Wenn die alten Kenntnisse wieder gefragt sind ...

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thrd

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Hallo,
die digitale Fotografie ist schön, die digitale Fotografie ist schnell und die digitale Fotografie macht Spaß! Es stimmt alles und ich will auch nicht mehr auch sie verzichten!

Dennoch gibt es Tage, da nehme ich mir eine Auszeit und lege die digitale Technik komplett an die Seite und besinne mich wieder an die Anfänge meiner Fotografie. Damals in den frühen 1980er konnte man von den heutigen Möglichkeiten träumen und eine Zeitautomatik wie bei der F3 war schon eine extreme Technisierung ...

Damals habe ich mit der FM-2 anfangen, mir meine Umwelt fotografisch zu erschließen (drei Nikkore: 3,5/28 - 1,8/50 - 2,5/105) und dabei viel Spaß gehabt ...

Nun ja, mit der Digitalisierung ist die FM-2 ein wenig in den Hintergrund getreten, aber niemals außer Betrieb gekommen ...

Wenn ich den Kopf frei bekommen will und nur aus Spaß am Fotografieren durch die Gegend ziehe, dann kommt die treue Begleiterin seit über 20 Jahren wieder zu ihrem Arbeitseinsatz, wie hier im Januar 2007 in Berlin:



Nikon FM-2 + AI-P 2,8/45 auf Ilford XP-2, Direktscan vom Negativ mit CoolScan V​

Eine Szene, die mich beim Umstieg von der S-Bahn in die U-Bahn irgendwie fesselte. Mit ein wenig Warten wollten sich dann die Passanten auch den Wünschen des Fotografen anpassen ...

Mir gefällt es, ich kann aber nicht erklären warum - irgendwie gibt analoge S/W-Fotografie immer noch eine andere Wahrnehmung der Dinge ab ...
 
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thrd schrieb:
Mir gefällt es, ich kann aber nicht erklären warum - irgendwie gibt analoge S/W-Fotografie immer noch eine andere Wahrnehmung der Dinge ab ...
Ich kann es nachvollziehen. Ich bin mit einer D70 richtig in die Fotografie eingestiegen, aber ich habe mir vor kurzem eine gebrauchte FM zugelegt und das Teil macht richtig Spaß!! Es ist eben etwas anders als digital zu fotografieren. Und wie bei dir scheinbar auch, stehen die beiden Arten nicht in Konkurrenz für mich.
Ich entwickle nicht selber, das ist in meiner Wohnung (viele Fenster) zu aufwendig. Aber ich habe einen Laden in Kiel, der das gut macht :up:
 
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Hallo,
ja das Gefühl kenne ich gut!
Ich möchte meine D1x und das bequeme und schnelle Arbeiten damit nicht missen und ich mache auch unterwegs und im Urlaub fast nur digitale Aufnahmen. Ich habe aber auch eine Hasselblad 501CM, mit der mache ich nur SW in 6x6, entwickle selber und mache die Abzüge auf Baryt, wie früher.
Ich geniese das, für eine Aufnahme zu "Arbeiten" und alles von Hand zu machen, dann nutze ich oft die Digitale nur wie früher eine Polaroid.
Leider fehlt mir oft die Zeit, aber jetzt kommt der lange dunkle Herbst und Winter, eine gute Zeit für die Duka.

Viele Grüße

Michael


 
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[/QUOTE]....
Eine Szene, die mich beim Umstieg von der S-Bahn in die U-Bahn irgendwie fesselte. Mit ein wenig Warten wollten sich dann die Passanten auch den Wünschen des Fotografen anpassen ...

Mir gefällt es, ich kann aber nicht erklären warum - irgendwie gibt analoge S/W-Fotografie immer noch eine andere Wahrnehmung der Dinge ab ...[/QUOTE]

Pardon, aber ich verstehe beim besten Willen nicht, was du uns damit sagen willst.
Das Bild ist ein offensichtliches Beispiel verfehlter Stadtplanung /-gestaltung, nicht mehr und nicht weniger, wieso bedurfte es der "analogenS/W-Fotografie" um dies auszudrücken, wäre das anders nicht möglich gewesen???
Versteh' mich bitte nicht falsch, ich ziehe auch ab und an mit FE, 28/50/135 und SW-Film los, aber ein Foto wird m. E. nicht dadurch besser, daß es auf "klassische" Weise entstanden ist.

lg
Axel
 
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Hm. Du schreibst doch in deiner Sig selber sinngemäß: wichtiger als die Technik ist der Kopf hinter der Kamera. Und damit widersprichst Du Dir selber....
Mir ist nicht klar, warum ein solches Bild mit der Digi nicht möglich sein sollte, schließlich ist spätestens mit dem Veröffentlichen hier das Bild digital...

Dass die Aufnahme in s/w wie eine Aufnahme vor 30, 40 Jahren wirkt, was einen gewissen Charme hat, ist die andere Sache (mir gefällt das Bild!).
 
