Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAW-Entwicklung

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schoefaz

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N'abend allerseits, eine Frage beschäftigt mich grad besonders: Wie kann man das Dynamik-Plus der S5 in den Lichtern optimal ausnutzen.

Als schwarz-weiß-Fan hab' ich mich da über optimale Umwandlung ein wenig umgetan, gelesen und gehört - Fazit war, dass man b&w am besten aus den RAW (resp. RAF)-Files entwickelt.

Da bin ich jetzt alles andere als ahnungsvoll und probiere zur Zeit einfach aus. Was mich eben besonders interessiert sind die Lichter, wenn ich versuche mehr Dynamik aus der Entwicklung zu kitzeln, saufen mir die allerdings am ehesten ab.

Muss ich bei der Belichtungsmessung einfach mehr auf die hellen Bildteile gehen oder fehlen mir nur Bildbearbeitungs-Kenntnisse?

Vielleicht kann mir ein freundlicher Mensch die Sache mal am Beispiel des Zonensystems erklären - da bin ich von früher her noch leidlich fit und verstehe von was geredet wird.

Danke schonmal für Eure Hilfe

richie
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Hallo Richie,

auf die Lichter belichten ist sowieso immer richtig bei den Digis.
Wenn Du das Zonensystem ansprichst, folgt meinerseits gleich die Frage, für welches Ausgabemedium denn entwickelt werden soll. Es nutzt ja nichts, einen Heidenaufwand in die Bearbeitung zu stecken wenn es am Ende vom Papier nicht bewältigt wird. Soweit ich mich erinnere, gelten nur die Zonen 1 bis 9 als real sichtbar zu machen, aber eine hinterleuchtete gute Ausbelichtung kann heutzutage vielleicht mehr.

Laut DXOMark bietet die S5 in RAF einen Belichtungsumfang von 13 EV. Theoretisch werden damit die 11 EV des Zonensystems vollständig abgedeckt.

Somit sollte im Sinne der Aufagebstellung einiges möglich sein, aber mein Eindruck von der S5 ist, daß sich nur ein kleiner Teil der Dynamikreserve im fertigen Bild manifestieren lässt ohne in den Mitteltönen in Richtung dunkler zu korrigieren. Damit rutschen aber die Tonwerte, die eigentlich in Zone 5 gehören, Richtung Zone 6 und das Bild verliert seine Ausgewogenheit.

Ich behelfe mit damit, auf die Lichter zu belichten und helle die zu dunkel geratenen Bildteile mittels einer verbogenen Tonwertkurve auf.
Die Form dieser Kurve ist ungefähr ein schräg liegendes unsymmetrisches "S", ähnelt einer sitzenden Katze in der Seitenansicht.

Man muß aber sehr vorsichtig sein mit Aufhellerei bei der Fuji, denn in den Zonen 0 und 1 sieht man schnell Rauschen hervorkriechen.

Stell bitte mal ein Bildbeispiel ein, dann rät es sich besser.
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Praktische Tipps hängen wohl immer auch von der Software ab, die man einsetzt.

Grundsätzliches... wenn Du Rohdaten speicherst und nach rechts belichten willst ("auf die Lichter", expose to the right) dann solltest Du die Kamera fest auf 300-400% Dynamik einstellen - das Vorschaubild, das man mit der Spitzlichtanzeige kombiniert verwendet ist nämlich immer das JPEG, und nur wenn man die Dynamik raufstellt sieht man, ob man Überbelichtungen hat oder eben nicht.

"300-400%" deshalb, weil es am Limit bei 400% zu Farbverfälschungen kommt (magenta- oder türkise Verfärbung der Spitzlichter) die in der Tat die Kamera-eigene JPEG-Engine am besten im Griff hat - man sieht dann noch keine Spitzlichter blinken, trotzdem sind die hellsten Bereiche nicht mehr vollständig erhalten. Dieses Gefummel will ich mir ersparen und verwende deswegen 300% Dynamik für die Bildkontrolle auf Spitzlichter (400% Dynamik hat man ja trotzdem in den Rohdaten, es geht nur um das Vorschaubild im Kameradisplay).

