Und abends müssen wir – entschuldigt – schon wieder lecker essen. Diesmal haben wir eine Paella bestellt, auf Manolos Anraten im El Puerto. Als wir kommen ist es noch leer.
Und als wir am nächste Morgen aufwachen ist tatsächlich der letzte ganze Inseltag angebrochen. Für heute haben wir einen Bootsausflug gebucht. Wir wollen Wale watchen. Und um den besten Platz im Boot zu bekommen, gehen wir ziemlich früh los. Früh für unsere Verhältnisse. Unser „Stammlokal“ hat noch geschlossen.
Nachdem ich meine Urlaubsbilder gesichtet hatte, ist mir aufgefallen, dass ich dieses Bild von fast exakt derselben Stelle zu drei völlig verschiedenen Zeiten gemacht habe. Inklusive der Bank. Anscheinend hat man einen typischen Blick auf seine Motive.
Gleich daneben residiert der Valle-Bote. Eine wirklich witzige Zeitung von Aussteigern für deutsche Gomera-Fans. Lesenswert. Aber noch geschlossen. @Kay dir würde der bestimmt gefallen.
Dann geht alles sehr schnell, Tina drückt uns die vorab bezahlten Tickets in die Hand, es geht (mit FlipFlops) über die glitschige Leiter zwei Meter hinunter ins Boot und wir sitzen – tatsächlich ganz vorne!
Unser Capitano legt ab, ein Blick auf den Hafen von Vueltas mit der riesigen Mole …
Insgesamt fahren wir ca. 3 Stunden, zwei davon versuchen wir Delphine zu finden. Immer mal wieder zeigt jemand aufs Meer. Immer mal wieder stoppt der Capitano die Fahrt. Immer mal wieder gibt er Vollgas um zum nächsten Spot zu kommen. Und dann tauchen sie tatsächlich rund um uns auf. Nur ein paar Mal, aber sie sind da! Nach ein paar halbwegs erfolgreichen Auslösungen verzichte ich aufs Fotografieren und schaue einfach ohne Kamera zu den Tieren. Auch wenn wir nicht viel sehen, es ist ein beeindruckendes Gefühl. Warum? Ich kann es nicht beschreiben.
Zumindest kann man hierher wohl auch mit dem Auto fahren. Anders wäre der Andrang der Badegäste nicht zu erklären. Auch wir ankern hier eine Weile und nutzen die Gelegenheit ins Wasser zu springen (nein, keine weiteren Fotos).
Und vorher haben wir noch einen ganz besonderen Blick auf einen ganz besonderen Ort der Insel. (@sam25 Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat) Es ist die Schweinebucht. Eine ganz besondere Bucht, die man sich seit je her nur erlaufen konnte. Woher sie ihren Namen hat? Nein, dort leben keine Schweine, also zumindest keine Tiere. Aber zur Hochzeit der Aussteiger lebten dort Aussteiger und Hippies zum Teil sogar in Felshöhlen. Körperhygiene war dort weder so einfach möglich noch so sehr notwendig. Angeblich bekamen die „Einwohner“ der Bucht dann den Namen, den danach auch die Bucht bekam.
Aber auch nach dem Ende der intensiven Hippie-Ära war die Bucht ein Geheimtipp zum Baden. Bis im November 2020 ein gewaltiger Felssturz den Zugang komplett verschüttete.
Auch die Finca Argayall, esoterischer Urlaubsort für Yogis mit Seminaren wie „Sei ein hohles Bambusrohr“ sind seither nicht mehr erreichbar. Die Straße ist gesperrt. Laut Manolo und dem Valle Boten wird hier auch nie wieder eine Straße entstehen. Einzige Hoffnung der Argayaller ist irgendwann ein eigener Anleger.
Herzlichen Dank, lieber Stefan, für die aktuellen Informationen.
Ich habe ja bei einer Vermieterin gewohnt, welche mir den Begriff der Schweinebucht so erklärt hat: die vorwiegend jungen Leute dort würden dort ganz ohne Kleider hausen. Gegen die "Aussteiger" hätten sie ja per se nichts, nur sie hätten sich gefälligst etwas anzuziehen ....
Am letzten Tag werden wir im Morgengrauen abgeholt. Auch der schönste Urlaub muss ja mal ein Ende haben, wenn auch eindeutig zu früh. Nach einer kurvigen Fahrt erreichen wir den Hafen von San Sebastian, wo unser Inselbesuch neulich erst begann. Und irgendwie schließt sich hier auch noch ein anderer "Gedanken"kreis.
Auch hier im Hafen liegt eines dieser Boote, das wohl vor einiger Zeit voll beladen mit Menschen aus Afrika auf der Suche nach einem neuen Leben gekommen ist. Ob sie es geschafft haben? Beklemmende Gedanken auch bei einem leeren Boot.
Auf uns wartet die Volcan De Taburiente. Wer hätte gedacht, dass nur wenige Tage später der kleine Bruder des Vulkans die Insel La Palma erschüttert und über Wochen nicht mehr zur Ruhe kommen lässt.
Auf den Bergen dahinter hat er angeblich sein luxuriöses Anwesen, von dem wir auf der Hinreise auch ein Stück mitfinanziert haben. Diesmal reisen wir mit ARMAS.
Und zum Schluss noch zwei Aussichten aus dem Fenster. Einfach nur so.
Es war ein toller Urlaub. La Gomera ist eine so abwechslungsreiche Insel, dass 10 Tage definitiv zu kurz sind. Wir kommen wieder, ganz sicher. Irgendwann.
Euch allen vielen Dank fürs Mitreisen und eure Geduld. Vielleicht hat es euch ja auch ein bisschen Spaß gemacht, mir schon!
Vielen Dank für den tollen Reisebericht, Stefan.
Gomera steht bei mir noch auf der Liste der must-visit. Wenn Reisen wieder einfacher wird, werde ich das mal in Angriff nehmen. Zusammen mit einem kurzen Aufenthalt auf Teneriffa, denn der letzte war 1983....
Es ist wohl wichtig, dass wir Nordländer das Leben irgendwo mal so "richtig" erleben.
Ob das nun hier oder da ist - jedenfalls ist diese Stimmung angekommen.
Ihr habt Euch wohl gefühlt: Prima & Dank für diese Reise (ich war da irgendwo ganz klein in einer Tasche und überall dabei-)