...und immer wieder stelle ich fest, dass Musik und Fotografie eng beieinander liegen ... es ist nicht nur hören oder nicht nur sehen, es ist eine umfassende Wahrnehmung ...
Das 17. Klavierkonzert von Mozart läuft mir schon seit Wochen nach ...
Im Wald stehen bleiben, in die Bäume schauen und den Tönen zu folgen ist himmlisch ... kleine Momente werden zu grossen Erlebnissen, banales wird besonders, Einfachheit zur Vielfalt ...
Als wäre der Wald ein Orchester, jeder Baum ein Instrument und zusammen spielen sie ein wunderbares Werk, so eben wie dieses himmlische Klavierkonzert von Mozart ...
Dieser Satz kommt mir häufig in den Sinn, wenn der Kleine unsere täglichen Ausklänge ein Stück weit bestimmt ...
Den Kleinen in den Armen halten und mit der D4 fotografieren habe ich noch nicht geschafft ... das Handy tut's ...
Auf Händen tragen bedeutet Schutz bieten. Da sein, Nähe spüren lassen. Und oft braucht es keine Worte. Wärme alleine genügt, die kleinen Füsse in den Händen halten...
Manchmal vergesse ich, dass ich zwei Karten in meiner D4 habe. Und passiert es, dass ich eine herausnehme und sie vergesse wieder hinein zustecken ...
Und so finde ich dann Bilder von denen ich weiss, dass ich sie einmal gemacht habe, aber nicht mehr daran gedacht habe ...
Der Vorteil wenn man oft die gleichen Wege geht ist der, dass man Veränderungen wahrnimmt ... So auch, wenn das Wasser auf den Feldern nicht mehr ablaufen kann ...
Sehen ist nur ein Teil der Fotografie. Die Wahrnehmung ist bestimmt letztlich die Wirkung eines Bildes. Es ist wie in der Sprache. Da wäre das, was jemand sagt. Und dann wäre dann das, wie er es sagt mit seiner Mimik und seiner Körpersprache ...
Nein, so dramatisch sah es nicht aus im Original ... aber ich empfand eine eigenartige Stimmung in diesem Motiv ... aber vielleicht hatte es in diesem Moment auch nur mit mir zu tun ... letztlich ein Spiegel meiner selbst ...
Ausklang bedeutet nicht unbedingt Klarheit über den Tag zu haben. Der ist bei uns oft so intensiv, dass die Verarbeitung der Geschehnisse an einem Tag länger gehen ...
Und doch werde ich bei meinen Spaziergängen immer wieder konfrontiert mit dem Aussen, dass mir das eine oder andere hilft einzuteilen ...
Als Mozart nach seinem Parisaufenthalt eigentlich nach Salzburg zurückkehren sollte, blieb er in Mannheim hängen...
Erst Monate später als vereinbart kehrte er zu seiner Familie zurück nach Salzburg: mit viel verdientem Geld aber noch weit höheren Auslagen, einem gebrochenen Herzen und einer verlorenen Mutter ...
Die Geschichte liest sich wie ein Drama, ja es war es ja auch. Und in all den Monaten hat er nichts komponiert, meinte man. Bis man ihn fragte. Und er sagte, dass er alles im Kopf habe. Note für Note schrieb er dann auf und es entstanden über all die Eindrücke Werke von unglaublicher Intensität...
Noten im Kopf oder Bilder im Kopf ... Bilder im Kopf habe ich permanent, Geschichten auch, aber der Moment wenn mich ein Motiv erreicht lässt den Kopf ausschalten ...
Ich bin neulich über die Frage gestolpert, ob man das Gefühl des nahen Todes bei Mozarts letztem Klavierkonzert heraus höre ...
Ich kann dann darüber nachdenken, das in Moll geschriebene Klavierkonzert hören. Das Moll Tonarten für das Zuhören eher mehr Melancholie in sich tragen ist vermutlich so.... Aber so einfach ist diese Frage nicht zu beantworten. Denn letztlich bringt Musik auch Gefühle der Zuhörenden hervor, welche vielleicht mit jenem des Komponisten nur am Rande zu tun haben ... vielleicht ...
Und so bleibt die Interpretation, das Vielleicht ...
Aber gestern am späten Nachmittag war es real. Es schneite. Ich könnte nicht sagen, dass es nicht schneite und wohl jene Menschen auch nicht, welche zu dieser Zeit draussen war ...
Keine Interpretation und doch schon. Weil es meine Interpretation ist von Schneien ... und eben auch meine Interpretation von Mozart's letztem Klavierkonzert ...