Ob sich das bei Dir in der Praxis umsetzen lässt kommt natürlich drauf an was Du photographieren willst. Mein Thema ist die Landschaft, da habe ich in den meisten Fällen genug Zeit die bestmögliche Belichtung zu finden.
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Hallo Richie,

auf die Lichter belichten ist sowieso immer richtig bei den Digis.
Wenn Du das Zonensystem ansprichst, folgt meinerseits gleich die Frage, für welches Ausgabemedium denn entwickelt werden soll. Es nutzt ja nichts, einen Heidenaufwand in die Bearbeitung zu stecken wenn es am Ende vom Papier nicht bewältigt wird.

Hallo und vielen Dank für deine Antwort.

Das ist ja schonmal ein Nagel, an dem ich was aufhängen kann. Prima.

Natürlich ist das Papier das begrenzende Medium - da hatte man früher (also als ich noch selbst laborierte) 5 oder 6 stops, bei Farbe nochmal 2 weniger.

Ich dachte, dass ein Farbdrucker ja keine chemischen Reaktionen bewirken muss, die limitieren können, sondern letztlich wohl alle 10 Stops (plus weißes Papier natürlich) zu Papier bringen kann, Graukeile, also Druckwerke, konnten das früher ja auch.

[...]
Ich behelfe mit damit, auf die Lichter zu belichten und helle die zu dunkel geratenen Bildteile mittels einer verbogenen Tonwertkurve auf.
Die Form dieser Kurve ist ungefähr ein schräg liegendes unsymmetrisches "S", ähnelt einer sitzenden Katze in der Seitenansicht.

Man muß aber sehr vorsichtig sein mit Aufhellerei bei der Fuji, denn in den Zonen 0 und 1 sieht man schnell Rauschen hervorkriechen.

Stell bitte mal ein Bildbeispiel ein, dann rät es sich besser.

Das Rauschen hatte ich bisher überhaupt noch nicht in meinen Überlegungen - ich habe im Kopf den Umstieg auf D noch nicht gepackt :)

Ich habe noch keine ernsthaften Bilder geschossen, zu fremd ist das alles, ein paar findest Du unter diesem Link, vielleicht erkennt man aber auch am Himmel auf

picture.php


was ich meine. Der Himmel ist strukturlos und ausgereizt - ein wenig an den Lichtern gedreht macht ihn schlicht weiß.

greets
richie
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Wenn Du sw und Zonensystem machen willst dann am Besten mit Lightzone hatte ich Dir ja schonmal ans Herz gelegt:)
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Praktische Tipps hängen wohl immer auch von der Software ab, die man einsetzt.

Ja, sicher. Mir geht es allerdings zunächst mal um die Vorbedingungen, also was ich beachten muss, um *überhaupt* die Dynamik nutzen zu können.

Grundsätzliches... wenn Du Rohdaten speicherst und nach rechts belichten willst ("auf die Lichter", expose to the right) dann solltest Du die Kamera fest auf 300-400% Dynamik einstellen - das Vorschaubild, das man mit der Spitzlichtanzeige kombiniert verwendet ist nämlich immer das JPEG, und nur wenn man die Dynamik raufstellt sieht man, ob man Überbelichtungen hat oder eben nicht.

"300-400%" deshalb, weil es am Limit bei 400% zu Farbverfälschungen kommt (magenta- oder türkise Verfärbung der Spitzlichter) die in der Tat die Kamera-eigene JPEG-Engine am besten im Griff hat - man sieht dann noch keine Spitzlichter blinken, trotzdem sind die hellsten Bereiche nicht mehr vollständig erhalten. Dieses Gefummel will ich mir ersparen und verwende deswegen 300% Dynamik für die Bildkontrolle auf Spitzlichter (400% Dynamik hat man ja trotzdem in den Rohdaten, es geht nur um das Vorschaubild im Kameradisplay).

