Information Alltag eines Zeitungsfotografen in den 70er Jahren

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Moin Jan
danke für den Link.
Rudolf Brass und Axel Gayk habe ich regelmäßig in dem Fotofachgeschäft von meinem Freund in Krefeld getroffen.
 
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Ja, das waren noch Zeiten …

Wie gut hatten es da die Fotografen bei Springer.
In Kettwig gab's ein Labor mit zwei Damen, die
für Entwicklung und Prints zuständig waren. Von
jedem Film machten sie einen Kontaktbogen, der
per Rohrpost an den Fotochef ging. Nach Sichtung
ging der Kontaktbogen mit per Fettstift markierten
Wünschen zurück ins Labor für Vergrößerungen.

Als mir mal mein Labor ausfiel, war es kein Thema,
daß die Kettwiger mir aushalfen – ich durfte keinen
einzigen Handschlag machen.

Außerdem gab's in Kettwig jede Menge Bildsender,
die ich per R-Gespräch oft nutzen durfte. Nur einmal
hat mich das Bild-Oberkommando schwer gerüffelt,
weil ich wohl eine Leitung zu lange blockierte.

Was am Empfänger rauskam, sah oft besser aus als
der Original-Print – warum, weiß ich bis heute nicht.

Ach ja, zum Dank gab's regelmäßig 'ne Pulle Cognac.
Damals wurde in Redaktionen ja noch gesoffen … :winkgrin:



 
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Ja, das waren noch Zeiten …



Ach ja, zum Dank gab's regelmäßig 'ne Pulle Cognac.
Damals wurde in Redaktionen ja noch gesoffen … :winkgrin:




:D...nicht nur in den Redaktionen...;)


Wer sich alte Krimis aus den 60/70er Jahren wie "Derrick" oder "Der Alte" heute anschaut, wundert sich schon, was da damals "gesoffen" und "geraucht" wurde!! :eek:

Ich kann mich besonders an eine Folge erinnern, da wartet der Kommissar Haferkamp (Hansjörg Felmy) am Flughafen an der Bar und bestellt sich ein Bier mit Schnaps nach dem anderen...
...und dann kommt die Verhaftung und ab ins Polizeiauto, natürlich er als Fahrer!

Grüße,
Jan
 
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Eine wunderbare Reportage in Bildern und Infotext über die Reportagefotografie in den 70er Jahren...:)

"Alltag eines Zeitungsfotografen in den 70er Jahren"

...unbedingt mal reinschauen, es lohnt sich! ;)

http://www.lusznat.de/cms/index.php...en-70er-jahren&catid=37:kamera-news&Itemid=59

Grüße,
Jan

Sehr schöne erzählt. Danke für den Link.

Kleine Korrektur, der Agfa Vergrößerer heisst Varioscop, Variomat war der automatische Belichtungsrahmen. Ich hab beide Geräte in funktionsfähigem Zustand noch hier.

Gruß

Stefan
 
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Sehr schöne erzählt. Danke für den Link.

Kleine Korrektur, der Agfa Vergrößerer heisst Varioscop, Variomat war der automatische Belichtungsrahmen. Ich hab beide Geräte in funktionsfähigem Zustand noch hier.

Gruß

Stefan

Ja, das stimmt.....da wurde wohl "Focomat" (Leitz Ic oder IIc) vermischt mit dem AGFA Varioscop (ein fantastischer Vergrößerer und immer noch Geheimtipp!) ,
die wohl beste Alternative zum damals (und auch manchmal heute) "unbezahlbaren" Focomat IIc....der Preis lag in den 70er bei einem klein Auto!...;)

Grüße,
Jan
 
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Danke, Jan, für den interessanten Bericht, den ich mit Freude gelesen habe.

In den 80ern habe ich als Ferienarbeit für eine Zeitungs-Redaktion dann die Fotoabzüge für den Zeitungsdruck weiterbearbeitet. Dazu wurde in einer Reprokamera der Vergrößerungs- oder Verkleinerungsmaßstab eingestellt und dann die Halbtonbilder mittels einer Rasterfolie in gerasterte Druckvorlagen umgewandelt. Dazu wurde ein Direktfotopapier namens "Agfa Copyproof" verwendet. Viele Stunden am Tag bei Rotlicht in der Dunkelkammer ...

