...gerade erst wieder ein paarmal rein- und rausgefahren. Hab leider kaum Zeit auf Borkum gehabt - hätte gern mal wieder einen Fotospaziergang auf der Insel gemacht. Ich mag die Insel und war beeindruckt wie freundlich ich dort nach ein paar Jahren Abwesenheit wieder begrüßt wurde. Die Menschen dort besitzen eine sehr angenehme und unaufgeregte Herzlichkeit.
Hab versucht, auf dem Land anzukommen, blieb aber "der Hamburger mit der spanischen Frau" - nicht bei allen, aber bei vielen noch nach Jahren. - Es sind denen die schon fremd, die einige Meter weit weg wohnen, wenn es auf der anderen Seite des Flusses ist.
In der Stadt gehört mein Lieblingscafé einem Iraner, ein anderes einem Paar aus Portugal. Italiener, Vietnamesen - alles wuselt durcheinander.
In der Stadt machst du dir einen roten Klecks auf die Nase und es ist egal; auf dem Land bist du Gesprächsstoff noch in Jahren, wenn du an der Hose nur ein Hosenbein hochgekrempelt hast.
Das hat zwar nichts mit Fotografie zu tun, aber sowohl das Leben in der Stadt als auch das Leben auf dem Land haben Vor- und Nachteile. Ich kenne Beides.
Das Leben in der Stadt bedeutet im Regelfall mehr Toleranz und Freiheiten. Auf der anderen Seite bist Du oft auf Dich allein gestellt wenn Du Probleme hast, die Stadt ist eben anonymer. Du kannst in Deiner Bude sterben und gefunden wirst Du erst nach Tagen.
Auf dem Land kann es dauern, bis Du als Außenstehender in die Gemeinschaft „aufgenommen“ wirst und Du musst Dich aktiv darum bemühen und bereit sein, dich in die Dorfgemeinschaft „einzufügen“. Dafür erfährst Du dort ungleich mehr Hilfsbereitschaft und wirkliche Einsamkeit wird Dir dann dort, vorstehendes vorausgesetzt, nicht widerfahren. Der Preis dafür ist dann natürlich weniger Toleranz für Verhalten „außerhalb der Norm“ verbunden mit einer weitaus ausgeprägteren sozialen Kontrolle. Das muss man abkönnen.
Ich denke, dass Kay und Waxman hier sehr viele Stereotype bemühen, die vielleicht eigenen und vergangenen Wahrnehmungen entsprechen. Das Leben und das Lebensgefühl auf dem Lande und in der Stadt haben sich gerade in den vergangenen Jahren deutlich verändert. Alle Dinge, die hier angeführt werden sind nicht zwingend charakteristisch für den einen oder anderen Lebensraum. In der Stadt prallen verschiedene Lebensräume aufeinander: Das Villenviertel mit genügend Platz und meist individuellem Wohneigentum ist deutlich anders als Ghetto- oder Brennpunktbereiche in der selben Stadt, in denen die Menschen von Enge, Langeweile und Trostlosigkeit erdrückt werden und dann noch die verschiedenen Misch- und Zwischenformen, zwischen den Extremen, was ist also typisch Stadt. Weniger wahrnehmbar, aber dennoch unterschiedlich sind auch Lebensformen und Sozialisierungen im ländlichen Bereich. Daher finde ich die Formen sozialer Interaktion gar nicht so entscheidend. Ich finde zum Beispiel sauberere Luft und weniger Krach sehr wichtig. Menschlich finde ich zum Beispiel wichtig, dass auf dem Land weniger Denunziantentum gelebt wird. Die Menschen haben hier genug zu tun und müssen nicht ihre Mitmenschen beobachten (wie in Städten auch aus langer Weile, Neid und anderen Motiven.) In der Stadt war ein Vorteil die durchgängig bessere Versorgung mit Waren und Dienstleistungen vor Ort. Das ist hier immer noch ein Problem, auch wenn es teilweise durch den Internethandel in jüngster Vergangenheit etwas kompensiert wurde. Mangelhaft ist auf dem Land oft die medizinische Versorgung. Probleme auf dem Land werden auch oft durch das politische Regime verursacht, das zumeist in einer städtischen Blase zu Hause ist und intellektuell keinen Zugang zum Leben der Landbevölkerung hat: Zum Beispiel ist ein sog. "49-Euro-Ticket" eine Wahnsinnserrungenschaft für Städter, Dorfmenschen können damit nicht viel anfangen. Hier braucht man Individualverkehr, der aber verteufelt wird. Die Unterschiede zwischen Stadt und Land existieren in vielen Ebenen, einfache Problemlösungen gibt es nicht.
