Moin,
beim Histogramm ist die Angabe der Häufigkeit der einzelnen Tonwerte relativ zweitrangig. Wichtig ist, ob das Histogramm links oder rechts abgeschnitten ist, also nicht ausläuft bzw. anstößt. Man kann auch erkennen, ob ein Bild eher unter- oder eher überbelichtet sein wird (Häufung der Tonwerte auf der linken oder rechten Seite).
Gruß Emc2
Das kann doch von Hersteller zu Hersteller völlig unterschiedlich skaliert sein. Woher weiss man z.B. , ob die Skala wirklich abgeschnitten ist? Es kann auch sein, dass die Maximalwerte oben anstoßen, ohne dass sie abgeschnitten werden.
Ich kann mir vorstellen, dass die Softwarehersteller berücksichtigen, dass die individuelle Häufigkeit der Tonwerte für die Beurteilung des Bildes keine Rolle spielt. Wesentlich sind die Häufigkeiten bzgl. der Gruppe "dunkel" und "hell" sowie die Tatsache, dass das Histogramm an den Enden beschnitten ist. Auf dieser Grundlage stellen sie ihr firmenspezifisches Histogramm zur Verfügung. ACDSee ist da sehr "offen", d. h. dass hier versucht wird, die individuelle Häufigkeit "äquivalent" darzustellen. Photoshop ist es relativ egal; ab einer Mindesthäufigkeit keine darüber hinausgehenden Angaben. Wäre mein Erklärungsansatz.
Gruß Emc2
Über die Grundlagen von Histogrammen und ihrer Interpretation im Hinblick auf ausgefressene Lichter und schwarz zulaufende Schatten hatte ich kürzlich hier schon mal etwas geschrieben:
Hallo zusammen, heute früh habe ich dieses schöne Winterbild geschossen. Habe extra ein wenig unterbelichtet, um die Lichter nicht ausfressen zu lassen. Dennoch gibt es diesen unschönen weißen Fleck, dort wo die Sonne durch die Wolken sticht. Hab mir dann das Histogramm angeschaut, aber hier...
Als Richtschnur gilt:
Es gibt 256 Häufigkeitswerte (8 Bit JPG), die so skaliert werden, dass das Maximum 1 ergibt (oben anstösst).
Es gibt mehrere Probleme damit, die wesentlicher als die Interpretation der Y-Achse sind:
Die Wandlung zu JPG verwendet ein Ton-Mapping, dass weniger Raum nach oben und unten lässt, als RAW
Die Helligkeitswerte werden aus RGB berechnet. So ein Helligkeitswert kann weit unter 255 sein, selbst wenn einzelne Werte von R, G oder B bereits bei 255 saturieren. Ich wünsche mir schon lange, dass Histogramme mit Max(R,G.B) arbeiten. Aber man kann oft RGB-Histogramme aktivieren, das hilft
Kleine, überbelichtete Bereiche im Bild (Spitzlichter) sind im Histogramm unsichtbar, solange sonstige helle Flächen nicht unterbelichtet sind.
In der Praxis führt dies dazu, dass Farben überbelichten (verblassen), oder Bilder unterbelichten (RAW hätte noch Zeichnung gehabt), obwohl das Histogramm passt.
Mein Erklärungsversuch ist Folgender: Ein Histogramm in der Fotografie ist, vereinfacht ausgedrückt, ein Balkendiagramm aus 256 Balken auf der X-Achse. Die "Höhe" der Balken auf der Y-Achse ergibt sich aus der Häufigkeit von Pixeln mit dem zugehörigen Helligkeitswert von 0 (= schwarz) bis 255 (= weiß) auf der X-Achse. Verbindet man die Balken am oberen Ende mit einer Linie, kann man das als eine "Dichtefunktion" der Helligkeitsverteilung eines Bildes ansehen. Je nach Bedarf und Hersteller gibt es RGB-, R-, G-, B- und Luminanzhistogramme, wie Falk schon schrieb. Da die Achsen zumeist nicht beschriftet werden, kann man nicht erkennen, ob es sich um absolute oder um relative Haufigkeitswerte bzw. Anteilswerte handelt. Letzteres ist eigentlich auch egal, weil für die Beurteilung der Kontrastverhältnisse eines Bildes vor allem die Balken der rein schwarzen und/oder rein weißen Helligkeitswerte am Ursprung der X-Achse links (= 0 ) und/oder an ihrem Ende rechts (=255) wichtig sind. Tritt dort eine besonders große Häufigkeit auf, zumal wenn die Balken "oben anstoßen" (nein, nicht mit einem Bierchen, wie einst ein Münchner im Himmel), ist davon auszugehen, dass es sehr viele schwarz zulaufende Schatten und/oder weiß ausgefressene Lichter gibt. Ein guter Raw-Konverter kann die rein schwarzen oder rein weißen Helligkeitswerte in den RGB-Farbraum eines JPEGs gleichsam "herauf- oder herunterziehen" und damit in gewissen Grenzen Zeichnung in die verlorenen Schatten und Lichter bringen.
Der Fotograf sollte mittels "richtiger" Belichtung und/oder Nachbearbeitung entscheiden, welche Bildwirkung für ihn subjektiv stimmig ist oder für den Verwendungszweck gut geeignet ist (z.B. Print oder Bildschirm). Aber das ist ein anderes Thema ...
Anmerkung: Ein einst genial programmierter Raw-Konverter aus dem Hause der Nik Software GmbH namens Nikon Capture NX2 besaß sogar ein Histogramm-Werkzeug für den LAB-Farbraum (ebenso das rudimentäre Capture NX-D).
Ich hatte das bewusst so formuliert, damit das ein jeder versteht. Ausser dir.
Im Falle eines Binnings in 256 Werte, und 256 Pixel-Luminanzwerten, ist zwischen den Worten Häufigkeit und Häufigkeitsdichte nicht zu unterscheiden. In anderen Fällen schon, es ändert aber nicht das Mindeste an der Korrektheit des Oben von mir Gesagten. Mach es also bitte nicht komplizierter als nötig. Du kennst das KISS-Prinzip, gelle?
Er braucht das eben. Hauptsache aber, der TO kann sich für seinen theoretischen Vortrag zum Thema Histogramm nun seine eigene Meinung bilden. Und damit steige ich aus diesem Thema aus.
Ich kann mir vorstellen, dass die Softwarehersteller berücksichtigen, dass die individuelle Häufigkeit der Tonwerte für die Beurteilung des Bildes keine Rolle spielt. Wesentlich sind die Häufigkeiten bzgl. der Gruppe "dunkel" und "hell" sowie die Tatsache, dass das Histogramm an den Enden beschnitten ist. Auf dieser Grundlage stellen sie ihr firmenspezifisches Histogramm zur Verfügung. ACDSee ist da sehr "offen", d. h. dass hier versucht wird, die individuelle Häufigkeit "äquivalent" darzustellen. Photoshop ist es relativ egal; ab einer Mindesthäufigkeit keine darüber hinausgehenden Angaben. Wäre mein Erklärungsansatz.
Gruß Emc2
Gruß
Peter
Ausgefressene Lichter im Histogramm