Moin,
Bei einem meiner letzten Projekte (Feuerwerk) habe ich feststellen können wie vielfältig es ist so etwas festzuhalten. Da spielen Verschlusszeiten eine wichtige Rolle.
Danke für euer Feedback!
Michael
ISO und Verschlusszeit fand ich persoenlich wichtig. ISO nicht so sehr wegen der Rauschfrage, sondern bei der Frage, wie lange die Belichtungszeit ist. Ich weiss es nicht mehr aus dem Kopf, aber als ich das Nordlicht fotografieren gewesen bin, hatte ein anderer Fotograf eine Canon oder Sony, der hat selbst bei ISO800 schon schoene Farben bei Belichtungszeit X hatte, die ich bei 800 mit der selben Belichtungszeit noch nicht hatte, sondern erst bei ISO 1000 (ist jetzt zwei Jahre her, weiss es nicht mehr so genau).
Die Laenge der Belichtungszeit hat Einfluss darauf, wie das Nordlicht letztendlich aussieht auf dem Bild.
Hier ist die Belichtungszeit 15 Sekunden:
Hier 60 Sekunden:
Der Unterschied ist das Nordlicht selbst, bei der kurzen Zeit sieht man einzelne Streifen besser definiert als in der gruenen Masse bei der 60s Belichtung. Dazu kommt, dass bei der langen Aufnahme die Startrails (Sternspuren?) deutlicher sichtbar sind. Ausserdem spielt es noch eine Rolle wie hell das Nordlicht leuchtet, ob der Mond scheint und wie schnell das Nordlicht sicht bewegt. Wir haben es einmal als wahrnehmbaren breiten Streifen quer ueber den Himmel 'haengen' sehen, dann wurde es ploetzlich unheimlich hell, fing langsam an zu wabern, dann 'raste' es hin und her, wurde dunkler, leuchtete dann wieder unheimlich intensiv, alles in 20 Minuten.
Und ganz wichtig, bete, dass es keine Wolken gibt. Gibt es eine geschlossene Wolkendecke, seht ihr es nicht. Wir hatten unheimlich Glueck, drei Naechte Yellowknife, zwei komplett wolkenfrei, eine mit ein paar Wolken. Der Guide bei dem wir die Tour gebucht hatten musste die sieben Tage vor uns eine Gruppe von 40 Japanern vertroesten die eine Woche dort waren um es zu sehen und nicht ein einziges Mal eine wolkenfreie Nacht hatten.
Es kommt also drauf an, wie man die Sterne und das Licht darstellen will. Ich habe (leider erst nach meinem Trip nach Yellowknife

) eine Faustregel von einem Bekannten bekommen die wie folgt lautet (keine Ahnung warum die 600 wichtig sind, konnte er mir auch nicht sagen, weil er die Formel ebenfalls nur muendlich ueberliefert bekommen hat, sie funktioniert aber wohl):
600/Brennweite = Belichtungszeit.
Bei einem 20mm Objektiv also 600/20 = 30s, dann faengt man an die Spuren der Erddrehung deutlicher zu sehen.
Man kann ueberall im Internet lesen, dass Objektive ab f4 nicht mehr zu gebrauchen sind fuer die Fotografie vom Nordlicht, das stimmt nicht ganz. Ein Bekannter von mir hat es auch schon mit f16 fotografiert, nimmt aber eben dann auch das 'Verwaschen' des Nordlicht in Kauf. Wenn du es klar definiert haben willst, ist es besser die Blende soweit wie moeglich zu oeffnen, was die schnellere Belichtungszeit ermoeglicht.
Ich habe diese beiden Beispielbilder mit f3.5 und dem 18-105 gemacht. Wuerde ich heute wahrscheinlich so nicht mehr machen, da ich mich jetzt mehr informiert habe und mehr auf die Zeit achten wuerde um strukturiertere Nordlichter zu haben und weniger verwaschene. Leider hab ich bisher viel Aktivitaet hier verpasst dieses Jahr, man konnte es mehrere Naechte nach nur 30Min Fahrt hier so weit suedlich sehen. Und an den Wochenenden hab ich abends den Emailalarm verpennt
Mein Tipp also Objektiv soweit auf wie moeglich, Stativ, Spiegelvorausloesung, Kabel/IR-Fernbedienung und Kamera auf bulb einstellen. Was ganz wichtig ist (was ich aber leider erst draussen auf dem See gemerkt habe mit einem G-Objektiv

) auf unendlich fokussieren, manuell. Bei den alten ist es ein wenig einfacher, bei den G Objektiven muss man es vorher am besten ausprobieren. Hat man nicht auf unendlich fokussiert, sind die Sterne nicht scharf, was sie sein sollten. Sonst koennen die Startrails sehr hell und breit/dick sein.
Man muss auch aufpassen, es ist bei einigen Objektive wohl moeglich ueber unendlich hinaus zu drehen, so dass es dann auch zu Unschaerfe kommt.
Dann ganz einfach die Kamera aufbauen, das Nordlicht siehst du durch den Sucher, die Sterne nicht, also nicht wundern! Bildausschnitt suchen und dann von ISO800 (oder was auch immer du nehmen willst bzw du akzeptabel findest bei deiner Kamera, eher naeher ans Limit gehen) ausgehend versuchen die Einstellung so zu finden, dass du je nach Geschmack durch deine Belichtungszeit das Nordlicht und/oder die Sterne beeinflusst.
Und ganz, ganz wichtig: Die interne Rauschunterdrueckung bei Langzeitbelichtungen abschalten! Sonst machst du eine Aufnahme von 30 Sekunden und nachdem du den Verschluss wieder geschlossen hast, orgelt sich deine Kamera einen Wolf waehrend du voellig verwirrt auf das schwarz bleibende Display schaust und mit so einem Gesicht

, bis du es dann nach weiteren 30 Sekunden siehst.
War bei mir zumindest so bei meiner ersten Nachtaufnahme mit Lichtmalen
Nordlicht einfach nur sensationell, wir fanden es danach schwer zu beschreiben wenn uns Leute gefragt haben wie es ist. Da stammelt man nur ja, aeh, oeh, bis man sagt 'einfach nur wunderschoen'. Muss man gesehen haben, kein Bild und kein Video kann dieses Naturwunder derart intensiv beschreiben.
Viel Spass und viel Glueck.