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Dass Arminius (seinen germanischen Namen kennen wir nicht) drei römische Legionen mit 15.000-18.000 Soldaten plus Gefolge vernichtete und ihren Feldherrn in die Selbsttötung trieb, ist tatsächlich unbestritten.
Dass er "die Germanen" vereinte, ist dagegen eine historisch unrichtige Aussage. Zum einen waren es nur vier germanische Stämme (die Cherusker, die Brukterer, die Marser und die Chatten), die sich gegen die römische Herrschaft erhoben, zum anderen war es nur ein temporäres Bündnis, welche unmittelbar nach dem Sieg gegen Varus wieder auseinanderbrach und zum dritten waren selbst die Cherusker, also Arminius' eigener Stamm, der den Kern des Aufstands bildete, alles andere als vereint hinter dem germanischen Ex-Römer, sondern vielmehr tief gespalten, was sich z. B. darin äußerte, dass Arminius Schwiegervater Segestes die Römer vor dem Aufstand vor Arminius Ränkespiel warnte (seine Warnungen stießen bei Varus auf taube Ohren) und schließlich sogar seine eigene Tochter, also Arminius Frau, an die Römer als Geisel auslieferte. Zudem gilt es als gesichert, dass Arminius selbst durch einen Attentäter aus der eigenen Verwandschaft den Tod fand.
Dass mit der "Vereinigung der Germanen" ist ein im 19. Jahrhundert geschaffener Mythos, der zunächst in Heinrich von Kleists Theaterstück "Die Hermannsschlacht" (1808) Ausdruck fand, um die preußischen Niederlagen gegen Napoleon zu verarbeiten und den Widerstand gegen die Franzosen anzutreiben. Später diente der Mythos von der germanischen Vereinigung zur Legitimation der deutschen Reichseinigungskriege (1864 gegen Dänemark, 1866 gegen Österreich und 1870-71 gegen Frankreich), um die Idee eines geeinten deutschen Nationalstaats mit einer bis in die Antike zurückreichenden historischen Tradition zu versehen, die es nie gegeben hatte. Man könnte diesen ganzen nationalen Pathos auch schlicht und einfach als Geschichtsklitterung bezeichnen, und das Denkmal bei Detmold als dessen Stein und Metall gewordene Manifestation.
Da hab ich dann doch etwas geschlampert beim komponieren.
Zuhause erst sind mir die zwei Lampen aufgefallen
Wegschneiden hatte ich bereits probiert, nimmt mir aber doch etwas Atmosphäre weg
Danke für deine Meinung
Danke für deine aufschlussreiche Antwort. Sehr interessant, dass dir die Lampen auch schon ins Auge gesprungen sind, du aber einfach zu einer anderen Bewertung gekommen bist
Ich finde es immer wieder interessant, wie unterschiedlich da manchmal die Sichtweisen sein können. Fragst du zwei Fotografen, kriegst du drei Antworten.
@are-bure-boke
Naja. das liegt wohl wie so vieles im Auge des Betrachters - ich persönlich kann das nicht wirklich beurteilen, da ich mich wenig mit Todesanzeigen beschäftige (haben die nicht eher einen relativ dünnen schwarzen Trauerrand?). Vielmehr finde ich, dass sich die Wirkung vieler Bilder deutlich verändert bei heller oder dunkler Hintergrundfarbe: Nichtzuletzt verwenden ja auch viele Fotografen zur Präsentation ihrer Werke auf ihren WebSeiten dunkle Hintergründe, und auch die Hintergründe der gängigen Bildbearbeitungsprogramme sind standardmässig eher dunkel statt weiß eingestellt - dafür muss es schon weitergehende Gründe geben als ggf. die depressive Grundstimmung ihrer Entwickler...
Aber dass Dir das Bild gefällt, freut mich natürlich sehr! Und dass jemand nun ausgerechnet den schwarzen Hintergrund kritisch bemerkt, wo ich doch seit gefühlten Ur-Zeiten nachgewiesenermaßen immer ausschließlich den selben Rahmen verwende (Gott wie langweilig!), amüsiert mich wirklich außerordentlich...
Dass er "die Germanen" vereinte, ist dagegen eine historisch unrichtige Aussage. Zum einen waren es nur vier germanische Stämme (die Cherusker, die Brukterer, die Marser und die Chatten), die sich gegen die römische Herrschaft erhoben, zum anderen war es nur ein temporäres Bündnis, welche unmittelbar nach dem Sieg gegen Varus wieder auseinanderbrach und zum dritten waren selbst die Cherusker, also Arminius' eigener Stamm, der den Kern des Aufstands bildete, alles andere als vereint hinter dem germanischen Ex-Römer, sondern vielmehr tief gespalten, was sich z. B. darin äußerte, dass Arminius Schwiegervater Segestes die Römer vor dem Aufstand vor Arminius Ränkespiel warnte (seine Warnungen stießen bei Varus auf taube Ohren) und schließlich sogar seine eigene Tochter, also Arminius Frau, an die Römer als Geisel auslieferte. Zudem gilt es als gesichert, dass Arminius selbst durch einen Attentäter aus der eigenen Verwandschaft den Tod fand.
Dass mit der "Vereinigung der Germanen" ist ein im 19. Jahrhundert geschaffener Mythos, der zunächst in Heinrich von Kleists Theaterstück "Die Hermannsschlacht" (1808) Ausdruck fand, um die preußischen Niederlagen gegen Napoleon zu verarbeiten und den Widerstand gegen die Franzosen anzutreiben. Später diente der Mythos von der germanischen Vereinigung zur Legitimation der deutschen Reichseinigungskriege (1864 gegen Dänemark, 1866 gegen Österreich und 1870-71 gegen Frankreich), um die Idee eines geeinten deutschen Nationalstaats mit einer bis in die Antike zurückreichenden historischen Tradition zu versehen, die es nie gegeben hatte. Man könnte diesen ganzen nationalen Pathos auch schlicht und einfach als Geschichtsklitterung bezeichnen, und das Denkmal bei Detmold als dessen Stein und Metall gewordene Manifestation.