Hallo Stephanie,
ein Tip für das nächste Portrait: Das größte Problem dieses Bildes ist nicht Schärfe und Blässe, sondern Makeup & Licht. Zum Makeup wurde in anderen Freds ja bereits alles gesagt.
Beim Licht ist es so, dass hier eine wohldosierte Portion Licht von vorne fehlt. Das extreme Seitenlicht betont die Lachfalten und die Augenhöhlen sehr; das ist unvorteilhaft für das Model. Deine Kontrasterhöhung in der Bearbeitung hat diesen Makel noch erhöht. Für eine Beautyretusche hättest Du aber genau das Gegenteil machen müssen.
Zur Pose: Die Runzeln am Hals lassen sich am einfachsten durch eine andere Pose erreichen: Lass das Model sich leicht vornüberbeugen und dann in die Kamera schauen, dass glättet den Hals. Alternativ kann sie den Kopf auf den Hals stützen oder den Kopf leicht heben und zu einer der oberen Ecken aus dem Bild schauen. Auch das streckt den Hals.
Ein weiterer Versuch wäre, das Model nicht lächeln zu lassen, sondern sinnierend an der Kamera vorbei. Das wirkt je nach Gesichtsausdruck nachdenklich, melancholisch oder sinnlich. Insgesamt werden die Portraits dadurch ínteressanter und wirken nicht so nach dem üblichen "Cheese"-Bildchen.
Nochwas zum Licht: Wenn Du kein professionelles Studioequipment zur Verfügung hast (wer hat das schon?), dann solltest Du auch nicht versuchen, Studiobilder nachzuahmen. Das ist zum Scheitern verurteilt. Versuch lieber Deine Shootings an Orte zu verlegen, die von vornherein genug Licht haben. Bei dem grauen Novemberwetter brauchst Du Dir z.B. über harte Schatten keine Gedanken zu machen. Das hat Vorteile - nutze sie.
Viel Erfolg!