Der Rheinwerk Verlag veröffentlicht diese Anleitung zu Lightroom 6. Das vorliegende Werk von Torsten Kieslich unterscheidet sich in seiner Struktur und im Aufbau nur wenig von dem Buch „Lightroom 6 und CC für digitale Fotografie“ von Scott Kelby aus dem Vierfarben Verlag. Seine Gliederung richtet sich an den Arbeitsschritten in Lightroom vom Importieren eines Fotos, über die Katalogisierung in der Bibliothek, dann der Entwicklung und letztlich der Publikation des Fotos in verschiedenen Medien.
Die Frage, sich für das eine oder andere Buch zu entscheiden, welches ist besser für mich, kann nur individuell beantwortet werden. Mir erscheint Torten Kieslichs Einführung etwas kompletter. Er behandelt zum Beispiel das Web-Modul (wie veröffentliche ich meine Fotos auf einer eigenen Internetseite) und der Verlag bietet neben den Beispielfotos, die im Buch Verwendung finden, auch eine Auswahl von 10 Video-Anleitungen von Maike Jarsetz in Deutsch zum Download an. Allerdings sind diese Anleitungen eher ein „Appetizer“, sich die kompletten Lernvideos zu bestellen, falls man das beim Kauf des Buches nicht gleich gemacht hat. Weiterhin ist das Buch dann auch keine Übersetzung aus dem Englischen, und wem die – hervorragend übersetzte – Ansprache und der Schreibstil Kelbys nicht gefällt, wird von diesem Buch nicht enttäuscht sein.
Torsten Kieslichs Schreibstil ist klar verständlich, leicht zu lesen. Alles wird unterstützt von einer guten Typografie wie man sie vom Rheinwerk-Verlag gewohnt ist und unzählbaren Abbildungen, meist Screenshots aus der Software und Beispielfotos.
Das Buch beginnt im Kapitel 1 mit einer Schnelleinführung in Lightroom. Man könnte es auch eine Anleitung für Ungeduldige und Lesefaule nennen, denn wenn man die ersten 34 Seiten gelesen hat, weiß man fast schon, wie das alles geht mit Lightroom: Installieren, importieren, organisieren, entwickeln, fertig.
Das ist nun nicht wirklich so, denn wer jetzt aufhören würde zu lesen, hätte zwar ganz gute Fotos, oft besser als sie direkt aus der Kamera kommen, aber kennt Lightroom eben nur zu 8%. (Das Buch hat 417 Seiten).
Nach dem Schnelleinstieg beginnt also das Buch erst wirklich.
Im Kapitel 2 „Grundlagen“ werden die Arbeitsfläche der Software gut erklärt und wie man sie an seine eigenen Bedürfnisse und Vorlieben anpassen kann. Ein wichtiger Abschnitt darin, der eigentlich wenig mit „Fotografie“ zu hat ist die Erklärung des Datenbankkonzepts von Lightroom. Man lernt dass der „Katalog“ eigentlich die Datenbank ist. Die Datenbank ist eine Stärke, aber auch gleichzeitig eine der Schwächen von Lightroom: sie erlaubt nicht den Zugriff von mehreren Nutzern gleichzeitig. Eine Einschränkung, die von vielen Fotostudios, die Lightroom gerne einsetzen, beklagt und gefordert wird. Für den, der ganz alleine darauf zugreift, ist das kein Problem. Die Thematik hätte man im Buch an dieser Stelle ansprechen können. Sie ist allerdings keine Schwäche des Buches, sondern der Software selbst. Der Erklärung der Datenbank folgt eine gute Aufzählung der Vorteile des RAW-Bildformats und weshalb man es nutzen sollte, so denn die Kamera diese Dateien erzeugt.
Im dritten Kapitel beginnt mit der Beschreibung des Importierens der Bilder die eigentliche Erklärung des „Workflows“, der Arbeitsschritte zum guten Foto, entweder direkt aus der Kamera, von der Speicherkarte oder direkt bei der Aufnahme, das sogenannte Tethering (aus dem englischen: anbinden).
Wenn man die Bilder nun denn in Lightroom importiert hat, gilt es im Kapitel 4 das Bibliothek-Modul kennen zu lernen. Sehr schön wird der Unterschied zwischen Ordnern im Dateisystem des Computers und der Möglichkeit, Fotos in „Sammlungen“ zu sortieren, erläutert. Filtern, Suchen, Stichwörter vergeben, alles das geschieht an dieser Stelle und der Autor lässt kein Detail des Leistungsumfangs von Lightroom aus. Ob man das dann selbst alles nutzen will, muss man für sich entscheiden.
In diesem Kapitel werden auch zwei neue Möglichkeiten von Lightroom erklärt, die es in den Vorgängerversionen so nicht gab: HDR und Panorama-Fotos erzeugen. Eigentlich würde das besser zum „Entwickeln“ passen, aber auf diese Funktionalität kann man aus beiden Modulen heraus zugreifen.