Da werden wirklich alte Erinnerungen wach :)
 
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Ich bin heute sehr froh, dass ich Ende der 80er (noch als Schüler) Redaktionsluft atmen durfte. Bei allem Leid, was man als Lokalreporter miterlebt und allem Stress, den der Job so mit sich brachte, war es mein Traumjob und ich würde heute noch alles dafür aufgeben. Allerdings hatte man in den 90ern auch nur als festangestellter Redakteur ein Auskommen, welches bei berufstätigem Lebenspartner für Altbau-Haus und zwei Kinder reichte. Schon damals war es sehr, sehr schwer als Freier Mitarbeiter vernünftig zu leben. Heute ist der Job nahezu tot. Selbst denjenigen, die einen Redakteursposten haben, leben nicht gerade komfortabel. Dabei geht es den Verbliebenen in meiner Heimatstadt noch recht gut, nachdem die WAZ die Westfälische Rundschau aufgab und die WVW ihre Anzeigenblätter im Kreis. Ehemalige Redaktionsleiter fahren jetzt Reisbus oder halten sich anders über Wasser. Traurig. Und das alles nur, weil die Verlagshäuser nicht in der Lage waren, ihren Content erfolgreich online zu vermarkten. Die Möglichkeiten sind simpel (PDF-Abo für einen Heiermann, rechnet sich sogar besser für den Verlag als Print), aber der Zug ist weitgehend abgefahren.
Jedenfalls wird mir bei diesem Thread im wahrsten Sinne des Wortes bildlich vor Augen geführt, wie ein ganzer Berufsstand am Abgrund steht. Die Fotografen hat es da ja noch wesentlich schlimmer getroffen als die Textkollegen. Es ist traurig. Im Tageszeitungssektor geht das gute Pressefoto den Bach runter. Leider. Es tröstet nur wenig, dass es manche alten Haudegen noch schaffen, in dem Business zu überleben und ihre Qualitätsmaßstäbe aufrecht zu erhalten. Es sind leider viel zu wenige. Und ich richte mir nun ein Fotolabor daheim ein, weil ich es früher immer toll fand, wenn ich Sonntags mittags aus der Redaktion kam und die Pfoten nach Fixierer gerochen haben.
 
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Und wieder ein Grund, den ich Muttern vorhalten kann, nicht 30 Jahre eher auf die Welt gekomen zu sein... :winkgrin:

Danke fürs Teilen. :up:
 
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Bin ich der Einzige der denkt: "Was für ein Sch.... Job" ?

Stress, Termindruck und mit beiden Füssen in einem kleinen Kiez festgenagelt ... die Menschen sind verschieden.
 
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Bin ich der Einzige der denkt: "Was für ein Sch.... Job" ?

Stress, Termindruck und mit beiden Füssen in einem kleinen Kiez festgenagelt ... die Menschen sind verschieden.

Da kommt es natürlich immer darauf an, wie in jedem anderen Job auch, für welche Zeitung man gearbeitet hat. Manche hatten doch einen größeren "Wirkungskreis".

Grüße,
Jan
 
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Bin ich der Einzige der denkt: "Was für ein Sch.... Job" ?

Stress, Termindruck und mit beiden Füssen in einem kleinen Kiez festgenagelt ... die Menschen sind verschieden.

Wenn man mal das Geld vergisst, dann ist es der geilste Job überhaupt. Auf keiner anderen Art kann man seine Stadt und dessen Menschen besser kennen lernen.
 
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Auf keiner anderen Art kann man seine Stadt und dessen Menschen besser kennen lernen.

Das ist ganz sicher wahr, aber ich lebe und arbeite jetzt im vierten Land ... ich bin zuhause, wo meine Familie ist. Orte langweilen mich wie verrückt, und kaum schlage ich irgendwo mein Lager auf, schon will ich da weg. Seit fast 50 Jahren ...

Lokalreporter ist nicht mein Ding.
 
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Das ist ganz sicher wahr, aber ich lebe und arbeite jetzt im vierten Land ... ich bin zuhause, wo meine Familie ist. Orte langweilen mich wie verrückt, und kaum schlage ich irgendwo mein Lager auf, schon will ich da weg. Seit fast 50 Jahren ...

Lokalreporter ist nicht mein Ding.

Das ist eine echte Alternative!
 
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