Nikon will spiegellose Kameras bringen?

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Ich habe die Rumor-Webseiten recht lange nicht besucht. Hatte schlicht keine Zeit. Trotzdem möchte ich meinen Senf zum Thema "Nikon Mirrorless" dazu geben. Ich bin der Meinung, dass der Zug längst abgefahren ist. Nikon hätte ein solches System mit DX oder FX Sensor noch 2011 (Einführung von Nikon 1) einführen müssen. Mittlerweile hat jeder Konkurrent ein sehr gutes Objektiv-Portfolio. Der einzige Ausweg, den ich sehe, ist irgendein Super-Adapter, bei dessen Benutzung (in Verbindung mit bereits existierenden Objektiven + Nikon Mirrorless-Kameras) sich keinerlei Nachteile ergeben. Das stelle ich mir aber schwer bis unmöglich vor.
 
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Um mal den Stellenwert von Spiegellosen im Massenmarkt etwas einzuschätzen, möchte ich meine Beobachtungen aus 2 Wochen Südfrankreich wiedergeben, wo ich an diversen "Hotspots" Menschen aus allen möglichen Ländern gesehen habe. Was zu sehen war: viele Bridgekameras, viele "Einsteiger"-Spiegelreflexkameras, immer wieder mal "Mittelklasse"-DSLR - und ganz, ganz wenige Spiegellose. Ohne exakt zu zählen lag der Anteil "gefühlt" im einstelligen Prozentbereich. Natürlich sind solche Beobachtungen subjektiv und vom Zufall geprägt. Was man aber definitiv nicht erkennen kann, ist, dass DSLM im realen Leben in Europa bereits erhebliche Marktanteile gegenüber DSLR gutgemacht hätten. Interessanteste Beobachtung: Junge Menschen (Schüler/Azubis/Studenten/"Young Professionals") hatten fast durchgehend DSLR der Einsteigerklassen, mehr Canon als Nikon, aber keine DSLM umhängen.

CB
 
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Für die 299,- die die 1300d mit Kit-Linse aktuell bei unserem Saturn kostet bekommt man halt keine Spiegellose ...
Richtig, und da die Leute einfach eine Fotoknipsmaschine haben wollen, kaufen sie für ihr Budget eben das, was ihnen am besten gefällt oder am schmackhaftesten gemacht wird. Die zahlenmäßig deutlich beschränkteren engagierten Hobbyisten mit solidem Hobbybudget denken da etwas intensiver drüber nach und die Entscheidung fällt sicher öfter zugunsten der DSLM aus, aber je teurer es wird, desto kleiner ist die Zielgruppe. vermutlich gehörte ich mit meinem D7200-Kram schon zu den obersten paar Prozent, was den Wert der mitgeführten Ausrüstung anging.

Ich hatte im Beitrag oben noch vergessen: ein erheblicher Anteil sind natürlich die Handyknipser - ich sage bewusst "Knipser", weil nicht erkennbar war, dass da anspruchsvolle gestalterische Fotografie betrieben wurde. Inge vor der Burg, Hans vor der Kirche, beide zusammen auf dem schönen Platz von freundlichem Passanten mit "Profikamera" um den Hals abgelichtet - halt wie in "alten Zeiten" mit den Ritsch-Ratsch-Klick-Kameras, fürs Album zur Erinnerung.

CB
 
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Das ändert aber nix dran, das Deine Privatzählung mit den wenigen Prozent Mirrorless nichts mit den realen Verkaufszahlen zu tun hat.

Weltweit kommen inzwischen auf 2 D-SLR schon über 1 spiegellose, in Asien ists fast Pari in Europa sind wir da noch etwas rückständiger.

Noch interessanter sind die Umsätze über 5 Jahre

Spiegellos verdoppelt, D-SLR fast gefünftelt.
 
