Nikon D7200 "Push-Entwicklung"

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schauinsland

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Wie ich jüngstens kundtat, nenne ich nun eine D7200 mein eigen.
Der dpreview-test, Kapitel "Real-world Raw Dynamic Range" und "ISO Invariance", brachte mich auf den Gedanken, in freihand aufgenommenen Nachtszenen auf die Lichter zu belichten und nachträglich die Entwicklung der NEF-Dateien zu "pushen", um die Lichter zu erhalten und die dunklen Bereiche angemessen durchzuzeichnen. Ich stelle mir vor, dass dies auch in dunklen Kirchen mit bunten Glasfenstern hilfreich sein kann, wenn ich als Reisender ohne Stativ unterwegs bin und daher keine HDR-Aufnahmen möglich sind (an HDR habe ich mich bislang ohnehin nicht herangetraut).

Deswegen habe ich das gleich an den ersten Abenden mit der D7200 ausprobiert und zeige hier ein paar Ergebnisse. Es ging mir um den Effekt, nicht um die Bildgestaltung; so bitte ich die Bilder zu nehmen. Vielleicht zeige ich Vielen von euch auch nichts Neues, aber mit meiner S5Pro hätte das so nicht funktioniert.

In meinen Beispielen zeige ich jeweils zuerst das nur verkleinerte JPEG-Bild aus der Kamera und dann die NEF-Entwicklung mit Erläuterungen. Alle Aufnahmen mit Konfiguration NL (Neutral) und Active D-Lightning "Automatisch". In der NEF-Entwicklung in Capture NX-D habe ich dann jeweils die Konfiguration "FL (Ausgewogen)" gewählt und ADL wie in der Aufnahme.

Bild 1
Blick aus meinem Bürofenster auf den Busbahnhof. Spot-Belichtungsmessung auf das Euroshop-Schaufenster




Capture NX-D +1,51 LV, Lichter -100; Lightroom LR 6.3 Kontrast +28, Klarheit + 26, Lichter -56, Weiß +51, Schwarz -18




Bild 2




Capture NX-D +2 LV, Lichter -100; LR6 Belichtung +0,2, Kontrast +30, Klarheit +28, Lichter -22, Weiß +12, Schwarz -46




Bild 3




Capture NX-D +1 LV, Lichter -72; LR6 Belichtung +0,30, Kontrast 33, Klarheit 36, Lichter -60, Tiefen +8, Weiß +43, Schwarz -16




Bild 4




Capture NX-D +1,34 EV, Lichter -70; LR6 Belichtung +0,60, Kontrast 32, klarheit 31, Lichter -76, Weiß +33, Schwarz -14





LR6.3 "rettet" zwar noch mehr Lichter als Capture NX-D, aber die bessere Rauschunterdrückung hat der Nikon-Konverter. Deswegen habe ich immer erst in Capture NX-D entwickelt und dann in Lightroom weiterbearbeitet.

Anmerkungen und Anregungen sind erwünscht!
 
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So what?

Deine Dusterbilder mache ich mit einem Handgriff
per Gradationskurve ansehnlich …

 
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Prima. Gibt's auch Butter bei die Fisch?
Bittesehr:



Einfach mit dem "Licht-EQ" in ACDSee Pro gespielt (ausgehend von der "Dustervariante" des Bild 2), was letzlich nur eine komfortables UI für die Gradationskurve ist. Netto-Arbeitszeit: ca. 1 Minute. Ausgehend vom Original ginge da sicher noch ein wenig mehr, wobei das Bild schon arg grenzwertig dunkel ist.

CB
 
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Du hast es genau richtig gemacht......die meisten modernen Digitalkameras vertragen bis zu 3-3,4 Blenden nachträgliches "Aufhellen".....

Grüße,
Jan
 
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Mir ging es ja nicht darum, wie man es am besten entwickelt - es geht auch direkt mit Lightroomm LR 6 ohne Umweg über Capture NX-D mit wenigen Handgriffen, allerdings mit mehr Farb- und Luminanzrauschen in den Tiefen - sondern darum, auszuprobieren und zu zeigen, dass man zur Meidung ausgefressener Lichter und zum Erhalt der Lichterfarben und -Zeichnungen auch bei solchen Motiven bedenkenlos auf die Lichter belichten und nachträglich aufhellen kann.

Ob dein Bearbeitungsbeispiel überzeugt, mag jeder selbst beurteilen.
 
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... sondern darum, auszuprobieren und zu zeigen, dass man zur Meidung ausgefressener Lichter und zum Erhalt der Lichterfarben und -Zeichnungen auch bei solchen Motiven bedenkenlos auf die Lichter belichten und nachträglich aufhellen kann.
Meiner Ansicht nach hast Du das besagte Motiv zu knapp belichtet - außer, Du wolltest hauptsächlich die Lichter fotografieren (dann ist allerdings der Bildaufbau ausbaufähig). Man kann mit der D7200 in der Tat viel aus vermeintlich "schwarzen" Bereichen rausholen, aber irgendwann nimmt das Rauschen dann doch überhand und die Farben gehen verloren.

Ob dein Bearbeitungsbeispiel überzeugt, mag jeder selbst beurteilen.
Das diente lediglich der Unterstützung von Sven in seiner Aussage zur Gradationskurve. Ausgehend von einem stark verkleinerten JPG ist nicht allzu viel machbar.

