Es ist Hochsaison und da bleibt es nicht aus, dass Sportboote und wir uns häufig näher kommen, als uns lieb ist.
Leider mangelt es auf beiden Seiten oft an Verständnis für die Situation des Anderen. Meine angelsächsischen Kollegen nennen sie WAFI*.
Da ich selbst auch segle, versuche ich nach Möglichkeit, für gegenseitiges Verständnis zu werben.
Allerdings fällt es auch mir manchmal schwer, zu verstehen, was so manche Freizeitskipper veranstalten. Da gibt es Etliche, die besser erst Segeln gelernt hätten, bevor sie sich mit einem Charterboot auf die See wagen oder Andere, die dringend eine Auffrischung der Regeln nötig hätten. Viele sind der Meinung, als Segler hätten sie immer Vorrang .
Im freien Seeraum ist das so gegenüber einem Maschinenfahrzeug. Nur wenn ich dann mit einem manövrierbehinderten Fahrzeug komme, dann sieht das anders aus. Und wenn größere Schiffe mit etwas mehr Tiefgang kommen, dann können die eventuell gar nicht ausweichen, da sie dann auf Grund laufen würden, z.B. beim Leuchtturm Kiel einlaufend, wo der Stoller Grund keinen Platz an Steuerbord lässt.
Und im Fahrwasser, auf einer Seeschifffahrtstrasse sieht das auch anders aus, was viele Segler nicht wissen.
Außerdem sollte man sich natürlich die Frage stellen, ob man bei einem z.B. 400 Meter langen Containerdampfer, der vielleicht um die 240.000 mto schwer ist auf seine Vorfahrt besteht.
Es gehört einfach auch zu guter Seemannschaft, dass man auf einander Rücksicht nimmt.
Und was soll ich in der Kieler Förde machen, wenn mit mir hunderte Segler im Revier sind ? Wem weiche ich denn dann aus ?
Aber Matthias schrieb schon ganz richtig, es gilt Verständnis auf und für beiden Seiten zu haben.
Man sollte als Segler auch wissen:
Wenn ein dicker Pott kommt und du dicht genug vor dem Bug bist, kann dich von der Brücke niemand sehen,
wenn ein dicker Pott kommt, ist der nicht sehr wendig, selbst, wenn er ausweichen wollte,
wenn ein dicker Pott kommt, kann der nicht mal eben anhalten, selbst, wenn das Kommando sofort gegeben wird, ...
Unsere Schiffe sind zwar nicht so groß, aber wesentlich schneller, als die Segel- und kleinen Motorboote, was die Freizeitskipper oft nicht auf dem Schirm haben. Und wenn ich plötzlich von 23 kn auf 5 kn reduzieren muss, weil mir im engen Fahrwasser ein Segler auf der falschen Seite entgegenkommt, gibt das einen Riesenschwell, was wiederum den Segler heftig ins Schlingern bringt. Der regt sich darüber mächtig auf und merkt noch nicht einmal, dass er selbst diese Situation heraufbeschworen hat. So geschehen z.B. in der letzten Saison an der Fischerbalje vor Borkum.
Die Hitliste der schlechten Verhaltensweisen von Freizeitskippern ist lang, meine persönlichen Top 5:
1. Fahren auf der falschen Seite des Fahrwassers oder mitten im Fahrwasser anstatt sich am Rand zu halten.
2. Plötzliche Kursänderungen im Nahbereich.
3. Kein klar nachvollziehbarer Kurs - auch wenn ein (segelnder) Segler nicht ausweichpflichtig ist, so ist er zumindest kurshaltepflichtig - wie soll der Ausweichende sonst wissen, wie er ausweichen soll?
4. Benutzen des Fahrwassers, auch wenn es gar nicht notwendig ist. Wenn ich ausserhalb des Fahrwassers genug Platz und Wassertiefe habe, sollte ich das Fahrwasser den größeren Schiffen überlassen, die darauf angewiesen sind.
5. Keine ausreichende Revierkenntnis und veraltetes Kartenmaterial. Das merken wir z.B. immer, wenn Segler durch eine Windparkbaustelle fahren wollen, die 2 Jahre zuvor noch nicht da war. Auch Freizeitskipper sind verpflichtet, sich entsprechend zu informieren und ihre Karten aktuell zu halten.
...
Offensichtlich ist es heute (m.E. zunehmend) so, dass Verkehrsregeln -ob auf den Straßen oder dem Wasser- als unverbindliche Empfehlungen betrachtet werden.
Zumindest bei mir wirkt noch (die seinerzeit gute) Ausbildung zum SBF See nach, in der uns intensiv eingebläut wurde, sich konsequent defensiv zu verhalten und und Ausweichregeln im Zweifelsfall zu eigenen "Ungunsten" auszulegen.
Und wenn man sich in der Saison z.B. im Fahrwasser von Schleimünde bewegt, kommt mir immer der Titel eines kabarettistischen Programmes in den Sinn: "Wischmeyers Logbuch der Bekloppten und Bescheuerten"
Hallo Frank!
Ja, so nach und nach kommt was. 2024 ist mein "Jahr des Urlaubs". Februar 2024 war der Antarktis-Trip mein gesamter Urlaub aus 2023 (Dank an meinen Chef, dass der das so mitgemacht hat) und jetzt im Juni war China dran. Start der Rundreise war Hongkong, das Ende war dann in Shanghai. Ich bin im Moment dabei die Fotos durchzusehen und was mir "bearbeitens- und zeigenswert" vorkommt, wird bearbeitet und dann gepostet. Ein eigenes Thema mach ich nicht auf, sondern zeige die Bilder in Themen, wo die Aufnahmen reinpassen. Einen Reisebericht, wie @Kiboko sie fertigt, werde ich im Leben nicht zustande bringen..... (oder vielleicht doch, mal sehen, dann aber ohne eingehende Erläuterungen)
Hallo Uwe,
ich freue mich über weitere Bilder oder eine Fotoreportage von Dir.
Ich muss aber auch gestehen, dass ich bei Antarktis und China im Rückstand bin.
China 2010: Noch nix
China 2012: Fotoreportage im Forum hat keine Bildverlinkung mehr und wartet auf Konvertierung auf die Heimseite
Antarktis 2014: Es gibt nur eine Kurzreportage. Da warten 41140 Auslösungen auf die Durchsicht. @Wuxi hat mich schon motiviert, vielleicht mal mit den Reiseanfang in Buenos Aires zu beginnen. Aber ich bin dann irgendwo falsch abgebogen und in Finnland 2014 gelandet ...
Somit gewähre ich Dir 10 Jahre für die Fotoreportagen.
Für die aus der Wüste sei hinzugefügt:
Bergfahrt, flußaufwärts heißt von Mündung zur Quelle, oder eben ein Teilstück von dieser Strecke;
flußabwärts = von Quelle zur Mündung
@Kay Die Segler habe ich bewusst ausgenommen, denn eine Fahrt Rhein aufwärts unter Segeln dürfte wohl unmöglich sein oder zu Problemen mit der WaPo oder den Binnenschiffern führen. Den Betrieb mit Flautenschieber habe ich dagegen unter "Sportboot" zusammengefasst.
@Wuxi könnten die Bilder auch gefallen und ihn an seine
fantastische Reise, mit traumhaft schönen Bildern, erinnern - siehe hier