Lost Places ist nicht Lost Places

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dhm

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Wer bewußt liest ist klar im Vorteil.
Da wurde ein Brauereibesuch angeboten und erste Bilder sahen vielversprechend aus, wie eben aufgegeben und verlassen. Ich bin einfach nicht mehr motiviert ungefragt in LP einzusteigen. 
Doch schon dieser Satz hätte mich hellhörig machen sollen: „ Überall entdeckt man schöne Dinge, die liebevoll zu verschiedenen Szenarien zusammengestellt wurden.“
So war es denn auch. Altes bewahrtes gekoppelt mit „inszenierten Bereichen“ die, so muss man gestehen weder stilistisch noch als fotografische Kulisse so wirklich durchgestylt waren. 
Eine kleine Gruppe Idealisten betreut die Einrichtung, was ja auch lobenswert ist. Also macht man das beste draus und ich versuche im Vorgefundenen sowas wie Bilder zu finden, die ggf. biografisches darstellen könnten oder sowas wie „Tel a Story“ auslösen. Also etwas mehr sind als nur liegengebliebenen Kram abzulichten, was man ja auch unweigerlich macht. 
Grundsätzlich arrangiere ich nichts. alles wie vorgefunden und natürlich werden meine Bilder nachbearbeitet und letztlich müssen diese nur mir gefallen. Wem sie also nicht zusagen, kann ja selber eigene Interpretationen bei einem eigenen Besuch dort erstellen.

Doch nun zu den elf Aufnahmen, die übergeblieben sind und für die es sich vielleicht doch gelohnt hat.

#12
Ich, bei der schönsten Tätigkeit, die ja die selbstgewählte Triebfeder ist… (Zugabe: Foto von meiner Weggefährtin)

 
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# 9

 
2 Kommentare
dhm
dhm kommentierte
Fantasie der Objektpfleger/innen (Das Kanapee waar so verpekt, da setzzt sich kein Model drauf)
 
volkerm
volkerm kommentierte
Nicht dein Fehler: es sieht alles sehr künstlich hindekoriert aus.
Irgendwie das Gegenteil von "lost", so wie du es im einleitenden Text bereits erwähntest.
 
So wie die Bilder ausschauen, hast Du das einzig Richtige aus der Situation gemacht. Wobei Lost Places sowieso oft schon eine morbide oder gar gruselige Atmosphäre haben. Das hier ist regelrecht theatralisch. Hat seinen eigenen Reiz! Die Bilder selbst sind aber ganz gut geworden! Schneiderpuppe neben Röntgenbild... das ist schon eine Ansage...
 
1 Kommentar
dhm
dhm kommentierte
Danke für Deine Gedanken und den Kommentar!
Ja, richtig. Oft ist schon so vieles durch Vandalismus zerstört bei den heutgen LP, dass nur noch eine nichtssagende Hülle bleibt oder man dem Chaos nur noch ästhetische Momente abgewinnen kann.
Für die Brauerei bin ich 6 ½ Std. angereist. Nachdem ich gemerkt hatte, welche "Erwartungen" nicht erfüllt wurden, habe ich versucht aus diesem Komponentenspiel Dinge und Zusammenhänge abzuleiten, die für mich Geschichten ankicken.
Wie die angesprochene Schneiderpuppe, Röntgenbild, Bibel und Heiligenikonenbildchen... das setzt schon Interpretation in Gang und ich kann sagen, im Nachhinein hat es mich mehr erfüllt, als manch eine andere Lost Places die ich erleben durfte.
 
Was es alles gibt, musste man da Eintritt entrichten?
 
1 Kommentar
dhm
dhm kommentierte
Wenn ich dazu Lust verspüre, oder die Location mich reizt oder dasjenige, was dort einmal gelebt wurde, buche ich eine Tour bei:


Die Gruppen sind überschaubar und idR. geht man sehr umsichtig miteinander um. Organisation ist gut und je nach Veranstaltervorgaben kann man bestimmte Bereiche dort verwirklichen oder eben nicht. Das wird in den Ausschreibungen auch bekannt gegeben.
Die Kosten dafür finde ich auch angemessen. Da die Teilnehmerzahl immer begrenzt ist, sind Termine schnell ausgebucht.
 
In diesem Fall stimmt der Titel.
Lost Places ist m.E. was anderes.
Und was hat das mit einer Brauerei zu tun?
 
3 Kommentare
dhm
dhm kommentierte
Sie gilt als solche weil sie leersteht und verweist war als eine "Initiative" eine Erhalt und weiterleben unterstützt hat. Sonst wäre sie schon längst wegsaniert worden.
Und von der "kleinen Brauerei" ist nur noch wenig vorhanden, wie Kessel, Abfüllanlage. Gleichzeitig wurde aber auch der Schankbereich, der Saal usw. betrieben. Einiges könnte man sicher laut Auskunft wieder so in Betrieb nehmen und funktioniert auch noch.
Es fehlen nicht die Motivation, sondern die Mittel dafür.
Und die Eigentümer, Erben sind im Ort aus welchen Gründen auch immer nicht wirklich beliebt.
 
Wuxi
Wuxi kommentierte
dhm
Na den Ärger der Anwohner kann ich verstehen. Baufällige Ruine im Ortskern. Ist ja nicht gerade ein freudiger Anblick.
 
dhm
dhm kommentierte
Sitzt wohl tiefer und die Brauerei hat ja die Umgegend mit Bier versorgt und eben die Kneipe, den Festsaal und das Schützenhaus betrieben und war als Arbeitgeber wohl, wie seinerzeit Arbeitgeber wohl waren und es gab auch viele Unterbringungen von verwundeten Soldaten die sich hier im Dachboden versteckten und Unterschlupf fanden in der Kriegszeit.
Aber so genau haben es die Erzählungen an dem Nachmittag nicht alles enthüllt. Jetzt ist es Leerstandsobjekt.

"Am Rande des Steigerwalds, nur wenige Kilometer westlich von Bamberg, steht eines der ältesten Brauhäuser Frankens. Seit 1608 wurde hier Bier gebraut – und damit reicht die Tradition der Familie Seelmann zurück in die Zeit, als Bamberg selbst gerade begann, zum Zentrum der fränkischen Bierkultur zu werden.
Und diejenigen, die sich für den Erhalt einsetzen, wußten von anwaltlichen Aufforderungen zu berichten die Fenster zu präparieren damit die Umstehenden Häuser nicht mit auf Bildern im Hintergrund erscheinen (was man sicher von Mund zu Ohr hätte netter regeln können).
Und das wir nun dort alle parkten, wurde auch mit deutlichen Blicken missbilligt... Wer weiss was da alles mitschwingt. Von außen geht das Gebäude noch und ist nur etwas runtergekommen. Und überhaupt, da kommen wieder Leute von ?¿ die hier garnicht hingehören, die engagieren sich und schleppen einen haufen seltsamer Typpen an, wer weiss schon was die dort alles so treiben ;)) ...
 
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