Unsere Kurzreise startete am Freitag. Gereist bin ich mit einem guten Kumpel. Der Wetterbericht sagte für die nächsten Tage trockenes und warmes Wetter vorher, jedoch bei durchgehender Bewölklung. "Warm" meint in dem Fall ca. 2-4 Grad.
Eigentlich liegt die Durchschnittstemperatur im Februar bei -2 Grad und es wird nachts auch deutlich kälter. Uns kam es natürlich entgegen, hatten wir doch keine große Lust nur frierend und mit langen Unterhosen durch die Stadt zu rennen.
Geflogen sind wir von Basel über München, alle Flüge mit der Lufthansa. Wer wie ich selten fliegt, denkt, dass es bei Lufthansa noch etwas komfortabler zugeht als bei Billigfliegern a lá Ryan Air. Aber Pustekuchen: Eigentlich hätten wir nicht mal einen Koffer mitnehmen können, nur Handgepäck ist erlaubt. Jedes weitere Gepäckstück kostete 30€.
Da ich die D7200 mit 24-70, 105 2,8 und
Sigma 10-20 dabei hatte war auch nicht dran zu denken, die Klamotten für 5 Tage im Handgepäck unterzurkriegen. Also haben wir noch das Upgrade gekauft. Viel Platz im Flieger gab es dann auch nicht wirklich- aber hey, es waren nur ca. 2 Stunden Flug, das überlebt man ja

Etwas Angst habe ich dann doch vor meinem 10-stündigen Flug im Herbst nach Japan

Ihr merkt schon, alleine der Flug war für mich als seltenst-Flieger ein kleines Event. Ich war nicht so abgebrüht wie andere Reisende

und habe während des Starts nicht Zeitung gelesen sondern hing wie ein kleines Kind am Fenster und war fasziniert von den Kräften, die auf Mensch und Maschine wirken.
Und als wir dann erst die Wolkendecke durchbrochen hatten bot sich ein tolles Panorama. Klar, die Bilder aus Flugzeugen von Wolkendecken sind recht abgedroschen, weil man sie schon Millionen Male gesehen hat. Häufig können sie auch nicht dieses Gefühl von Grenzenlosigkeit vermitteln, dass der Passagier in diesem Moment erfährt.
Aber ich zeig es trotzdem, war einfach ein toller Moment
Gelandet sind wir am Stockholm Arlanda Airport, einer von drei Flughäfen um Stockholm. Dieser liegt ca. 35 Kilometer nördlich von Stockholm und es gibt eine sehr gute Zugverbindung, den "Arlanda Express", nach Stockholm. Der Zug fährt im 15 oder 20 Minuten Takt direkt vom Flughafen zum Hauptbahnhof in Stockholm ohne andauernd irgendwo Zwischenstopps zu machen. Das Ticket kostet 28 Kronen was ungefährt 28€ entspricht.
Positiv überrascht war ich darüber, dass es im Zug kostenloses W-LAN gab das dann auch tatsächlich funktionierte- und zwar auch bei 200 km/H. Für Nerds wie mich eine tolle Sache, musste man doch 100 Leuten in der Heimat mitteilen, dass man gelandet ist. Aber vom Thema W-Lan werde ich später noch berichten
Als wir in Stockholm ankamen, es war gegen 19 Uhr abends, liefen wir zu unserem Hotel. Dieses war aber kein normales Hotel, sondern ein Hotelschiff. Es gab auch Kojen im Stile eines Hostels mit Bad auf dem Gang und da schon die spontan gebuchten Flüge ziemlich teuer waren, waren wir froh eine günstige Unterkunft gefunden zu haben.
Das Schiff heißt
Rygerfjord und ist recht zentral gelegen.
Hier mal ein Foto unserer Kabine. Sicherlich größer als ein Zelt, aber doch recht kuschelig
Auf dem Weg zum Hotel merkt man schnell, dass das Wasser in Stockholm überall um einen herum ist.
Das beeindruckt, weil sich viele tolle Anblicke ergeben. Ich finde es aber gar nicht so leicht, diese auf ein Foto zu transportieren. Vermutlich ist das wie mit Gerüchen: Man kann sie zwar beschreiben, aber wer wirklich wissen will, wie ist es riecht, muss selbst dort gewesen sein.
Dieses Bild entstand auf dem Weg zum Hotel, es ist aus der Hand geschossen, das kleine Reisestativ war noch im Koffer.
Nikon D7200 24.0-70.0 mm f/2.8 f/2.8 35.0 mm 1/25s ISO 12800
Man sagte mir, dass man auch es auch als das "Venedig des Nordens" bezeichne. Nun gut, da ich noch nie in Venedig war und es mich dort auch nicht wirklich hinzieht müssen andere beurteilen, ob es stimmt
Abends waren wir dann ziemlich müde und beschlossen, nur einen kleinen Spaziergang durch Gamla Stan zu machen. Das ist die Altstadt von Stockholm, die auf einer eigenen Insel liegt. Von unserem Schiff waren das ca. 10 Minuten zu laufen und obwohl ich eigentlich richtig platt war, war ich schon von den vielen alten und trotzdem gut erhaltenen Häusern begeistert.
Auch dieses Bild, wie die meisten meiner Bilder, ist ohne Stativ entstanden. Mit dem 24-70 hatte ich schon genug zu schleppen. Wie [MENTION=49919]shovelhead[/MENTION] schon schrieb, reicht dies übrigens für die meisten Fotos aus, 99% meiner Bilder enstanden damit. Die anderen beiden Objektive waren eigentlich nur Ballast für meinen Rucksack

Klar, mit Stativ (es wurde ja recht früh dunkel und wir waren auch abends viel unterwegs) wären die Bilder schöner geworden, aber ich hätte noch heute Rückenschmerzen...
Nikon D7200 24.0-70.0 mm f/2.8ƒ/4.0 24.0 mm 1/40s ISO 10000
Den Abend ließen wir dann im "Wohnzimmer" unseres Hostels ausklingen- ein richtig gemütlich eingerichteter Raum mit tollem Ausblick auf das Wasser und die Stadt. Und da das Schiff ziemlich leer war, hatten wir ihn auch für uns alleine und ließen den Abend ruhig ausklingen
Bis dahin- Gute Nacht!