daß beide Objektive (50er und 58er Nikkor) einen annähernd gleichen Schärfeeindruck bei offener Blende vermitteln.
Wenn ich mich recht erinnere, gehen die Erfahrungen der meisten anderen Nutzer in die Richtung, daß beide Objektive (50er und 58er Nikkor) einen annähernd gleichen Schärfeeindruck bei offener Blende vermitteln.
In der Tat wiedersprechen sich die MTF-Kurven von Nikon und der Praxistest von Florian insofern, als daß das 58er bei offener Blende mindestens genauso gut/schlecht sein sollte wie das 50er.
... laut Nikon ... ist das 58/1.4G dem 50/1.4G bei Offenblende unterlegen. Laut Nikon 49% statt 58% bei 30 lp/mm bis 5mm Bildkreis.
Das Interesse für die technischen Hintergründe ist unterschiedlich stark ausgeprägt.
Oder anders ausgedrückt: man kann ein gutes Objektiv schätzen, ohne die technischen Finessen genau verstehen zu wollen/ müssen. Da kommen dann schnell solche Spontanaussagen wie "gut = groß" zustande. Dürfen sich diese Interessenten nicht für ein Sigma Art interessieren? Und gibt es nicht auch Profis, die mit Objektiven lieber fotografieren, statt sich mit ihren technischen Finessen auseinanderzusetzen?
In der Tat wiedersprechen sich die MTF-Kurven von Nikon und der Praxistest von Florian insofern, als daß das 58er bei offener Blende mindestens genauso gut/schlecht sein sollte wie das 50er.
Laut DxO ist das 58/1.4G dem 50/1.4G … bei Offenblende unterlegen. Laut DxO 1300 statt 1600 lp/PH in Bildmitte…
Die maximale Kontrastempfindlichkeit liegt beim menschlichen Auge bei zirka 200 Linienpaaren pro Bildhöhe und zwischen 50 und 550 Linienpaaren pro Bildhöhe beträgt die Kontrastempfindlichkeit mindestens 50 Prozent. Für Aufnahmen mit guter Kontrastübertragung ist daher genau dieser Bereich von besonderer Wichtigkeit.
Quelle: http://de.wikibooks.org/wiki/Digita...igenschaften#Kontrastempfindlichkeitsfunktion
Sinusgitter mit 1300 Lp/BH (DxO für 1,4/58 + D800) oder 1600 Lp/PH (DxO für 1,4/50 + D800)
Verstehe ich das richtig? Der von Falk verlinkte Vergleich bei DxO zeigt Ergebnisse, die mit unterschiedlichen Meßmethoden ermittelt wurden?
Unter den beim Pixelpeeping bezogen auf die gesamte Bildhöhe des jeweiligen Fotos riesigen Sehwinkeln betrachtet, können Sinusgitter mit 1300 Lp/BH (DxO für 1,4/58 + D800) oder 1600 Lp/PH (DxO für 1,4/50 + D800) natürlich sichtbar werden. Wie praxisrelevant diese vergleichsweise riesigen Sehwinkel sind, kann man ja jeweils persönlich gewichten.
Ich persönlich finde z.B. das Konzept des 'normalen Sehwinkels' und des sich daraus ergebenden Betrachtungsabstandes wenig hilfreich. Das bedeutet aber nicht, daß es in anderen Fallen nützlich sein kann.
Experiment 2: Preferred viewing distance
In this experiment, we measured people’s preferred viewing distance for pictures of different focal lengths, magnifications, and print sizes. The results enabled us to determine whether people use consistent strategies for setting viewing distance and, if so, what those strategies are.
Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3440305/
We claim that the 50-mm rule emerged because of people’s tendency to view pictures from a distance that establishes a desirable field of view.
Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3440305/
Als Fotograf, und meine Anfänge waren zu Zeiten der analogen Fotografie, muss ein Print (fotorealistisches Positiv) immer wie ein Foto aussehen. Unabhängig vom Betrachtungsabstand. Also auch wenn man nur ein Detail des Bildes aus der Nähe betrachtet. Mit analogen Fotografien ist das problemlos möglich. Sie können dann vielleicht körnig wirken, oder nicht mehr sonderlich scharf, aber sie sehen immer noch aus wie ein Foto. Genau diesen Eindruck/Anspruch strebe ich auch bei digitalen Prints an.
Das hat, an sich, nichts mit der verwendeten Optik zu tun.
Die Leistung der Optik ist vor allem bei großen Printformaten wichtig.
To manipulate magnification, we took photographs with a 56-mm lens and printed them at 18 × 12 cm (same as the previous), and four additional sizes (6 × 4, 9 × 6, 29 × 19, and 39 × 26 cm).
We were curious to see whether these results would generalize to larger picture sizes, so we conducted a follow-up experiment with larger pictures. We created pictures with three focal lengths (22, 56, and 160 mm) and printed each at four sizes (18 × 12, 53 × 35, 73 × 49, and 100 × 67 cm).
We first asked whether the data from the follow-up experiment differed from the main experiment. A one-way ANOVA performed on the data from overlapping conditions revealed no significant effect (p = 0.53), … (Hervorhebungen: Pesch)
Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3440305/
Aber Ausnahmen bestätigen selbstverständlich auch hier die Regel: Solche Ausnahmen stellen zum Beispiel in großformatigen Bildbänden auf einer Doppelseite abgebildete Fotografien dar, die aus der normalen Leseentfernung (ca. 40 cm) dann unter Sehwinkeln von vielleicht horizontal sogar bis zu 70° betrachtet werden: http://rechneronline.de/sehwinkel/
Wenn man sich also die Details im Foto genauer anschaut, dann wirken diese mit einer besseren Optik detailreicher und präziser.
