Andacht

Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.

Helmut Elicker

Auszeit
Registriert
picture.php


Schönen Gruß
Helmut
 
Anzeigen
Hallo Helmut,

du hast dein Bild zwar ins "Bilderforum" gestellt und nicht ausdrücklich zur Diskussion "freigegeben, aber vielleicht erlaubst du dennoch ein paar Gedanken.

Ich bin nun ein paar Male an deinen Bild "hängengeblieben" und zusammen mit dem Titel hat es mich ein bißchen beschäftigt. Ich finde es ist zu viel drauf. Vor allem der Vordergrund mit seinem "Abgrund" irritiert mich. Es wirkt auf mich so, als konkurrieren das riesige beeindruckende Kirchenschiff mit dem unklaren (und trotzdem dominanten) Vordergrund und dem einzelnen Mann (im Zusammenhang mit dem Titel).

Auf den Titel bezogen, und um dem Bild etwas Ruhe zu geben, würde ich den Vordergrund wegnehmen und ein Quadrat draus machen. Wenn man das Grünzeug noch knapp drauf lässt, dann ist das Bild noch "geerdet", aber der Schwerpunkt und der Fokus liegt nun auf dem Mann vor der Kulisse.

Viele Grüße,
Jochen
 
Kommentar
Hallo Jochen,

meine Bilder können grundsätzlich immer und überall besprochen, kommentiert, kritisiert, verrissen, gelobt ... werden. Dafür bedarf es keiner weiteren Nachfrage. Wer Bilder veröffentlicht, muss auch Meinungen ertragen.

Wenn ein Bild beschäftigt, ist schon mal ein erstes Ziel erreicht.

Ähnliche Gedanken wie Du habe ich mir auch gemacht, spätestens bei der Bearbeitung. Ich halte Deine Ideen also nicht für ganz abwegig. Wie Du siehst, habe ich mich letztlich aber dafür entschieden, das Bild unbeschnitten einzustellen. Manchmal gibt es eben mehrere Alternativen, ohne dass eine falsch wäre.

Meine Alternativvariante würde übrigens so aussehen:

picture.php

Zwar nicht quadratisch, aber ich hoffe, Du akzeptierst auch Minderheitsvoten. Wenn ich wählen sollte, würde ich zur Originalversion tendieren.

Der ungeklärte Vordergrund ist übrigens das Taufbecken.

Schöne Grüße
Helmut
 
Kommentar
Deine Alternative bevorzuge ich eindeutig. Der Mann und das Kreuz sind nun das Thema. Der Fluchtpunkt liegt nun nicht mehr mittig, was dem Bild mehr Kraft verleiht.
L.G
Brigitte
 
Kommentar
Deine Alternative bevorzuge ich eindeutig. Der Mann und das Kreuz sind nun das Thema. Der Fluchtpunkt liegt nun nicht mehr mittig, was dem Bild mehr Kraft verleiht.
L.G
Brigitte

Und ich bevorzuge gerade die erste Variante, Brigitte: Das Taufbecken als Anfang dieser Szene, als Untermauerung der Szene mit dem Mann und dem Kreuz. Fast eine Trilogie oder ein roter Faden spannt sich mit den drei "Symbolen"... :)
 
Kommentar
Hallo,

wo schon über das Bild diskutiert wird.
Die Schüssel unten ist mir in der ersten Version viel zu dominant.
Das hat mir gar keinen rechten Sinn ergeben, da für mich der Blickpunkt
auf dem Gläubigen auf der rechten Seite sitzt.
Die 2te Version finde ich viel stimmiger.


Gruß
Jürgen
 
Kommentar
Ich finde beide Varianten toll, auch bei mir hat die zweite einen kleinen Vorsprung.

Ich frage mich allerdings, warum keiner genörgelt hat, als Du Dich ins Taufbecken gesetzt hast. :dizzy:
 
Kommentar
für mich sind beide versionen ein kompromiss.

beim ersten bild ist es der titel. ohne die person im vordergrund wäre das eine sehr schöne aufnahme zumal mir die sw-version gut gefällt. hier wirkt die wölbung des taufbeckens mit der wiederholung im deckengewölbe zum ende hin richtig gut. das taufbecken könnte sich in ruhe ausbreiten, ohne die komposition zu stören. im gegenteil...

das zweite bild gefällt mir so gar nicht vom format, die kirche wirkt in meinen augen gestaucht.
 
Kommentar
Für mich auch klar die erste Variante.
Nach dem Motto "ganz oder gar nicht" gefällt mir das erste Bild besser. Die zweite Version sieht so ... beschnitten aus. Das wirkt auf mich wie "der Fotograf hat im Nachhinein versucht, das Beste daraus zu machen, hat aber nicht so gut geklappt". Das erste hingegen setzt das Taufbecken bewusst ein und versucht nicht, irgendetwas zu vertuschen oder wegzumachen. Außerdem finde ich es recht interessant, es gibt dem Bild meiner Meinung nach mehr erzählerische Tiefe. Sam hat es mit der Trilogie gut getroffen.
In beiden Fällen jedoch: Coole Bearbeitung und s/w-Konvertierung!
Magst Du uns ein bisschen dazu und zu Aufnahmeparametern sagen?
 