Ah - ich habe auf automatischer Dynamik belichtet und mich darauf verlassen, dass die Messtechnik schnallt, dass ein weites Helligkeitsspektrum existiert und dann "aufdreht" Oder verstehe ich das jetzt richtig, dass im RAF-File sowieso 400% drin stecken, egal, was ich einstelle? Andersrum - schadet 300% nicht bei Motiven mit eher geringem Kontrastumfang?


Ob sich das bei Dir in der Praxis umsetzen lässt kommt natürlich drauf an was Du photographieren willst. Mein Thema ist die Landschaft, da habe ich in den meisten Fällen genug Zeit die bestmögliche Belichtung zu finden.

Ich liebe Portraits und Straße, bei Sessions hat man genügend Zeit :up:, auf der Straße hat man gar keine... :down:

Danke für die Hinweise, ich habe natürlichnoch genug Hirnkapazität um weitere verarbeiten zu können ;)

greets
richie
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Wenn Du sw und Zonensystem machen willst dann am Besten mit Lightzone hatte ich Dir ja schonmal ans Herz gelegt:)

Ja, hattest du :dizzy: allerdings muss ich eins nach dem andern angehen - wie es ausschaut bin ich fürs nächste Jahr ausgelastet :)

Jetzt ist mein Ziel latürnich, wenn ich schon so einen Wundersensor besitze, den auch zu nutzen und nicht brach liegen zu lassen...

greets
richie
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Ich nutze die S5 vorallem mit RAW (ausser, wenn ich mal bei Gelegenheit Tiere fotografiere, da ist der Ausschuss einfach zu gross für meine nur 8 GB grosse CF Karte).
Als Konverter nehme ich Fuji Studio, will aber auch noch den Konverter von Phase One testen.

Ich stell die Kamera z.B. auf 230% (einfach irgendwas anderes als 100%) und nicht über ISO 1000, sodass die vollen 25 MB RAW Files bekomme.

Bei den meisten Landschaftsmotiven reicht es, die Belichtung im RAW Konverter nach den mittelhellen Bildteilen zu richten (wenn man vorher richtig belichtet hat). Allenfalls mal, dass man das bewusst 1/3 bis 1/2 Blende dunkler macht, als man es wirklich will, weil man schon sieht, dass es ganz extreme Lichter gibt. Anschliessend wird im RAW Konverter mit eingeschalteter Lichterwarnung solange am Dynamikwert verstellt, bis die ersten ganz kleinen Stellen rot blinken. Zuviel Dynamik in den Lichtern schadet auch, die hellen Teile werden flau, können deutlich knackiger sein, wenn man bis ans Limit geht (d..h erste Pünktchen fressen aus).

Das gibt dan ein 16 Bit TIFF. Musste ich die Mitten vorher ausnahmsweise mal zu dunkel machen, korrigier ich das wieder in der EBV, wo ich auch Sachen mache, die mehr als eine Ebene brauchen (z.B. zwei eines mit deutlich aufgehellten Schatten, dann teilweise maskieren, wenn die Kontraste ganz extrem waren).

Man kann das aber nochmal 'ne Stufe steigern. Allerdings ist das für mich noch Neuland, hab noch nicht wirklich was damit probiert: Man nehme ein S5 Pro RAW (das bei einer fixen Belichtungseinstellung schon mind. 12 Blenden abdecken kann). Und dann mache man verschieden belichtete Entwicklungen. Das ganze tun wir dann in eine HDR Software, machen Tonemapping statt Maskieren. Der damit erreichbare Dynamikumfang dürfte eigentlich für viele HDR Situationen bereits ausreichen. Und hätte Riesenvorteile gegenüber dem normalen Verfahren mit einigen Bildern: Bewegte Motive (und sei es nur ein Baum im hefitgen Wind) sind dann genauso problemlos wie das ganz tolle Bild, das leider ohne das wichtigste fotografische Zubehör (Stativ) geschosen wurde.