Das Kapitel 5 „Entwickeln-Modul“ ist das umfangreichste im Buch und wohl auch das wichtigste. Wer diese Möglichkeit nicht nutzen wollte, brauchte eigentlich auch Lightroom nicht. Hier lernt man aus einem Foto, das vielleicht den absolut richtigen Moment eingefangen hat, aber technisch nicht so ganz in Ordnung ist, weil Belichtung, Bildausschnitt, Weißabgleich, Farbstimmung oder Schärfe nicht so ganz optimal waren, ein besseres Bild zu erzeugen oder auch aus dem technisch einwandfreien Bild ein perfektes Foto zu erstellen. Hier gibt der Autor auch persönliche Empfehlungen. Tastaturkürzel werden erklärt, die helfen, schneller zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Einen Trick, den auch ich noch nicht kannte habe ich hier gelernt: Mit der Taste „O“ im Zuschneidewerkzeug verschiedene Gitterlinien auszuwählen.
Wer bis hierhin gelesen und geübt hat, beherrscht Lightroom jetzt zu 90%, obwohl noch einige Seiten zu lesen wären.
Das Kapitel 6 beschäftigt sich mit der Weiterbearbeitung von Fotos in Photoshop und anderen Programmen. Das ist einmal für den interessant, der Photoshop zusätzlich nutzt und für den, dem die Möglichkeiten von Lightroom zur Bildbearbeitung nicht ausreichen. So hat Lightroom ja zum Beispiel keine Ebenen, die man anlegen und getrennt bearbeiten kann. Das geht dann alles in externen Programmen und wird ausführlich erklärt am Beispiel eines Portraits.
Die verbleibenden Kapitel (Karten-, Buch-, Diashow-, Drucken- und Web-Modul) ergänzen das Buch sinnvoll. Wer den Anleitungen folgt, kann seine Fotos auf Karten verorten, in verschiedenen Layouts drucken, als Diaschau präsentieren oder auch als Webseite direkt auf einen Webserver hochladen. Viele Lightroom-Nutzer verwenden diese Module sehr selten oder auch einzelne nie. Dennoch ist es gut, eine Erklärung der Funktionalität zu erhalten, man weiß ja nie, ob und wann man das mal nutzen könnte.
Fazit:
Ein grundsolides Werk, das fünf Sterne verdient hat, absolut empfehlenswert. Wer es durchgearbeitet hat und auch das Ergänzungsmaterial nutzt, wird sehr viel Freude an Lightroom haben und schnell Anerkennung gewinnen für seine gut bearbeiteten Fotos.
Die Frage, sich für das eine oder andere Buch zu entscheiden, welches ist besser für mich, kann nur individuell beantwortet werden. Mir erscheint Torten Kieslichs Einführung etwas kompletter. Er behandelt zum Beispiel das Web-Modul (wie veröffentliche ich meine Fotos auf einer eigenen Internetseite) und der Verlag bietet neben den Beispielfotos, die im Buch Verwendung finden, auch eine Auswahl von 10 Video-Anleitungen von Maike Jarsetz in Deutsch zum Download an. Allerdings sind diese Anleitungen eher ein „Appetizer“, sich die kompletten Lernvideos zu bestellen, falls man das beim Kauf des Buches nicht gleich gemacht hat. Weiterhin ist das Buch dann auch keine Übersetzung aus dem Englischen, und wem die – hervorragend übersetzte – Ansprache und der Schreibstil Kelbys nicht gefällt, wird von diesem Buch nicht enttäuscht sein.
Torsten Kieslichs Schreibstil ist klar verständlich, leicht zu lesen. Alles wird unterstützt von einer guten Typografie wie man sie vom Rheinwerk-Verlag gewohnt ist und unzählbaren Abbildungen, meist Screenshots aus der Software und Beispielfotos.
Das Buch beginnt im Kapitel 1 mit einer Schnelleinführung in Lightroom. Man könnte es auch eine Anleitung für Ungeduldige und Lesefaule nennen, denn wenn man die ersten 34 Seiten gelesen hat, weiß man fast schon, wie das alles geht mit Lightroom: Installieren, importieren, organisieren, entwickeln, fertig.
Das ist nun nicht wirklich so, denn wer jetzt aufhören würde zu lesen, hätte zwar ganz gute Fotos, oft besser als sie direkt aus der Kamera kommen, aber kennt Lightroom eben nur zu 8%. (Das Buch hat 417 Seiten).
Nach dem Schnelleinstieg beginnt also das Buch erst wirklich.
