Hier noch zwei als Ergänzung, das sind Mittelformat-Dias aus Klausen Anfang der 80 Jahre:
Auf dem Markt
Das Bild ist typisch.
Die Auflösung einer modernen DSLR mit gutem Makro ist bei Kleinbild jedem Flachbettscanner der 100 oder 200 Euro Klasse überlegen, die liefern nur wenige MP tatsächliche Auflösung (meist nur 2 MP, Ausnahmen vielleicht 4 MP).
Leider ist der Dichteumfang nicht besser als beim Flachbettscanner. Das sieht man hier bei der schwarzen Jacke im Bild - abgesoffene schwarze Flecken. Ein 500 Euro Flachbettscanner wie der V700 kann das schon besser als die DSLR (ohne HDR), ein 200 Euro Filmscanner auch.
Warum ist das so? Dichte 2 heisst Faktor 100 zwischen hellster und dunkelster Stelle, Dichte 3 heisst Fakor 1000 und 4 heist 10'000. Oder anders gesagt: 1 Blende mehr Dynamikumfang entspricht genau 0,3 Unterschied bei der Dichte
In den meisten Dias steckt etwa bis Dichte 3,5 Information (je nach Film noch was mehr oder auch was weniger). Die aller, aller dunkelsten Stellen haben dabei in der Regel dicke Falschfarben (im ganz dunkeln bereich sind nicht alle Farbschichten gleich empfindlich), ausserdem ist das aller letzte bisschen Zeichnung in den Tiefen nicht für jedes Bild wichtig. Daher die Faustregel: Dichte 3 muss beim Digitalisieren von Dias vorhanden sein, wenn die Qualität stimmen soll. Wer noch 'ne leichte Unterbelichtung bei der Gelegenheit raus bringen will, braucht ein bisschen mehr.
So, jetzt denkt ihr bestimmt: Diafilme schaffen nur 7 bis 8 Blenden, DSLR 8 bis 9 Blenden Kontrast, also wo soll das Problem sein?
Das Problem ist der Diafilm, er ist steil, dh. er verstärkt den Kontrast! Ihr fotografiert ja nicht das gleiche Motiv nochmal, sondern das Dia vom Motiv! Und das ist ein gewaltiger Unterschied! Beispiel Velvia 50. Der kann Motive bis ca. 8 Blenden bewältigen. Aber: Der Film verstärkt den Kontrast, auf dem Film werden aus den 8 Blenden gewaltige 13 Blenden. Das packt 'ne DSLR nie, auch nicht, auch nicht mit RAW. Für so extreme Kontraste braucht es HDR.
Wenn ihr mit der DSLR das Dia so belichtet, dass keine Lichter absaufen, dann reichen die 8 bis 9 Blendne Kontrast, die 'ne DSLR schafft, grade mal für Dichte 2,4 bis 2,7. Das ist leider zu wenig - eben auch nur das, was 200 Euro Flachbettscanner schaffen.
BTW: Mit Negativen kein problem, da kann man ruhig zur DSLR greifen! Negative sind viel "flacher" als Dias!
Grüsse,
Sebastian