Genau deshalb will ich mir den Phase One Konverter noch angucken. Für normale Bilder reicht der Belichtungsbereich von -1 bis +3 des Fuji Konverters locker. Für HDR Anwendung aus einem RAW wäre es aber noch besser, noch mehr Spielraum zu haben!
Andere komerzielle RAW Konverter kommen für mich eher weniger in Frage. Mein PS ist zu alt für Camera RAW (das die S5 unterstützt), der Trick mit einem neuen PS Elements gebraucht gibt keine 16 Bit TIFFs. Ein neuer PS oder andere komerzielle RAW Konverter sind einfach viel zu teuer. Na gut, allenfalls das Hyper Utility von Fuji ginge noch preislich, ich werde auf gar keinen Fall mehr als 100 Euro für einen simplem RAW Konverter zahlen.
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

hi,

für sw konvertierung von digitalen farbbildern ist RAW tatsächlich das beste format.

analog haben wir ja stets auf die schatten belichtet und auf die lichter entwickelt. digital ist es umgekehrt.

bei den fuji sensoren der S3 und der S5 ist das aber aus meiner erfahrung umgekehrt. wenn man moderat auf die schatten belichtet und dann mit ACR (adobe camera raw, also das fenster das aufgeht wenn man ein .raf file in photoshop öffnet) entwickelt, bekommt man aus meiner erfahrung die besten ergebnisse.

natürlich gilt das nur wenn man nicht grad mittags in der sierra nevada fotografiert. teste es einfach aus, in den meisten situationen kommt man so gut hin.

die tiefen lichert funktion in PS würde ich mit raf files übrigens vergessen. wende eine tonwertkorrektur und gradiationskurven an, hier erhält man mE die besten ergebnisse mit den raf daten.

idealer schwarz-weiß workflow aus meiner sicht:
-belichtung bei der aufnahme auf die lichter
-entwicklung in acr um die ausgefressenen lichter wieder reinzuholen (gradiationskurve)
-in PS via Kanalmixer in sw konvertieren
-tonwertkorrektur
-gradiationskurve

aus.

das zonensystem läßt sich finde ich zumindest, am besten sowie in der dunkelkammer auch mit dem auge anweden. einen guten monitor, der kalibriert ist vorausgesetzt.

wäre nett wenn sich hier eine kleine diskussion zu schwarz-weiß fotografie mit den fuji kameras entwickeln würde. leider wird dieses thema viel zu selten angesprochen. allerdings lassen sich mE mit den fujis bzw. den neuen nikons mit CMOS sensoren ganz fabelhafte schwarz-weiß prints herstellen. vor allem wenn man einen guten workflow, einen guten monitor und einen guten drucker mit adäquaten grautinten und papieren hat.

lg
willi
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

...Der Himmel ist strukturlos und ausgereizt - ein wenig an den Lichtern gedreht macht ihn schlicht weiß.

Sei Dir bitte gegenwärtig, daß unser Sehsinn locker 20 EV Dynamik hat. Gelegentlich versuche ich, die in ein Bild zu zwingen und gebe meistens unterwegs auf weil es mir zu unnatürlich flau wird.
Hand aufs Herz, an dem Himmel war aber auch nix dran, daß man unbedingt ins Markttreiben (Troisdorf?) zerren müsste, oder? Den Rest des Bildes finde ich, rein belichtungstechnisch, in Ordnung; insofern sehe ich da keinen Handlungsbedarf.
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Sei Dir bitte gegenwärtig, daß unser Sehsinn locker 20 EV Dynamik hat. Gelegentlich versuche ich, die in ein Bild zu zwingen und gebe meistens unterwegs auf weil es mir zu unnatürlich flau wird.
Hand aufs Herz, an dem Himmel war aber auch nix dran, daß man unbedingt ins Markttreiben (Troisdorf?) zerren müsste, oder? Den Rest des Bildes finde ich, rein belichtungstechnisch, in Ordnung; insofern sehe ich da keinen Handlungsbedarf.