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Hallo,

ich weis nicht warum aber mir geht es ähnlich, selbstverständlich kann man ein Bild digital in S/W umwandeln und ein Bild wird nicht besser oder interressanter als es ist.
Aber wenn ich analog fotografiere egal ob in Farbe oder S/W fühle ich mich anderes, denn man wird gezwungen nach zu denken und genau das geht mit der Digitalen etwas verloren oder man meint es.

Warum auch immer, ich nutze beides und wenn ich ehrlich bin kann ich keinen wirklichen Grund dafür nennen, aber es freut mich das ich nicht der einzige bin.

Gruss

Patrick
 
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ppwill schrieb:
Aber wenn ich analog fotografiere egal ob in Farbe oder S/W fühle ich mich anderes, denn man wird gezwungen nach zu denken und genau das geht mit der Digitalen etwas verloren oder man meint es.

Patrick, Du bist definitiv nicht allein!
 
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Ich sehe das nicht als Schwarzweiss- sondern als Graubild. Spontan hatte ich den Eindruck, dass das Bild in seinen Flächen nur drei Grauwerte hat, obwohl das Histogramm das nicht bestätigt. Straße, Häuserfronten, Straßenbahn, Uhrenskulptur, alles der gleiche Grauton. Himmel etwas heller. Ein paar dunklere Akzente. Aus.

Bin mir nicht sicher, ob das ein Plus- oder ein Minuspunkt ist. Tendiere eher zu Plus, da dadurch die triste Gesamtstimmung noch unterstrichen wird. Von der verregneten Herbstlaune direkt in die Winterdepression. Das hat schon was sehr Reales.

Es überrascht mich, dass das eine analoge Schwarzweissaufnahme ist. Ich hätte das sonst als Beispiel für glücklose Benutzung des Kanalmixers bei der Farb -> SW Konvertierung gehalten. Da das bei SW-Film ausscheidet, haben wir es sichtlich mit einem authentisch tristen Stimmungsbild zu tun. Wäre interessant, was die alten Meister dazu gesagt hätten.
 
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Nun, es ist ein Scan vom Negativ, nicht mehr und nicht weniger. Die Negativscans die ich so von meinen Negativen kenne sahen eher selten so aus wie der Abzug. Insofern weiss man auch nicht wieviel EBV da noch mitspielt.

Grüße
-- Rüdiger
 
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rstobbe schrieb:
Insofern weiss man auch nicht wieviel EBV da noch mitspielt.
Das weiss man nicht, aber mit der Nivellierung auf einen Einheitsgrauwert kann der Scanner oder die Nachbearbeitung nicht viel zu tun haben, wenn bereits das Ausgangsmaterial ein Graustufenbild ist. Dass der Coolscan Schwarzweissfilme nicht so mag, ist zwar bekannt, der XP-2 basiert aber auf Farbfilmtechnologie.

Das Einheitsgrau passiert typischerweise, wenn man eine kontrastarme Szene einfach panchromatisch abknipst (Opa hat schon gewusst, warum er da mit Gelb-, Grün- oder Orangefiltern auf die Sprünge geholfen hat) oder wenn man einfach Farbaufnahmen durch Rausnahmen der Farbe auf Schwarzweiss konvertiert. (Der Kanalmixer ahmt da die Wirkung von farbigen Filtern bei Aufnahmen auf Schwarzweissfilm nach).

In diesem speziellen Fall ist aber davon auszugehen, dass auch das Original eher in tristes Grau gehüllt war. So besehen ist die Originalstimmung richtig rüber gebracht worden.

Wie aber schon gestgestellt, hätte es dafür keiner alten Kenntnisse, keines Kopfes hinter der Kamera, keines Ansel Adams und keiner analogen Fotografie bedurft. Das hätte mit der Coolpix an den ausgestreckten Armen nicht viel anders ausgesehen.
 
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Ja, da hast Du ja recht. Aber ich habe auch schon gesehen, dass man mit EBV auch ein kontrasreiches Negativ zu Einheitsbrei bringen kann. Ich sehe auch nicht, warum man mit Film Aufnahmen machen sollte die man mit dem Sensor nicht machen könnte. Unterschiede sehe ich vielleicht auf einem ausgearbeiteten Abzug, nicht aber auf einem Bild fürs Web.

Vielleicht meinte thrd aber auch, dass er mit einer analogen Kamera ausgerüstet andere Motive entdeckt als mit einer Digitalen. Für mich schwer vorstellbar aber wer weiss ...