Ich habe mit der knappen Dia-artigen Belichtung auch schon diverse Male experimentiert und man kann wirklich noch einiges rausholen - siehe hier rechts die Gruppe oder die Kleidungsfarbe im Rücken der linken Person:

Original, jpg out-of-cam




Bearbeitet; v.a. Tiefen und Mitteltöne angehoben:



CB
 
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Ich schrieb ja, dass es mir nicht um die Bildgestaltung, sondern ums Ausprobieren ging. In der Tat wollte ich die Lichter, einschließlich der Diamantgrafik im Juwelierschild,vollständig erhalten. Etwas reichlicher hätte ich trotzdem belichten können, da hast du recht.




So what?

Deine Dusterbilder mache ich mit einem Handgriff
per Gradationskurve ansehnlich …



Sven, mit ist schon klar, dass man alle Reglereffekte in den üblichen Bildbearbeitungsprogrammen auch direkt durch Bearbeiten der Gradationskurve erreichen kenn. Viele Wege führen nach Rom ... [MENTION=2259]jazzmasterphoto[/MENTION]

Allerdings sind meine Bearbeitungen schon etwas komplexer als das Anheben von Tiefen und Mitteltönen, das meist zu unausgewogenen Lichtstimmungen führt. [MENTION=55950]Christoph Blümer[/MENTION]
 
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Hi Waldemar,

das Thema wurde ja schon oft besprochen. Die D7200 ist praktisch ISOlos, da kannst du pushen ohne Ende. Dennoch hättest du satter belichten können, LR hätte die Lichter noch besser wiederherstellen können, du hast am Ende ca. 2 Blenden Licht verschenkt.


...es geht auch direkt mit Lightroomm LR 6 ohne Umweg über Capture NX-D mit wenigen Handgriffen, allerdings mit mehr Farb- und Luminanzrauschen in den Tiefen...

Nach meiner Erfahrung verhält es sich genau andersrum: CNX-2 (nicht -D) hat deutlich mehr Farbrauschen, LR (bzw. Camera Raw) zeigt lediglich Luminanz- und überhaupt kein Farbrauschen! Zudem hat es die bessere Lichterwiederherstellung und kann 5 EV pushen, CNX nur 2 EV.



Dafür ist das nachträgliche Pushen wie gedacht, und da die Kamera fast ISOlos ist, verlierst du auch keinerlei Qualität.

 
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[MENTION=19288]waldemar[/MENTION] / schauinsland
Zwei Fragen dazu. Was genau hast Du mit Capture NX-D gemacht und was mit Lightroom?

Und welche Empfindlichkeit hattest Du verwendet?

Gruß, Christian
 
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es ist schon verlockend, alles rauszuholen aus den digitalen RAWs, mir ists bei deinem beispiel zu extrem Daniel. auf meinem bildschirm hat das bild diesen HDR-effect. das spiel von licht und schatten, das >wertvolle< element in der fotografie, hat an charme verloren. du kannst das besser. [MENTION=59447]dmachaon[/MENTION]
 
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...mir ists bei deinem beispiel zu extrem Daniel. auf meinem bildschirm hat das bild diesen HDR-effect. http://www.nikon-fotografie.de/vbulletin/member.php?u=59447
So verschieden sind die Wahrnehmungen: ich finde es bei diesem Bild sogar sehr gelungen, weil die surreale Lichtstimmung dem Raum was Magisches, Spirituelles verleiht - bei einer großen Kirche sicherlich nicht völlig unpassend. Kritik hat höchstens die Panoramamontage verdient, die nicht allzu sauber ist.

[MENTION=59447]dmachaon[/MENTION]: welche Kirche ist das?

CB
 
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So unterschiedlich sind die Meinungen...
Ich finde die Umsetzung für mich okay, ich mag aber auch durchgehende Detailzeichnung in Lichtern und Schatten.

Christoph, das ist die Kathedrale von La Palma (Mallorca).
 
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Farbverschiebung? Kann ich mir nicht vorstellen.

Beim Pushen passiert nichts anderes als die ISO zu erhöhen, da bricht zwar die Dynamik ein, aber es werden per se keine "Farben verschoben".

Falls du die bunte Farbgebung ansprichst, das liegt am Mischlicht: pink durch die Hauptrosette, dämmrig-kalt durch die Seitenfenster und ganz viel rot durch die Scheinwerfer.

 
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Bei der Kirche habe ich gezweifelt, weil ich das bunte Fenster gesehen habe, Deine Werke kenne und von Deinem Können überzeugt bin, aber die magentafarbenen Schatten in Christophs Bild (Beitrag 7) erinnern mich an meine Erfahrungen beim Pushen.

Der Sensor der Df ist ja noch etwas älter, da muss man schon aufpassen, was mit den Farben passiert, wenn man per EBV hochzieht.
 
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Klassisches Missverständnis?

Mir springen direkt keine Magentafarben ins Auge, aber ich kann sie mir vorstellen.
Wenn ich ein Bild von ISO 200 auf 6400 pushe, führt das natürlich zu den typischen High ISO-Problemen: rote Ecken (Sensorglühen?), Farbrauschen, "Lila-Krankheit" (die ja seit der D810 besser sein soll).
Hinzukommen die z.T. extremen Farbunterschiede in den Schatten, die eigentlich einen selektiven Weißabgleich erfordern.
 
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schon alleine verschiedene tonwerttiefen verändern die farben. nimm ein rot oder ne andere farbe, mische per EBV schwarz oder grau rein und das rot wird unterschiedlich ausfallen...jedenfalls in meiner wahrnehmung.
bei Daniels beispiel liegt im oberen bildteil >wohlgemerkt für mich< ein grauschleier in der luft.
 
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