Office-News: Launch der Version 1.0 durch Euro-Office :: begleitet durch heftige Kontroversen

d-hubs

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Das Unbehagen, sich ganz auf Microsoft verlassen zu sollen, zieht momentan ja immer weitere Kreise: Es gibt immer neue Initiativen, Ansätze oder Projektmeldungen - auch und gerade im Office-Bereich. Schwer da noch den Überblick zu behalten: Es geht in der Debatte um "Digitale Souveränität" - und natürlich um "Unabhängigkeit, Transparenz" und auch Open Source und nicht zuletzt Lizenzkosten sind ein Thema: Die Diskussion sie ist in vollem Gange - und ja: Mittlerweile gibts ein erstes Release - von Euro-Office (die Version 1.0). Begleitet von Diskussionen, Auseinandersetzungen und Konflikten.


Guten Abend liebe Community,

Vor einiger Zeit hat sich ein neues Projekt namens „Euro-Office“ auf den Weg gemacht: beteiligt darunter Ionos und Nextcloud. Ziel ist eine quelloffene Office-Suite, die die genannten Aspekte konkret umsetzt. Die Akteure setzen dabei auf einen Fork des seit 2009 bestehenden OnlyOffice. Das versprochene Thema "Digitale Souveränität" nimmt diese Woche konkrete Formen an – und wird gleichzeitig von heftigen Kontroversen begleitet.

Euro-Office ist da mit einem Launch (Version 1.0): Das von Nextcloud, Ionos und nun auch Tuta getragene Projekt Euro-Office hat gestern - also pünktlich zum 9. Juni 2026 seine erste stabile Version veröffentlicht . Es handelt sich um eine webbasierte, kollaborative Suite (Docs, Tables, Präsentationen), die auf einem Fork von OnlyOffice basiert. Ziel ist eine echte, in Europa gehostete Alternative zu Microsoft 365 und Google Workspace. Nextcloud integriert es ab sofort in seinen Hub 26, Desktop-Apps sollen im Spätsommer folgen .

Aber - in der Office-Welt gibt's mächtigen Gegenwind: - massiven Gegenwind von der DocumentFoundation (TDF) geäußert in einem Offnene Brief von der Document Foundation (TDF)

Noch vor dem offiziellen Start hat die Document Foundation (also sozusagen der Hüterin von LibreOffice) eine vernichtende offene Kritik veröffentlicht:

- "Falsche Behauptungen": Die Marketingaussage, Euro-Office sei im Grunde ja das "erste europäische Open-Source-Office", sei historisch falsch (OpenOffice gab es bereits 2001) .
- "Falsches Dateiformat" (Der Haupttreffer): Euro-Office setzt ja standardmäßig auf Microsofts OOXML (DOCX, XLSX). Die TDF wirft den Betreibern vor, damit zu "de-facto zu einem Verbündeten von Microsoft" zu werden, statt das wirklich offene ODF-Format zu nutzen. Das untergrabe genau die versprochene "Digitale Souveränität" . Da liegt also richtig viel Konflikt in der Luft. Doch es gibt noch noch mehr davon... Auch intern hat LO jede Menge zu verarbeiten.

Die interne Krise: LibreOffice steht m.E. massiv unter Druck: Während Euro-Office angreift, ist das eigene Lager ziemlich geschwächt. Die TDF steckt imho in einer tiefen Vertrauenskrise. Collabora berichtete schon vor Monaten, dass die Foundation über 30 Core-Entwickler (darunter 7 der Top-10-Contributer) ausgeschlossen hat. Hmmm - die Stimmung ist ziemlich vergiftet, was die Schlagkraft des etablierten LibreOffice erheblich lähmt. Sehr sehr schade!

Was machen wir als User .. Ich setz schon seit Jahren auf LibreOffice .

Aber es sieht echt so aus, als wäre hier im Grunde ein echter strategischer Showdown im Gange. Die technologisch moderne, aber formatpolitisch umstrittene Lösung (Euro-Office) trifft auf die ideologisch reine, aber organisatorisch angeschlagene Institution die DocumentFoundation. Denke mal dass die nächsten 12 Monate zeigen werden, ob sich der Markt für "Digitale Souveränität" für das moderne UI oder das reine Open-Source-Format entscheidet.

weitere Links & Hinergründe:


Euch allen auf dem Nikon-Forum nun noch einen schönen Abend,

Viele Grüße
 
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Ich bin schon über 20 Jahre auf der Open Office-Schiene... habe 2004 sogar ne Box-Version von Star-Office gekauft ;-)

Aktuell bin ich mit Libre Office ziemlich zufrieden. Mir fehlt da nix, im Gegenteil. Ich habe immer Angst, Ausschlag zu kriegen, wenn ich beruflich MS Office nutzen soll. Ich hoffe sehr, dass Libre Office nicht den Bach runtergeht. Das Euro-Office-Projekt ist natürlich interessant, aber ich fände es aber sinnvoller, ein Projekt wie Libre Office kommerziell zu supporten, um besorgten Beamten den Wind aus den Segeln zu nehmen. Wobei mir schon einleuchtet, dass Großkunden wie Behörden einen gut aufgestellten Support benötigen.
Die Vorbehalte gegen Euro-Office kann ich gut verstehen. Angetrieben von Konzernen, die das gewiss nicht ohne kommerzielle Hintergedanken machen. Ist ja ok, wir müssen alle Geld verdienen. Aber dann bitte transparent und nicht durch die Hintertür. Dann browser-basiert und mit MS-Dateiformaten. Da bin ich dann raus.
 
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