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Alles richtig. Und wo sind die ganzen Spiegellosen? Im Schrank? Real im Einsatz proportional zu den Verkaufszahlen sieht man sie eher nicht, egal, wo man unterwegs ist.

CB
 
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Wenn ich auf die achtzig zugehe, dann könnte ich mich für eine spiegellose FX entscheiden. Aber bis jetzt kommt dies für mich nicht in Frage auch wenn ich dann rückständig bin.

Wolfgang
 
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Würde ich nicht so sehen, ich sehe in letzter Zeit immer häufiger welche. Zuletzt bei einer Hochzeit war es komplett pari.

Ist aber auch völlig wurscht, selbst wenn sie nur im Schrank vergammeln würden haben ihre Hersteller Umsatz damit gemacht, der an Nikon vorbeigeht.
 
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Alles richtig. Und wo sind die ganzen Spiegellosen? Im Schrank? Real im Einsatz proportional zu den Verkaufszahlen sieht man sie eher nicht, egal, wo man unterwegs ist.

CB

Die ganzen Spiegellosen sind beim Mittelstand bis Oberschicht in Asien.
So zumindest meine Beobachtung. Wenn man bedenkt wieviel Chinesen zu Geld gekommen sind.
Der Ottonormalbürger nimmt dort auch vielfach das Smartphone, da sind sie noch verrückter darauf wie hier.
Ich war kürzlich in Holland, auch dort überwiegten Smartphones und DSLR im unteren Preissegment, ich sage bewußt nicht Einsteiger DSLR weil man mit solchen Kameras ausgezeichnete Bilder machen kann wenn man weiß wie.
Die meisten die im Urlaub Fotos machen interessiert solch ein Luxusproblem wie mit oder ohne Spiegel wahrscheinlich gar nicht.
 
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Gleichen wir doch mal die Vermutungen mit blanken Zahlen ab und beschränken uns ruhig auf Europa.


2012 wurden von Jan.-Aug. 4,004 Mio D-SLR im Wert von 131,906 Mrd Yen nach Europa versandt

2017 waren es im gleichen Zeitraum nur noch 1,422 Mio zu 55,785 Mrd


Bei den spiegellosen:

2012: 0,506 Mio zu 14,590 Mrd
2017: 0,590 Mio zu 29,579 Mrd


Durchschnittspreise

D-SLR: 32.944 zu 39.230 Y +19%
Mirrorless: 28.833 zu 50.133 Y +73%


Wie gesagt, Zahlen nur für Europa, die durchschnittliche Mirrorless ist auch hier inzwischen viel teurer als die durchschnittliche D-SLR.
 
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Interessant wäre auch mal zu schauen wie denn so das Durchschnittsalter bei den DSLM Nutzern ist

Mein Eindruck ist, da ist oft eher der User aus der Ü40 Generation am Werke oder?

Das was gerade aber hier so beschreiben wurde, dass war ja auch meine Wahrnehmung aus der letzten Zeit, bei der ich mal bewusst hingesehen habe.

Die Zahlen mögen ja sicherlich korrekt sein, ich sehe es aber bisher so nicht.

Nebenbei ist ja auch oft so, der junge Familienvater will bessere Bilder machen als mit dem Smartphone, geht in einen der bekannten Elektronikmärkte und kommt oft mit einer günstigen DSLR wieder raus.
Die mal eben 1.999 Euro für eine DSLM ala Fuji Xt2 mit Objektiv, die sind vielen dann doch zu viel.
 
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Interessant wäre auch mal zu schauen wie denn so das Durchschnittsalter bei den DSLM Nutzern ist

Mein Eindruck ist, da ist oft eher der User aus der Ü40 Generation am Werke oder?


Würde ich sogar so unterschreiben. Das Häuschen ist abbezahlt, die Kinder sind aus dem gröbsten raus. Früher ging dann Kohle in eine hochwertige D-SLR (war gut für Nikon) heute in eine hochwertige D-SLM (schlecht für Nikon)



Auch da bin ich bei Dir, sehe es aber gerade bei den jungen Vätern in meinem Umfeld, das die Billig-DSLR relativ schnell im Schrank verschwindet und doch wieder das Smartphone gezückt wird.