Auch das gilt nicht ausschließlich für großformatige Fotos, sondern für alle Fotos, die in einer für die Betrachtung aus der Nähe ausreichenden Druckauflösung ausgedruckt wurden.
Denn dass eine bestimmte Optik sich durch eine besonders hohe Grenzauflösung als "besser" qualifiziert, gilt höchstens für Sonderfälle, wie zum Beispiel die Auswertung von Luftaufnahmen durch hierfür speziell geschultes Personal.
Im Sinne der bildmäßigen Fotografie jedoch gehört – zumindest aus Sicht der Wahrnehmungsforschung - ein Objektiv dann zu den "besseren", wenn es bei denjenigen Ortsfrequenzen besonders hohe MTF-Werte aufweist, bei welchen auch die Kontrastempfindlichkeit unseres visuellen Systems besonders hoch ist. Und diese ist besonders hoch bei einer Ortsfrequenz von etwa 9 Perioden (oder Linenpaaren) pro 1° Sehwinkel: http://de.wikibooks.org/wiki/Digita...st.angular.frequency.in.cycles.per.degree.png
Geht man also zum Beispiel davon aus, dass die kurze Seite eines KB-Fotos unter einem Sehwinkel vom Doppelten des "Normalwinkels", also unter 54° anstatt 27° betrachtet wird, dann würde ein Objektiv aus Sicht der Wahrnehmungsforschung dann zu einem besonders hohen subjektiven Schärfeeindruck führen, wenn es bei der Ortsfrequenz von 54 x 9 = 486 Lp/PH oder 486 : 24 = 20,25 Lp/mm besonders hohe MTF-Werte aufweist. Und exakt für 20 Lp/mm geben Zeiss und Leica MTF-Werte auch an. Und exakt für den "Normalwinkel", also für 10 Lp/mm, geben nahezu alle Hersteller MTF-Werte an.
In Bezug auf die von vielen Testinstituten, wie zum Beispiel auch DxO veröffentlichten MTF50-Werte sollte man hingegen diese Grafik auf der Seite 6 dieser Broschüre von Zeiss zum Zusammenhang zwischen Objektkontrast, MTF und Bildkontrast beachten. Wie man nämlich dort sieht, steigt der Bildkontrast bei der Abbildung durch ein Objektiv mit einer MTF von 50% selbst bei einem Motivkontrast von 10 Blendenstufen nicht über einen Wert von ca. 1,5 Blendenstufen.
1,5 Blendenstufen entsprechen nun laut der diesbezüglichen Erläuterungen hier auf der Seite 6 einem Kontrast von 1 : 2^1,5 = 1 : 2,282. Und laut der ebenfalls auf dieser Seite 6 erläuterten Umrechnungsformel entspricht ein Kontrast von 1 : 2,282 einem Michelson-Kontrast von (2,282 -1) : (2,282 + 1) = 1,282 : 3,282 = 0,391.
Und in dieser hier verlinkten Grafik kann man nun nachsehen, bei welchen Ortsfrequenzen in Lp pro 1° Sehwinkel man einen Michelson-Kontrast von 0,391 überhaupt wahrnehmen kann. Denn das ist laut des in dieser Grafik veranschaulichten Zusammenhangs zwischen der Kontrastempfindlichkeit und dem Wert für den Schwellenkontrast bei denjenigen Ortsfrequenzen pro 1° Sehwinkel der Fall, bei welchen die in dieser Grafik ersichtliche Kontrastempfindlichkeit größer ist als 1 – 0,391, also ab einer Kontrastempfindlichkeit von 0,609. Und laut dieser Grafik hier erreicht die Kontrastempfindlichkeit erst bei Ortsfrequenzen unter ca. 20 Lp pro 1° Sehwinkel den Wert von 0,609.
Um den von DxO für die Kombi Nikon 1,4/50G/D800 angegebenen MTF50 Wert von 1600 Lp/PH überhaupt wahrnehmen zu können, müsste man also die Bildhöhe des entsprechenden Ausdrucks – also wohlgemerkt dessen kurze Seite - unter einem Sehwinkel von mindestens 1600 : 20 = 80° betrachten, also unter dem "Normalwinkel" x 3.
Dies zur Praxisrelevanz der MTF50-Werte von DxO für die Kombis Nikon 1,4/50G/D800 und Nikon 1,4/58G/D800 für größere Betrachtungswinkel als den "Normalwinkel", und zwar vor dem Hintergrund, dass laut dieser weiter oben verlinkten Grafik von Zeiss bei einer MTF von 50% selbst dann der Bildkontrast nicht über ca. 1,5 Blendenstufen ansteigt, wenn der Motivkontrast 10 Blendenstufen beträgt. Und dies wohlgemerkt noch ganz ohne die Berücksichtigung der weiteren kontrastmindernden Einflüsse, also zum Beispiel der MTF des Druckprozesses.
Wow! Da hast Du Dir ja richtig Mühe gemacht. Toller Vergleich!
"Usable results start only at f/2.8 – which is unfortunately exactly the point where the bokeh starts looking the same as that of the other Nikkors."
Ich sehe das 58er Nikkor außerhalb der Testnormen, als Spezialobjektiv für einen besonderen Schärfeverlauf.
"Unbrauchbar" ist es vielleicht zu bestimmten, aber längst nicht zu allen Zwecken, ein "Witz" ist es schon gar nicht. Ich jedenfalls habe am Objektiv und an den damit erzielten Resultaten jedenfalls große Freude.
Ich denke, ich bevorzuge das Sigma 50 Art, das nicht ganz so speziell ist, für meine allgemeineren Anwendungen zu einem nicht ganz so speziellen Preis.:up:
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