989 - November 1990). Die folgenden zwanzig Jahre wurde das Gebäude von einem Sicherheitsmann bewacht, in der Hoffnung auf einen Käufer. Seit 2010 verfällt die Bausünde - unter tatkräftiger Mithilfe von Vandalen - vor sich hin.
Ein Besucher erzählt vor Ort, dass jeder Haushalt im Dorf mindestens einen Gegenstand aus dem Hotel daheim gelagert hat. Gut so, dann ist wenigstens nicht alles vom Inventar kaputt geworden.

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Hier drinnen weht ein kühler Hauch der Vergangenheit.

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Eines der beiden Restaurants des vormaligen Nobelschuppens.

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Die Worte Konkurs, Fehlplanung und Versagen geistern leise durch die Gänge des Monte Palace.

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Der Krater hat einen Umfang von 18 km und steigt im Osten bis auf 850 m an. Am Grund hat er einen Durchmesser von ca. 5 km und liegt auf gut 250 m Höhe. Der Krater von Sete Cidades ist gerade mal 500 Jahre alt. Im Jahr 1444 gab es eine gewaltige Explosion bei der die Spitze eines ca. 1.200 m hohen Berges weggesprengt wurde. Die Japanische Sicheltanne gedeiht hier prächtig. Der Krater ist übrigens der größte der Azoren.

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Da ich lieber das Makro als das Tele mitgenommen habe, konnte ich mich gezielt der Flora widmen. Auswahl war reichlich vorhanden, auch wenn im September viel Blütezeit schon vorüber war.

Die Hortensie ist die Blume der Azoren. Sie gehört zwar nicht zur urtypischen Vegetation, hat sich aber inzwischen in ganzen, übermannshohen Hecken allerorts breit gemacht und ist das Aushängeschild des Archipels. Ihre wahre Pracht in tiefem Blau, Lila oder auch Weiß zeigt sie im Juli und August. Neben den blauen Blütenbällen gibt es auch noch die Art der Tellerhortensie.

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Die heutige Flora der Azoren ist artenreich. Den Pflanzenreichtum verdanken die Azoren und gerade Flores mit der westlichsten Position ihrer Lage. Fast dreiviertel aller heutigen Pflanzenarten wurden auf die Azoren eingeschleppt. Auf ihrem Weg von Amerika über den großen Teich machten Vögel immer wieder Zwischenstopp auf den neun Inseln. Dabei brachten sie auch allerlei Samen mit. In dem idealen, immerfeuchten Klima gedeihen die Samen besonders gut wie in einem natürlichen Gewächshaus.

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Das milde, feuchte Klima läßt auch exotische Pflanzen, wie Farne und Palmen wachsen. Über 50 endemische Arten wurden festgestellt. Zu ihnen zählen Wachholder, Heidelbeerbaum, Lorbeer oder Baumheide.

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Im Jahr 1937 wurde ein Tunnel vom Seeufer ins nordwestlich gelegene Mosteiros fertiggestellt, um den Wasserstand der Seen besser regulieren zu können. Zuvor waren die Seen ohne natürlichen Abfluss, so dass der Wasserstand stark schwankte und es zu regelmäßigen Überschwemmungen der angrenzenden Ortschaft kam.

Der Eingang zum Durchstich der Vulkanwand ist diskret beschildert und irgendwo hatte ich gelesen, wie romantisch der kerzengerade Weg zur Außenseite wäre.
Tja, auch das kann ich nicht bestätigen. Ein Blick beim Tunneleingang hat den Pfad als kerzengerade, eben, aber auch rutschig, schlammig bis unter Wasser erkennen lassen. Das Licht am Ende des Tunnels schien so nahe, also bin ich mit Badeschlapfen (dürfen nass werden!), Kamera und Taschenlampe losmarschiert.

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Also das Licht am Ende des Tunnels erwies sich als Trugbild. Es kam und kam einfach nicht näher. Ich schlurfte in Dunkelheit durch teils schenkelhohes Wasser und kam mit vor wie Gollum unter dem Nebelgebirge.
Vorsichtig setzte ich meine Schritte, damit ich von den am morastigen Boden festgesaugten Schlappen den Zehenbügel nicht abreisse. Nicht auszudenken, müsste der ca. 80 cm breite Kanal auf blanken Fusssohlen durchschritten werden.
Irgendwann bemerkte ich an der Wand die alle 10 Meter angebrachten Streckenplaketten. Und die endeten erst bei der Zahl 1200.
Mitten drinnen fließt eine Quelle aus der Wand und für Hin- und Rückweg kann man eine Stunde einplanen.

Wieder kein Trip, den ich freiwillig mit (m)einem Kind machen würde.
Mir fällt auch keine Frau ein, das sich auf diesem Wanderpfad als zutraulich erweisen könnte...​
 
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Der letzte Abend nach einem sonnigen Tag soll/muss also für Milkyway-Fotografie herhalten. Es dämmert vielversprechend.

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Kaum ist es dunkel, von Finsternis kann keine Rede sein, ziehen auch schon wieder Wolken rein und mit dem klaren Sternenhimmel ist es wieder vorbei.

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Im Dorf Sete Cidades mit seinen rund 800 Menschen liegt in einem kleiner Park die Pfarrkirche Igreja de Sao Nicolau. Wenigstens die ist mal anständig beleuchtet.

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Sao Miguels Flughafen Joao Paulo II. (PDL) mit seiner 2,6 km langen Landebahn liegt etwa 3 km westlich von Ponta Delgada und ist damit innerhalb weniger Minuten zu erreichen.
Das Terminal wurde 1991 rechtzeitig zum Papstbesuch ausgebaut und ist heute auf internationalem Standard. Der Flughafen hat täglich von 5 - 24 Uhr geöffnet.
Es gibt keinen Busverkehr in die Hauptstadt Ponta Delgada. WTF!?!

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Noch ein paar abschließende Worte:
An Equipment hatte ich die D3s mit 14-24, 24-70, und 105er Makro, die beiden bevorzugten Filter ND1000 und Pol, sowie natürlich ein Stativ mit.
Das Klima brachte täglich um die 25 Grad und war schwül. Nachts folgte ein Temperatursturz auf 22 Grad.

Highlights für mich waren auf jeden Fall der Espresso um 60 Cent und die inseleigenen Käsesorten.
Als Mitwägen genügen die kleinsten und günstigsten Modelle, die Angebote der Autoverleiher im Internet sind meist von abenteuerlich bis aberwitzig.

Fazit: Gesehen und genossen. Nochmals muss ich nicht unbedingt hin, würde mich dagegen aber nicht wehren.
Dann allerdings nur Pico (mit Bergbesteigung, Zelt & Schlafsack & Wanderbock!), Flores und Corvo in maximal einer Woche.

Klar haben die Örtchen ihren Charme. Von und für die Einheimischen ist alles fabelhaft in Schuss. Wenn maximal 5 Touristen gleichzeitig dazukommen, dann klappt das auch noch.
In der Hochsaison und wenn der Massentourismus bald mal ordentlich brummt, sollten sich die Fremdenverkehrsplaner allerdings wirklich ein belastbares Konzept überlegen.​
 
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Nachdem ich vorgestern drei Wochen Azoren gebucht habe, hab ich mal nach Reiseberichten gesucht und bin bei dir hier gelandet. Die Vorfreude auf São Miguel und Terceira steigt :love:
 
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