Anschlußkäufe für Objektive o. ä. Fehlanzeige, eher später wieder s. 1. Abschnitt

Ob man mit den Billig-D-SLR überhaupt Geld verdienen kann wage ich auch zu bezweifeln. Die D50 kostete seinerzeit Body-Only um die 500,- eine D3400 bekommt man als Kit schon für unter 400,-
 
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Wenn man sich alleine auf die Beobachtung verlässt, kann man auch davon ausgehen, dass das Kit-Zoom das einzige Objektiv bleibt, was das Prinzip Systemkamera ad absurdum führt. Daher stimme ich dem oben zu.

Ich gehe wenigstens 1mal die Woche am Rhein durch die Innenstadt zum Kölner Dom. Ich könnte nicht sagen, dass ich unterwegs übermäßig DSLR sehe. Da sind auch viele kompakt mit Lumix etc unterwegs.
Einige stehen natürlich mit DSLR und Stativ vor dem Standard-Motiv Eisenbahnbrücke + Dom. Das häufigste Foto-Werkzeug ist mit Abstand das Smartphone.

Aber es ist wie beim Autokauf - erst nach dem Kauf fällt einem auf, wie viele mit dem gleichen Modell unterwegs sind.
 
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Dann müsste ich mehr DSLM sehen ;-)

Mist das bedeutet ja ich wäre über 40.....
 
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Die Frage ist, ob man Fotografie als Hobby betreibt / betrachtet.

Die meisten derer, die im Urlaub fotografieren, sehen Fotografie nicht als Hobby. Dort werden mit zunehmender Leistung Smartphones den Markt komplett übernehmen. Die Kameras, die man hier noch sieht, sind meist schon einige Jährchen alt. Ich denke nicht, dass ihre Besitzer diese Kameras überhaupt noch ersetzen wollen.

Bei Fotografie als Hobby hat eine RX10- oder RX100-artige Bridgekamera echte Vorteile im Urlaub, da sehe ich die Spiegellosen schon wieder im Rückzug.

Zu Hause mit ernsthaftem Anspruch ist eigentlich nur das Preissegment um 1000€ für Spiegellose spannend. Darunter erreicht man mit einer billigen DSLR mehr, darüber kann z.Zt. nur eine A9 (vielleicht noch A7rII) einer K-1, 5Div, D850 etc. das Wasser reichen. Und die A9 ist teuer, vor allem mit Objektiven.

Die Spiegellosen werden sich im oberen Segment behaupten müssen, denn nur dieses überlebt. Aber noch ist die hierfür nötige schnelle Sensor- und EVF-Technologie teuer. Zu teuer. Noch.
 
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IMHO sind in all den Jahren die Produktionskosten nur marginal heruntergegangen, die Margen dafür umso gewaltiger.

An einer D50 wird Nikon mit Sicherheit viel mehr verdient haben, als an einer D3400
 
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Ist dieser Trend weg von Kompaktknipsen und DSLRs hin zu Smartphones
ein speziell deutscher Trend?

In diesem Jahr ist mir aufgefallen, dass besonders auch sehr viele jüngere
Leute beiderlei Geschlechts aus dem meist europäischen Ausland, die hier
als Touristen unterwegs waren, mit DSLRs ihre Fotos geschossen haben.
Natürlich schießen auch viele Touristen ihre Bilder per Smartphone, aber
den Anteil der DSLR-Knipser fand ich schon bemerkenswert.

Hier habe ich manchmal das Gefühl, die DSLR-Fotografie wäre zu
einem Altherrensport verkommen. Bei unseren Nachbarn scheint dies
nicht ganz so sehr der Fall zu sein.

Grüße aus HB
Heiner
 
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