Bilder sind heute beim Spaziergang entstanden. Neun Bilder neun Gedanken zum Herbst und zu Vivaldi ...
Ich werde ihn nicht los, diesen Menschen. Heute hat der Briefträger wiederum zwei Bücher von Vivaldi in den Briefkasten gelegt. Und dies, obwohl ich noch nicht einmal mit Haydn und C.P.E. Bach fertig bin ...
Ich meine Vivaldi's Musik ein wenig zu kennen. Aber dem ist nicht so. Immer wieder zwingt er mich zu Seitenblicken. Genau hinsehen, habe ich gedacht, als ich die Katze auf dem Feld erblickte ...
Dass Vivaldi weit mehr Opern geschrieben hat als Mozart und Haydn zusammen (über 90) hat selbst mich erstaunt.
Jemanden reduzieren auf das was man kennt, ist nicht immer vorteilhaft. Und hat auch mich in grosses Erstaunen gesetzt. Gerade so wie die Schafe, als meine Hunde und ich uns der Schafherde näherten ...
Vivaldi wurde jahrzehntelang vergessen. Das weisse Schaf kann ich - fotografisch - auch weglassen. Und hätte ich dieses Bild als erstes gezeigt, dann wüsste niemand, dass zu dieser Herde auch noch ein weisses Schaf gehört ...
So wie bei Vivaldi: die vier Jahreszeiten kennt jeder, seine Opern wohl die wenigsten ...
Aber man kann sich auch einfach an den vier Jahreszeiten von Vivaldi erfreuen. Das reicht.
Ein Blick hinter die Schaftweide eröffnete mir die ganze Palette der Jahreszeiten in allen wunderbaren Farben ...
Bunt ist die Musik des "roten Priesters" ohnehin. Ich kann hinschauen wo ich will. Und wenn ich mir die Blätter als Stimmen vorstelle, dann höre ich sie.
Ich gehe weiter, langsam. Ich höre keine Musik übers Handy. Längst haben sich Töne in mir angesammelt, welche greifbar werden. Ausgelöst von den vielen Blättern, den farbigen...
Und so setze ich mich geistig auf diesen Jagdsitz, und jage meinen inneren Tönen nach ... oder eben Vivaldi ...
Wenn ich dann einmal nach Venedig gehe, dann weiss ich es spätestens nach heute.
Ich nehme die farbigen Herbsttöne und gehe auf die Suche nach Vivaldi ... rote Haare soll er ja gehabt haben. Also treffen werde ich ihn bestimmt ...