Es ist natürlich richtig, dass sich soziales Miteinander ständig entwickelt und auch an unterschiedliche Umstände anpasst. Sowohl Stadt- als auch Landleben sind heute anders als noch vor 50 Jahren, insbesondere auch weil der Konsum von Medien aller Art heute einen ungleich größeren Einfluss hat als damals im Vergleich zum Einfluss des engeren sozialen Umfeldes. Und sicherlich gibt es zwischen Stadt und Land auch Überschneidungen und die spezifischen Lebensweisen sind nicht überall gleich. Trotzdem möchte ich bei den Punkten, die ich aufgeführt habe, nicht von „Stereotypen“ im negativen Sinne sprechen. Die Grundtendenzen die ich angesprochen habe, sind immer noch vorhanden, trotz aller relativierenden Einflüsse. Ich schreibe dies hier auch nicht als soziologischer Theoretiker, sondern aus persönlicher Erfahrung heraus. Ich bin in einem relativ kleinen Ort in der tiefen bayrischen Provinz aufgewachsen und habe dort 34 Jahre lang gelebt und lebe heute in einer Großstadt im Ruhrgebiet und habe auch in einer Großstadt im Ruhrgebiet fast 30 Jahre lang gearbeitet. Die Punkte bezüglich der unterschiedlichen Infrastruktur und deren Auswirkungen die Du ansprichst, sind nicht von der Hand zu weisen. Da gebe ich Dir recht. So ärgere ich mich regelmäßig, wenn Leser einer bekannten deutschen linksliberalen Wochenzeitung ständig gegen den Individualverkehr polemisieren. Das sind m. E. überwiegend Leute, die in der Stadt, meistens auch zur Miete wohnen und nur drei mal umfallen müssen um alles zu erreichen, was sie zum Leben brauchen und dazu mit einem gut ausgebauten ÖPNV. Die Leute haben schlicht keine Ahnung von den Erfordernissen des Landlebens. Dort kommt man ohne Auto schlicht nicht aus. Auf der anderen Seite polemisiert die Landbevölkerung oft gegen Windräder oder andere Infrastruktureinrichtungen der Erneuerbaren Energien und fordern allen Ernstes, dass Windräder in Stadtgebieten statt auf dem Land realisiert werden sollen, nur weil in Ballungsgebieten naturgemäß nun mal ein höherer Energieverbrauch herrscht als auf dem Land. Die zentralen Infrastruktureinrichtungen der Städte, die natürlich für Städter auch negative Auswirkungen haben können, wollen sie aber natürlich mit nutzen.
Abschließend weiß ich nicht, was Du mit „Denunziantentum“ meinst. Meiner Erfahrung nach wird aber auf dem Land ungleich mehr über Andere „geratscht“ wie man in Bayern sagt, als in der Stadt. Die soziale Kontrolle ist auf dem Land eindeutig ausgeprägter als in der eher anonymen Stadt. Mein Bruder lebt in einem Mehrfamilienhaus in der Münchner Innenstadt. Da kennt kaum jemand die Bewohner zwei oder drei Türen weiter.
In "meinem" Stadtteil in Hamburg kennt man sich.
Der ungefähre Kilometer bis zum Wochenmarkt bedeutet ungefähr 5X stehen bleiben und "Tach sagen".
In dem Mehrfamilienhaus kennen wir uns. Unsere Nachbarn haben Zugang zu der Wohnung und öffnen unsere Post, wenn wir unterwegs sind.
Die soziale Kontrolle in der Stadt strebt trotzdem gen Null. Jeder kann, darf und macht, was er will.
Auf dem Dorf passiert wenig. Da wird jede Gebärde, Kleidung, ... der "Fremden aus der Stadt" diskutiert - es sei denn, bei Hedwig ist der Kuchen angebrannt.
Bei der Flut von Bildern vom, aus und übers Bottwartal stellt sich mir die Frage, ob es nicht sinnvoll wäre, diese in einem eigenen Thread zusammenzufassen und dort kontinuirlich zu ergänzen. Nur als Anregung. Danke.
Mir gehts nicht um Australien, da war ich schon zweimal, mir gehts tatsächlich im die Südküste und die Grand Ocean Road.
Aber da ich die USA bis auf Weiteres aus meinen Reiseplänen gestrichen habe, rückt Australien wieder höher.
Bei der Suche nach einer einfachen Methode die Fokusverlagerung ohne Stativ mit den neuen Kameras hinzukriegen kam ich nicht weit. Alle Versuche mit Serienbild-Schaltung im Sinne von (Focus-Bracketing) waren nicht erfolgreich. Aber vielleicht habe ich etwas übersehen? In der Z7II wird unter BKT...
hmh, um alle Bäume? Kann ich auf meinem Monitor nicht erkennen. Vieleicht ein wenig um die Blätter des freistehenden Baumes. Aber das kann auch am schärfen beim verkleinern liegen.
Um den Baum ist sowas, aber auch oberhalb der Bäume am Horizint, der ist der Himmel ein kleines Stück heller. Kann Schärfen mit grossen Radius sein, wahrscheinlicher ist aber HDR Regler wie Schatten aufhellen oder ähnlich. Zum Bild selber: Gefällt. allerdings lenken mich die unruhigen Wolken oben was ab. Ich würde oben etwas abschneiden, dann fällt der Fokus noch betonter auf den Baum. So auf ca. 16:10.