Grüße
-- Rüdiger
 
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moin zusammen,

das ist so ein s/w-bild an dem sich typischerweise die geister scheiden können.
eigentlich ist es nach heutiger vorstellung kein klassisches s/w motiv, da die maximalwerte kaum erreicht werden, also nicht bildgestaltend wirken. es ist die getreue wiedergabe einer ansich farbigen situation und es beinhaltet keine besondere dramatik.
wenn ich mir vorstelle die chose wäre farbig, dann befürchte ich, würde die bunte straßenbahn und die paar werbetafeln das bild 'zerfuzzeln' und die durch s/w überhöhte banalität und "grauheit" (von grauen) zerstören. das grau in grau bringt die gnadenlose banalität doch deutlich herüber und die dramatik (ja doch dramatik) moderner stadtarchitektur (sogar meine füße schlafen ein) wird spürbar.
okay, ich hab eine gewisse vorliebe für banale bilder ;-))

**durch die allgegenwärtige bilderflut sind wir als betrachter auch übberreizt. alles muß knacken, scharf und knallig sein und wenn es ton in ton zu geht, dann doch bitte so, daß uns die gefühle gleich die tränen in die augen drücken ;-)) scharf muß jede aufnahme sein, so scharf daß die ränder flimmern ..... die ganze tristesse unserer verwirkten leben lassen wir lieber ausgeblendet, und damit einen ganzen berg voll bilder aus dem wir hier eines sehen. **philosopher-mode off**

gruß
klaus
 
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vielleicht kann es mir jemand erklären, mir will das partout nicht in den schädel:

einen workflow a la

f-cam (ggf d-cam in der ecke) -> sw -> labor(!) -> scanner -> unterlassene ebv -> internet

kann ich nicht nachvollziehen ...

ich habe auch noch ein paar analoge canons rumstehen, aber außer einer 'entschleunigung' des gesamten prozesses (die ja manchmal auch hilfreich sein kann), sehe ich keinen grund die oldies zu reaktivieren. zumindest nicht im s/w-bereich, infrarot wäre etwas anderes.
 
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Ich hatte einmal für Mittelformat einen ähnlichen Workflow. Befriedigend fand ich das nicht. Mittlerweile würde ich sagen, wenn das vorrangige Ziel eine Datei ist, dann würde ich gleich digital anfangen.

Ansonsten gibt es natürlich einige gute Gründe weiterhin mit Film zu arbeiten.

Grüße
-- Rüdiger
 
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bk.968 schrieb:
einen workflow a la

f-cam (ggf d-cam in der ecke) -> sw -> labor(!) -> scanner -> unterlassene ebv -> internet

kann ich nicht nachvollziehen ...

je nach beabsichtigter sw-wirkung sehe ich auch fürs web den film als vorteilhafter an (korn/rauschen/ bearbeitungsprozedere).
ohne ebv geht das nicht. ich muß mich auch im naßlabor für belichtungszeit und papiergradation entscheiden. meine gezeigten s/w sind bearbeitet aber minimal, sprich tonwert, kontrast, nachschärfung fürs web.
die ausarbeitung fürs web ist in analog-sw der krüppel zur kommunikation.

gruß
klaus
 
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jupps... ich bin bei s/w-bildern lange in einem zwiespalt gewesen zwischen den anforderungen der betrachter (kontraste/schärfe) und dem, was ich eigentlich wollte... in der zwischenzeit sind mir die bedürfnisse der betrachter ziemlich egal... ich mache meine bilder so wie ich sie will... vielleicht liegt es auch daran, dass ich beides kann, wenn ich möchte... es ist nicht mehr, wie in den anfangszeiten, ein zufallsergebnis, sondern ein bewustes spiel mit schärfen und kontrasten.
das mag auch der grund sein, warum die bilder die man online sieht, fast immer knackscharf und hochkontrastig sind... die fotografen/bildbearbeiter sind einfach froh, das mal so hinbekommen zu haben, wie es die anderen auch machen und bleiben dann dabei, denn man bekommt ja auch viel beifall dafür...
 
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kann ja jeder halten wie ein dachdecker, nur ich habe lieber perfektes ausgangsmaterial (technisch), das ich dann künstlerisch verunstalten kann, als ein körniges und unscharfes negativ, das dann zwangsweise bleiben muss, was es ist.

nun ja, jeder soll nach seiner facon glücklich werden.
 
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bk.968 schrieb:
kann ja jeder halten wie ein dachdecker, nur ich habe lieber perfektes ausgangsmaterial (technisch), das ich dann künstlerisch verunstalten kann, als ein körniges und unscharfes negativ, das dann zwangsweise bleiben muss, was es ist.

ich habe mir sagen lassen, dass es auch scharfe negative gibt...
 
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Ich finde das Bild für gelungen. Warum? Bevor ich den Text las, glaubte ich eine Strassenszene aus der DDR in Ostberlin vor mir zu haben. Das damals im Alltag und auch in den Köpfen vorherschende Grau des ehemaligen Ostblocks kommt hier super rüber. Bevor ich gefragt werde: Nein, ich war nie in der DDR, aber in Ungarn vor der Revolution und gleich nachher in der damaligen CSR.
Genaus das ist die Kunst der Photographie, durch entsprechende Technik und Darstellung eine Eindruck zu vermitteln. Das kann dieses Bild. In Farbe/Digital wäre es wirklich eine völlig banale sinnlose Aufnahme.
 
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