Ich möchte mich Lloyd anschließen und sagen: So schlecht sind die Bilder nun wirklich nicht. ... denn immerhin war er so pfiffig, sich exakt das Equipment zu kaufen, was man als Einsteiger für diese Motive sinnvoll einsetzt. ...
Da möchte ich Dir gleich zweimal widersprechen: Das verlinkte Foto IST schlecht und 4 Softboxen sind alles andere als eine sinnvolle Ausstattung für Schmuckfotos.
Solange auf glänzenden Oberflächen die Ränder und Kanten von Lichtformern völlig ungestaltet zu sehen sind und solange der Betrachter nicht erkennen kann, ob es sich bei diesen Kanten um den Lichtformer oder um die Form des Schmuckstücks handelt, ist das Foto unbrauchbar.
Auch auf einem billigen, schnellen Product-Shot muss das Produkt als solches einwandfrei erkennbar sein.
Und Softboxen mögen vllt. bei der Peoplefotografie noch irgendwie sinnvoll einsetzbar sein, aber damit eine halbwegs professionelle Einleuchtung in der Schmuck-Fotografie hinzubekommen, ist… naja, nennen wir es so: eine anspruchsvolle Aufgabe.
Hier meine Tipps:
Das A und O bei der Produktfotografie (auch bei einfachen Fotos) ist, dass das Produkt in all seinen Facetten von einem fremden Betrachter sofort erkannt wird und beurteilt werden kann. Welches Material, welche Strukturen, welche Oberflächen, welche Formen hat das Objekt? Wie fühlt es sich an, wie groß ist es, wie schwer, wie gut verarbeitet, glänzt es oder ist es halbmatt oder matt? Wodurch unterscheidet sich Silber von Platin und von Edelstahl? Leuchten geschliffene Steine oder sind sie tot?
Das alles in einem Foto zu zeigen, bedarf einer ausgeprägten Selbstkritik.
Je kritischer der Fotograf mit seinen eigenen Arbeiten ist, desto höher wird im Ergebnis die Qualität sein.
Wenn man von dem oben verlinkten Foto sagt "so schlecht ist das nicht", dann ist das zwar nett und freundlich, aber man gibt sich mit dem absoluten Minimum zufrieden, nämlich damit, dass man erkennt, dass da ein Schmuckstück liegt. Mehr nicht.