Das erste, was man dort sieht, sind unzählige Touristen am Eingang, selbst bei regnerischem Novemberwetter. Und so gehen die berühmten kämpfenden Giganten von Ignaz Platzer rechts und links des Eingangs fast unter: (#1)
Dort findet stündlich ein Wachwechsel statt, der um 12 Uhr mittags besonders pompös ausfällt. Wenn auch diese Szene nicht sehr sehenswert ist, so hatte ich doch das Glück dabei ein illustres Trio zu erwischen. Ich gebe zu, dass ich hauptsächlich wegen der jungen Dame auf den Auslöser gedrückt habe, aber der "Beifang" ist doch auch nicht schlecht: (#2)
Da ich eine Schwäche für Kirchen habe, konzentriere ich mich im Folgenden auf den Veitsdom (Katédrála sv. Víta), dessen Grundsteinlegung bereits im Jahr 1344 stattfand, die Fertigstellung jedoch erst im Jahre 1929 - wie so oft bei solch monumentalen Sakralbauten. Hier ein Blick auf den Südturm: (#3)
Die Ausmaße dieses monumentalen Gebäudes lassen sich in dieser Aufnahme der Chorseite erahnen (links wieder der Südturm): (#4)
Wirklich sehenswert sind auch die unzähligen Wasserspeier an der Fassade. Welcher Steinmetz sich hier wohl verewigt hat: (#5)
Aber jetzt geht's endlich hinein. Der Veitsdom ist ein geradezu klassisches Beispiel für gotische Architektur. Hier ein Blick auf die Decke der Vierung, die den typischen kreuzförmigen Grundriss der Kirche offenbart: (#7)
Überall in Prag gibt es Jugendstil zu bewundern, sogar im Dom. Dieses Kapellenfenster wurde 1931 im Auftrag der Banka Slavie von Alfons Mucha im späten Jugendstil (also laaange vor der Finanzkrise ;-) erstellt und zeigt Szenen aus dem Leben der heiligen Slawenapostel Kyrill und Method: (#11)
Dieses Fenster ist allerdings das einzige im Jugendstil. Viele andere wurden 1934 von Max Švabinský gestaltet und sehen eher so aus: (#12)
Der Dom hat sehr viel interessantes Interieur zu bieten. Hier die knieende Statue von Kardinal Friedrich zu Schwarzenberg: (#13)
Und hier einer der Höhepunkte: Das tonnenschwere, silberne Grabmal des heiligen Johannes von Nepomuk, der 1393 in der Moldau in Prag ertränkt wurde: (#14)
In der Kirche gibt es natürlich noch viel mehr zu sehen. Jedoch sind der Menschenandrang und die Lichtverhältnisse für das Fotografieren nicht gerade förderlich. Das war's daher.
Vielleicht noch was zur Technik: Die Innenaufnahmen sind alle mit einer D700 aus der Hand geschossen und mit CNX2 bearbeitet worden (Schatten aufhellen und Gamma reduzieren). Das meistverwendete Objektiv war das 14-24/2.8.
Tolle Bilder.
Besonders die Innenaufnahmen im Dom - trotz Schuddelwetters wirkt er recht hell - täuscht das, oder ist der wirklich so lichtdurchflutet?
Tolle Bilder.
Besonders die Innenaufnahmen im Dom - trotz Schuddelwetters wirkt er recht hell - täuscht das, oder ist der wirklich so lichtdurchflutet?
Der helle Eindruck entsteht hauptsächlich durch die Bearbeitung. Alle Bilder wurden mit 14 Bit aufgenommen. Das erlaubt das kräftige Aufhellen der Schatten in CNX2, ohne allzu starkes Rauschen zu erhalten. Damit der optische Gesamteindruck wieder stimmt, habe ich dann in der Tonwertkurve das Gamma wieder reduziert. Im Prinzip funktioniert das wie ein Pseudo-HDR, allerdings erspare ich mir die Erstellung verschieden belichteter Dateien und das Gefummel mit einer separaten HDR-Software. Die D700 und CNX2 machen's möglich!
Eine Voraussetzung ist allerdings unumgänglich: Ein total bewölkter Himmel wirkt wie ein gewaltiger Diffusor und sorgt hier für eine gleichmäßige Ausleuchtung. Ich fotografiere öfters in Kirchen und weiß daher, dass die Dynamik bei strahlendem Sonnenschein auch mit dieser Technik nicht zu bewältigen ist.