Ich war damals bei den Demos in Bochum dabei, als es um Lohnkürzungen und Werksschließung ging und habe fotografiert. Der marxistische Kämpfer (Betriebsratsvorsitzender) Einenkel hat sich völlig verkalkuliert. In anderen Werken hat man "heimlich" Zugeständnisse gemacht, Einenkel nicht und da war Opel Bochum platt....
Mal schauen, ob ich die Fotos noch irgendwo auf einer Festplatte finde.
Ich habe mehrere Familienmitglieder im Ruhrpott die bei Opel gearbeitet haben und damals ihr Job verloren. Die Entwicklung bei Opel war zwar vorausschaubar, aber dem Betriebsrat die Schuld zu geben an der Werkschließung ist wie immer etwas zu kurz gedacht. Es ist wie überall, die Belegschaft sollte auf ihrem Rücken die zahlreichen Fehlentscheidungen der Führung austragen.
Es war damals klar, dass Opel ein Werk zu viel hatte und die Amis eine Bude zumachen werden. Opel Bochum stand nicht ganz oben auf der Liste. Einenkel war ein echter (marxistischer) Kämpfer, obwohl er "nicht die Karten hatte" - Betriebsratsvorsitzende in anderen Werken warum dagegen biegsam wie ein Bambus und haben im Hinterzimmer und heimlich mit den Amis gekungelt.
Einenkel war naiv und war von der Solidarität der Kollegen ausgegangen, das muss man ihm eindeutig vorwerfen. - Opel ist ja nur ein Beispiel für den Niedergang im Pott. Für die Fotografen, die "Lost Places" mögen, vor allem aufgegebene Industriebetriebe ist der Pott sehr ergiebig zwischen Dortmund und Duisburg gibt es zig Plätze, wo man stundenlang knipsen kann, jetzt kommen bald noch ein paar mehr Betriebe von Thyssen dazu... alles sehr traurig.
Ich finde es trotzdem traurig, wie im Nachhinein darüber berichtet wurde und dem Betriebsrat die quasi alleinige Schuld zugeschoben wurde sowie gleichzeitig Opportunismus und Nachgiebigkeit als Tugenden im Arbeitskampf dargestellt werden. Aber auch mit einer "weichen" Haltung wäre damals früher oder später das Ende von Opel Bochum gekommen. Dabei hatte für Opel alles besser laufen können, wenn es vorher z.B. nicht die Qualitätseinbußen unter Lopez oder die Vermarktungsverbote seitens GM gegeben hätte. Die Führung hat Firma/Hauptwerk schneller in's Ende getrieben als es nötig war. Hoffentlich läuft es unter Stellantis noch ein wenig.
Aber Du hast Recht, der Markt wird sich weiter ändern und viele Zweige (u.a. Autoindustrie) werden aus Deutschland mehr und mehr verschwinden, denn fast überall anders ist es billiger zu produzieren und man kann mehr Gewinne für die Dividenden einfahren...
Meine zweite Leidenschaft, Holz.
Ich habe in den vergangenen Wochen mal wieder meine Werkstatt etwas staubig gemacht
Dickes fettes Schneid bzw. Servierbrett aus heimischem Nussbaum 70x40 cm und 55mm dick.
In dem abgebildeten Zustand sind sie giftig.