Kommentar
Ich favorisiere die von Jochen vorgeschlagene Version. Aber es gibt – wie in den Kommentaren zum Bild deutlich wird und Helmut schon schrieb – oft mehrere „Wahrheiten“ und auch die von Helmut gefällt mir. Man kann es eh nicht allen recht machen und letztlich muss ein Bild in erster Linie seinem Autor gefallen.

Gruß,
Angelika
 
Kommentar
Vielen Dank an alle, die sich mit der Gestaltung des Bildes auseinander gesetzt und hier ins Gespräch eingebracht haben. Gerne will ich meine Gedanken dazu beitragen.

Das Bild ist bei einem Spaziergang durch Dinkelsbühl entstanden, einem mittelfränkischen Städtchen nahe zum Schwäbischen mit gut erhaltenem mittelalterlichem Stadtkern. Zu diesem mittelalterlichen Ensemble gehört das gotische Münster St. Georg. Die prägende Bausubstanz stammt überwiegend aus dem 15. Jahrhundert.

Das Licht war angenehm, bei Sonnenschein erkundeten wir das unbekannte Städtchen. Eigentlich untypisch für mich hatte ich das Stativ im Kofferraum gelassen, und so kam es, wie es kommen musste: die Kirche wurde entdeckt, sie machte Eindruck und wenigstens ein paar Innenaufnahmen standen an. Das Taufbecken bot sich da als Aufstützgelegenheit sofort an.

Von dort aus fiel mir sofort der andächtig sitzende Mann im hinteren Kirchenteil auf. Er war kein Tourist, der etwa die Kirche auf sich wirken lassen wollte. Er war gekommen, um, soweit man das von außen beurteilen kann, "kontemplativ zur Ruhe zu kommen". Ruhig und in sich gekehrt saß er da.

Das war mein fotografischer Motivkontrast: der ruhig in sich gekehrte Mann, in der riesigen Hallenkirche kaum auffallend. Das wollte ich in Szene setzen. Nun ist es das dominante Strukturmerkmal der gotischen Bauweise, dass sie im Gegensatz zur Romanik stark in die Höhe strebt. Deshalb dominieren im Bild die hohen, senkrechten Strukturen der Galeriepfeiler der Joche und der Fenster. Wie von Brigitte erkannt werden sie kombiniert mit den virtuellen Linien der Fluchten zum Altarraum hin. Insgesamt also starke geradlinige Formensprache mit dominanten senkrechten Strukturen. "Gebrochen" werden diese Linienstrukturen, wie schon durch Margot erkannt, durch das Kreuzrippengewölbe der Decke, den Mann als Hauptmotiv ... und natürlich die Rundung des Taufbeckens an der Bildbasis.

Die Signale der Rundungen halte ich gerade in diesem Bild für wichtig. Sie sollen dem Betrachter signalisieren, dass hier eben nicht allein die Architektur Thema ist, sondern, in Ergänzung, der andächtige Mann. Auch hier wieder der Kontrast zwischen der riesigen Welt einerseits, dem kleinen Mensch andererseits. Wir haben den Kontrast im Thema (große Kirche - kleiner Mensch) und den Kontrast in der Formensprache (Geraden/Senkrechte - Rundungen).

Sicherlich ist das Taufbecken am unteren Bildeingang dominant. Man könnte diese Dominanz durch Beschnitt mindern. Mit diesem Beschnitt würde man aber die Unterstützung der Senkrechten im Bild durch das volle Hochformat opfern oder zumindest verringern. Bei dieser Gestaltungsfrage steht man also vor einer Güterabwägung. Beschneide ich, verringere ich die für die Bildaussage wichtige Information: hoch, groß, beeindruckend im Kontrast zum kleinen Menschen. Meine persönliche Güterabwägung lautet: das will ich nicht, im Gegenteil. Gerade die "Höhe" macht für mich dieses Bild mit aus. Aber ich lasse andere Schwerpunktsetzungen gerne gelten.

Ich habe übrigens auch reine Architekturaufnahmen ohne Mensch gemacht. Aber nicht gezeigt. :D

Die Aufnahmedaten: D700, 14 - 24/2,8, 14 mm, 1/250 s, f 4, -1,0 LW, ISO 2.200. Entwickelt wurde in CNX2 und Photoshop CS6, die Schwarz-Weiss-Umwandlung erfolgte in Silver Efex Pro.

Schöne Grüße
Helmut
 
Kommentar
-Anzeige-
Zurück
Oben Unten