Im Kapitel 2 „Grundlagen“ werden die Arbeitsfläche der Software gut erklärt und wie man sie an seine eigenen Bedürfnisse und Vorlieben anpassen kann. Ein wichtiger Abschnitt darin, der eigentlich wenig mit „Fotografie“ zu hat ist die Erklärung des Datenbankkonzepts von Lightroom. Man lernt dass der „Katalog“ eigentlich die Datenbank ist. Die Datenbank ist eine Stärke, aber auch gleichzeitig eine der Schwächen von Lightroom: sie erlaubt nicht den Zugriff von mehreren Nutzern gleichzeitig. Eine Einschränkung, die von vielen Fotostudios, die Lightroom gerne einsetzen, beklagt und gefordert wird. Für den, der ganz alleine darauf zugreift, ist das kein Problem. Die Thematik hätte man im Buch an dieser Stelle ansprechen können. Sie ist allerdings keine Schwäche des Buches, sondern der Software selbst. Der Erklärung der Datenbank folgt eine gute Aufzählung der Vorteile des RAW-Bildformats und weshalb man es nutzen sollte, so denn die Kamera diese Dateien erzeugt.
Im dritten Kapitel beginnt mit der Beschreibung des Importierens der Bilder die eigentliche Erklärung des „Workflows“, der Arbeitsschritte zum guten Foto, entweder direkt aus der Kamera, von der Speicherkarte oder direkt bei der Aufnahme, das sogenannte Tethering (aus dem englischen: anbinden).
Wenn man die Bilder nun denn in Lightroom importiert hat, gilt es im Kapitel 4 das Bibliothek-Modul kennen zu lernen. Sehr schön wird der Unterschied zwischen Ordnern im Dateisystem des Computers und der Möglichkeit, Fotos in „Sammlungen“ zu sortieren, erläutert. Filtern, Suchen, Stichwörter vergeben, alles das geschieht an dieser Stelle und der Autor lässt kein Detail des Leistungsumfangs von Lightroom aus. Ob man das dann selbst alles nutzen will, muss man für sich entscheiden.
In diesem Kapitel werden auch zwei neue Möglichkeiten von Lightroom erklärt, die es in den Vorgängerversionen so nicht gab: HDR und Panorama-Fotos erzeugen. Eigentlich würde das besser zum „Entwickeln“ passen, aber auf diese Funktionalität kann man aus beiden Modulen heraus zugreifen.
Das Kapitel 5 „Entwickeln-Modul“ ist das umfangreichste im Buch und wohl auch das wichtigste. Wer diese Möglichkeit nicht nutzen wollte, brauchte eigentlich auch Lightroom nicht. Hier lernt man aus einem Foto, das vielleicht den absolut richtigen Moment eingefangen hat, aber technisch nicht so ganz in Ordnung ist, weil Belichtung, Bildausschnitt, Weißabgleich, Farbstimmung oder Schärfe nicht so ganz optimal waren, ein besseres Bild zu erzeugen oder auch aus dem technisch einwandfreien Bild ein perfektes Foto zu erstellen. Hier gibt der Autor auch persönliche Empfehlungen. Tastaturkürzel werden erklärt, die helfen, schneller zum gewünschten Ergebnis zu kommen. Einen Trick, den auch ich noch nicht kannte habe ich hier gelernt: Mit der Taste „O“ im Zuschneidewerkzeug verschiedene Gitterlinien auszuwählen.
Wer bis hierhin gelesen und geübt hat, beherrscht Lightroom jetzt zu 90%, obwohl noch einige Seiten zu lesen wären.
Das Kapitel 6 beschäftigt sich mit der Weiterbearbeitung von Fotos in Photoshop und anderen Programmen. Das ist einmal für den interessant, der Photoshop zusätzlich nutzt und für den, dem die Möglichkeiten von Lightroom zur Bildbearbeitung nicht ausreichen. So hat Lightroom ja zum Beispiel keine Ebenen, die man anlegen und getrennt bearbeiten kann. Das geht dann alles in externen Programmen und wird ausführlich erklärt am Beispiel eines Portraits.
Die verbleibenden Kapitel (Karten-, Buch-, Diashow-, Drucken- und Web-Modul) ergänzen das Buch sinnvoll. Wer den Anleitungen folgt, kann seine Fotos auf Karten verorten, in verschiedenen Layouts drucken, als Diaschau präsentieren oder auch als Webseite direkt auf einen Webserver hochladen. Viele Lightroom-Nutzer verwenden diese Module sehr selten oder auch einzelne nie. Dennoch ist es gut, eine Erklärung der Funktionalität zu erhalten, man weiß ja nie, ob und wann man das mal nutzen könnte.
Fazit:
Ein grundsolides Werk, das fünf Sterne verdient hat, absolut empfehlenswert. Wer es durchgearbeitet hat und auch das Ergänzungsmaterial nutzt, wird sehr viel Freude an Lightroom haben und schnell Anerkennung gewinnen für seine gut bearbeiteten Fotos.
| ISBN: 3836234912 |