Du hast recht, der Himmel war flau - nur halt nicht so absolut zeichnungslos wie auf dem Bild - und ja, das war versuchtes Zwingen :)

Der Markt ist übrigens in Mainz - ich glaube, Weihnachtsmärkte in Deutschland sehen alle gleich aus, bis auf's Wetter vielleicht. :D

Okay, dann bin ich's zufrieden und danke nochmal für deine nette Hilfe

richie
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

für sw konvertierung von digitalen farbbildern ist RAW tatsächlich das beste format.

Noch eine Frage - entwickelt man dann auf Farbe und nimmt zum Schluss nur die Saturation raus oder wählt man im RAW-Converter gleich Schwarz-Weiß?

TIA

richie
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Ah - ich habe auf automatischer Dynamik belichtet und mich darauf verlassen, dass die Messtechnik schnallt, dass ein weites Helligkeitsspektrum existiert und dann "aufdreht" Oder verstehe ich das jetzt richtig, dass im RAF-File sowieso 400% drin stecken, egal, was ich einstelle? Andersrum - schadet 300% nicht bei Motiven mit eher geringem Kontrastumfang?
Das mit dem RAF hast Du richtig verstanden. Wie gesagt, bei 300% geht es nur um die Bildkontrolle. Das was Du in der Kamera einstellst ist fast egal (alles über 100% ergibt bis ISO1000 Rohdaten mit 400% Dynamik). Wenn die Dynamik auf "auto" steht dann ist das nur für die JPEG-Engine der Kamera relevant.

Nochmal langsam, ich hoffe ich kann das vernünftig erklären...

Wenn Du ein Bild machst dann siehst Du danach (Bildkontrolle) auf dem Display der Kamera das Ergebnis. Das ist das sog. "Vorschaubild", und es ist IMMER das JPEG, dass die JPEG-Engine der Kamera aus den Rohdaten erzeugt. Auch wenn Du Raw speicherst - das Vorschaubild ist das JPEG! Und die Kameraeinstellungen wie Dynamik, Farbe, Schärfe, Kontrast (oder eben die Filmsimulation) gelten eben für das JPEG, und so wie die Kamera eingestellt ist, so sieht das Bild auf dem Kameradisplay aus (das ist übrigens bei allen Kameras so).

Das Vorschaubild wird in die Rohdaten eingebettet (es hat eine niedrige Auflösung von ca. 2mpx, was für das Kameradisplay völlig reicht) damit der/die/das Rawconverter der Wahl nicht die kompletten Rohdaten durchackern muss um die Miniatur-Vorschauansichten (Thumbnails) anzeigen zu können. Nochmal zur Sicherheit: wenn Du Dir eine Aufnahme auf dem Kameradisplay anschaust dann sieht Du das JPEG - auch wenn Du gar nicht JPEG speicherst, sondern nur Raw. OK?

Weiter. Ich unterstelle, man(n) will nach rechts belichten um den bestmöglichen Rauschabstand zu haben und dabei Spitzlichter (Überbelichtungen) vermeiden. Daher verwende ich zur Bildkontrolle immer nur die Spitzlichtanzeige (die Histogramme der S5pro sind ein Scherz). Dann gilt: blinkts im Display, war die Belichtungszeit zu lang. Im Display ist aber das JPEG, das mit den jeweiligen Kameraeinstellungen erzeugt wird. Stelle ich die Kamera also auf 300% Dynamik blinkt die Spitzlichtanzeige entsprechend früher, obwohl in den Rohdaten noch Reserve nach oben vorhanden ist.

