Am Mittwoch, 12. August 2026, lohnt es sich für Fotografinnen und Fotografen gleich doppelt, Kamera und Stativ bereitzuhalten. Am frühen Abend ist über Deutschland eine ausgeprägte partielle Sonnenfinsternis zu beobachten. Nur wenige Stunden später erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt – und ausgerechnet in diesem Jahr fällt dieser nahezu mit dem Neumond zusammen.
Mit ein bisschen Wetterglück an einem guten Standort könnt ihr so in ein und derselben Nacht gleich zwei der interessantesten Himmelsereignisse des Jahres erleben und fotografieren.
Erst kommt die Sonnenfinsternis
Die Sonnenfinsternis am 12. August ist global gesehen eine totale Sonnenfinsternis. Die Zone der Totalität verläuft unter anderem über Grönland, Island und Nordspanien. In Deutschland bleibt die Finsternis partiell. Der Mond bedeckt aber dennoch einen recht großen Teil der Sonnenscheibe. Die NASA hält dazu viele Informationen bereit.Je nach Standort beginnt das Ereignis in Deutschland ungefähr zwischen 19:10 und 19:20 Uhr. Das Maximum wird vielerorts kurz nach 20 Uhr erreicht.
Wie stark der Mond die Sonne bedeckt, hängt vom Standort ab. In Berlin sind es beispielsweise rund 85 Prozent, in Frankfurt rund 88 Prozent und in München knapp 89 Prozent.
Fotografisch besonders interessant: Die Sonne steht während der Finsternis bereits sehr tief. Neben der üblichen, möglichst formatfüllenden Aufnahme der Sonnensichel dürfte sich daher auch Landschaftsfotografie anbieten: Versucht doch mal, die tief stehende verfinsterte Sonne in die Bildgestaltung einzubeziehen und die Umgebung mit in Szene zu setzen. Ideal dafür ist ein Standort mit möglichst freiem Horizont in Richtung Westen bzw. Nordwesten.
Sonnenfilter nicht vergessen!
Wichtig: Bei der Sonnenfotografie geht Sicherheit vor.Während der gesamten Sonnenfinsternis darf die Sonne weder mit bloßem Auge noch ungeschützt durch einen optischen Sucher, ein Fernglas oder Teleskop betrachtet werden. Für die Beobachtung sind geeignete, zertifizierte Sonnenfinsternisbrillen erforderlich. Auch vor das Objektiv gehört ein dafür geeigneter Sonnenfilter.
Eine Totalitätsphase, während der der Filter kurzzeitig entfernt werden könnte, gibt es in Deutschland nicht.
Unser Partner Tamron zeigt, wie es geht
Im Blog unseres Partners Tamron findet ihr einen ausführlichen Leitfaden des Landschafts- und Wetterfotografen Bastian Werner.Er beschäftigt sich nicht nur mit der Wahl des Standorts, sondern zeigt auch, welche Motive sich mit unterschiedlichen Brennweiten umsetzen lassen und was bei Belichtung, Scharfstellung und Sonnenfilter zu beachten ist.
→ Tamron: Die totale Sonnenfinsternis am 12. August 2026 – ein Leitfaden für Fotografen
Insbesondere, wenn ihr bisher noch keine Sonnenfinsternis fotografiert habt (oder das schon eine Weile her ist), solltet ihr euch vorher schon mit der Technik beschäftigen, das Equipment zusammenstellen und nach einem guten Standort suchen. Am 12. August bleibt ja nur noch wenig Zeit zum Experimentieren.
Danach kommen die Perseiden
Nach Sonnenuntergang ist der Fotoabend noch lange nicht vorbei.In der Nacht vom 12. auf den 13. August erreichen die Perseiden ihren Höhepunkt. Der Meteorstrom ist zwar schon seit Mitte Juli aktiv. Am 12./13. August steigt seine Aktivität jedoch besonders stark an.
Die Perseiden entstehen, wenn die Erde auf ihrer Bahn die Staubspur des Kometen 109P/Swift-Tuttle durchquert. Winzige Teilchen treffen dabei mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre und erzeugen die weithin als Sternschnuppen bezeichneten Leuchterscheinungen.
Der Name Perseiden geht auf ihren sogenannten Radianten zurück: Verlängert man die Bahnen der Meteore gedanklich zurück, scheinen sie aus Richtung des Sternbilds Perseus zu kommen.
2026 sind die Bedingungen besonders gut
In diesem Jahr haben wir zusätzlich besonderes Glück: Am 12. August ist Neumond.Wir haben also praktisch die ganze Nacht hindurch einen dunklen Himmel zur Verfügung. So sind auch die schwächeren Meteore, die durch einen hellen Mond sonst oft überstrahlt werden, diesmal gut sichtbar.
Man liest die folgende Zahl derzeit fast überall: Für die Perseiden wird meist eine Rate von bis zu etwa 100 Meteoren pro Stunde genannt. Aber Vorsicht: Das gilt für „theoretisch perfekte Bedingungen“. Die Bedingungen an eurem Standort wie z.B. Lichtverschmutzung, Bewölkung, Horizont und die Position des Radianten beeinflussen, wie viele Meteore ihr tatsächlich sehen könnt. Also seid nicht enttäuscht, wenn es weniger als 100 sind (falls ihr überhaupt mitzählt). Die Perseiden gehören auch unter nicht 100% optimalen Bedingungen zu den zuverlässigsten Meteorströmen des Jahres.
Wann lohnt sich der Blick nach oben?
Die ersten Perseiden lassen sich bereits am Abend beobachten. Nach Mitternacht werden die Bedingungen immer besser und damit nimmt auch die Zahl der sichtbaren Meteore zu. Das eigentliche Maximum wird für die frühen Morgenstunden zwischen etwa 4 und 6 Uhr erwartet. Viele Informationen hält hierzu der VdS e.V. (Vereinigung der Sternfreunde e.V.) bereit.Perseiden fotografieren – das braucht ihr
Ihr braucht hier nicht unbedingt eine exotische Ausrüstung. Eine Kamera mit einem möglichst lichtstarken Weitwinkelobjektiv, ein stabiles Stativ und ein Fernauslöser beziehungsweise Intervalltimer reichen für den Einstieg aus.Die Kamera wird manuell fokussiert, die Blende weit geöffnet und mit mehreren Sekunden Belichtungszeit gearbeitet. Statt auf die eine Sternschnuppe zu warten und im richtigen Moment auszulösen, empfiehlt es sich, die Kamera über längere Zeit kontinuierlich Aufnahmen erstellen zu lassen.
Interessanter werden die Bilder meistens dann, wenn nicht nur Himmel zu sehen ist. Ein Baum, eine Landschaft, ein Gebäude oder eine andere markante Silhouette gibt dem Foto einen Bezugspunkt und macht aus der dokumentierten Sternschnuppe ein gestaltetes Bild.
Und dann braucht ihr unbedingt noch etwas sehr Wichtiges: jede Menge Geduld. Eine Thermoskanne mit Kaffee oder Tee könnte auch hilfreich sein
Erst Sonne, dann Sterne
Der 12. August verspricht, einer der spannendsten Fototage dieses Sommers zu werden.Wir wünschen euch grandiose Anblicke und viele gelungene Aufnahmen. Und natürlich freuen wir uns auf eure Bilder hier in unserem Unterforum für Astrofotografie:
Sonnenfinsternis 2026: Fotos, Erfahrungen & Kameraeinstellungen
Fotos und Erfahrungen zur Sonnenfinsternis vom 12. August 2026: Kameraeinstellungen, Objektive, Sonnenfilter und Tipps aus der NF-Community.