lautet der etwas merkwürdige Name einer ehemaligen Zeche in Gelsenkirchen. Im Bestreben mal etwas anderes zu fotografieren, als das "Ruhr-Dreigestirn" Zollverein, LaPaDu und Henrichshütte landete ich also in Gelsenkirchen-Horst.
Der seltsame Name rührt daher, das es die erste Zeche nördlich der Emscher war und nun den Kohlereichtum in diese vorher bettelarme, bäuerliche Region brachte.
Die Architektur des Fördergebäudes schreit förmlich: Zollverein, was auch nicht sonderlich verwudnerlich ist, denn es waren die selben Architekten am Werk wie beim nur wenige KM entfernten Weltkulturerbe.
Allerdings ist dieses Gebäude kein Museum, sondern der Verwaltungssitz der Immobilientochter der ehemaligen RAG und somit dem größten Wohnungsimmobilien Anbieter in NRW.
Das übrige Gelände wurde zu einem Park umgestaltet und beherbergte die Bundesgartenschau 1997. Hierbei wurde einige der alten Zechengebäude einfach stehengelassen.
Der Park wird vom Fördergebäude durch diesen Weg erschlossen, der durch die Abraumhalde gezogen wurde und links eine Pyramide bildet. Im Hintergrund der alte Kohlenbunker.
Von der Pyramide aus bieten sich gute Rundumblicke auf andere "Überbleibsel" der Kohle-Ära, wie z. B. die Halde Beckstrasse mit dem Tetraeder und der Skihalle Bottrop
Etwas weiter gedreht gibt es dann auch "richtiges" Ruhrgebiet. Im Vordergrund der Bockturm von Nordstern hinten links das Karftwerk Scholven mit der Halde Oberscholven und rechts davon der Chemiepark Gelsenkirchen
Zollverein hat neben dem bekannten Schacht 12
in unmittelbarer Nachbarschaft Schacht 1/2/8
(siehe Geländeplan) mit dem ehemaligen Gerüst
von Schacht 2 der Zeche Friedlicher Nachbar,
dazu Schacht 3/7/10 mit Förderturm 10 (heute:
Bürger- und Handwerkerpark).
Ab 1982 gab's übrigens einen Förderverbund
von Zollverein mit Nordstern …
Einen Riesenunterschied zu Zollverien gibt es allerdings:
[...]
Nordstern hat nicht nur einen, sondern gleich zwei Fördertürme. Der eine ganz klassisch als Stahlgerüst, der zweite im Turm
Auch auf Zeche Zollverein gibt es selbstverständlich 2 (in Zahlen: 2, in Worten auch: zwei) Fördergerüste.
Eins am Schacht 12 am Haupteingang, ein weiteres am Schacht 1/2/8 etwas weiter abseits, aber fußläufig in wenigen Minuten zu erreichen.
(Ups, Sven hatte das weiter oben auch schon erwähnt. Na, dann kann Sven sich auf mich als Augenzeugen berufen, dass er recht hat. )
Witzig finde ich den sogen. "Herkules von (hier bitte den Namen der Stadt einsetzen, aus der der Derby-Verlierer des Wochenendes kommt )", weil ich immer noch nicht so ganz verstanden habe, was diese monumentale Skulptur auf dem Dach eines Fördergerüstgebäudes zu bedeuten hat.
Ja der Herkules, oder Horst, wie ihn der Volksmund getauft hat ist schon ein ungewöhnliches Objekt.
18m hoch und 23to schwer thront er auf dem Förderturm. Errichtet wurde er zum Kulturjahr und als bekennender Kunstbanause enthalte ich mich jeden Kommentares. Theoretisch kann man auch recht "schöne" Fotos seines Hinterteils machen, leider war wegen Eis und Wind an dem Tag die Besucherterasse ganz oben geschlossen.