Aber wie ich schon schrieb: an der Obergrenze des Dynamikbereichs gibt es Verfärbungen, und die will ich nicht. Daher 300% Dynamik für die Bildkontrolle auf dem Display. Sebastian (pulsedriver) verwendet 230%, weil zu viel "nach rechts belichten" auch nicht gut ist (deckt sich mit meinen Erfahrungen). Es wird dann einfach zu schwer aus den hellsten Bereichen noch vernünftig Zeichnung rauszuholen, von den Farbverfälschungen mal abgesehen.

Oh Du meine Güte, ist das ein Roman geworden... :dizzy:
 
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Noch eine Frage - entwickelt man dann auf Farbe und nimmt zum Schluss nur die Saturation raus oder wählt man im RAW-Converter gleich Schwarz-Weiß?
Das kommt wiederum auf den Rawconverter an. Sättigung (das ist das deutsche Wort für Saturation, so viel Zeit muss sein;)) rausnehmen ist nicht unbedingt das gleiche wie eine Umstellung auf s/w - in Adobe Lightroom werden z. B. die einzelnen Farbkomponenten bei einer s/w "Entwicklung" ein wenig verschoben. Damit lassen sich dann in Software Farbfiltereffekte nachahmen.
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Jetzt hab ichs wohl verstanden - danke dir nochmal!

richie
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Das kommt wiederum auf den Rawconverter an. Sättigung (das ist das deutsche Wort für Saturation, so viel Zeit muss sein;)) rausnehmen ist nicht unbedingt das gleiche wie eine Umstellung auf s/w - in Adobe Lightroom werden z. B. die einzelnen Farbkomponenten bei einer s/w "Entwicklung" ein wenig verschoben. Damit lassen sich dann in Software Farbfiltereffekte nachahmen.

Bedeutet das, dass man, auf Farbe entwickelt, diese Filter nicht nutzen kann? Entwicklung auf SW verwirft dann wohl die Farb-Daten, nehme ich an?

greets
richie
 
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gluehlampentest.jpg


So, das war mal ein schneller Test und ich denke, ich habe es jetzt verstanden.

Bei dem Bild habe ich auf die Glühbirne belichtet, 300% Dynamik eingestellt und bei 200 ISO abgedrückt. Das jpg zeigte die Birne und ein Stück überstrahlte Kette.

Entwickelt habe ich unspektakulär in Elements, 4 Stops drauf gepackt und noch ein paar Schieber leicht verrückt - das Ergebnis steht oben - nicht mal die Ränder der Birne sind ausgefranst.

Prima, danke an alle Helfer

richie
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Bedeutet das, dass man, auf Farbe entwickelt, diese Filter nicht nutzen kann? Entwicklung auf SW verwirft dann wohl die Farb-Daten, nehme ich an?
Was Du damit im Rawconverter machst ist völlig egal, erst wenn Du ein JPEG aus dem Rawconverter sind die Informationen weg. Und Du wirst ja hoffentlich nicht Deine Originale (RAF) löschen wenn Du daraus ein JPEG gemacht hast... :)
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Was Du damit im Rawconverter machst ist völlig egal, erst wenn Du ein JPEG aus dem Rawconverter sind die Informationen weg. Und Du wirst ja hoffentlich nicht Deine Originale (RAF) löschen wenn Du daraus ein JPEG gemacht hast... :)

:) Nein, ich sehe nur doof aus :hehe:

Ich meinte das in dem Sinn, dass ich das jpeg, wenn es auf Farbe entwickelt wurde, mit mehr möglichkeiten nachbearbeiten kann, weil eben noch die Farbinformationen enthalten sind - so jedenfalls meine Annahme...

greets
richie
 
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AW: Ausnutzen der S5-Vorteile in der RAF-Entwicklung

Ich betrachte das JPEG im Normalfall als das Ende der Bearbeitung. Wenn ich von einem Bild eine s/w und eine Farbversion ausprobieren möchte dann wären bei mir halt 2 JPEGs das Ergebnis (in Adobe Lightroom erstelle ich stattdessen eine virtuelle Kopie der Rawdatei und "entwickle" eine Version in s/w, eine andere in Farbe).
 
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