Thread Status
Hello, There was no answer in this thread for more than 30 days.
It can take a long time to get an up-to-date response or contact with relevant users.
Status
Für weitere Antworten geschlossen.

12. Juli 2024

Kase Reflex 200mm Objektiv​



Spiegellinsenobjektive, auch Reflex- oder Mirror-Objektive genannt, sind von astronomischen Teleskopen abgeleitet. Aufgrund eines durch „sphärische“ Spiegel zweifach umgelenkten Strahlengangs liegt die Baulänge von Spiegellinsenobjektiven typischerweise bei nur etwa einem Drittel bis zu einem Fünftel ihrer Brennweite, was sie kompakt und leicht macht. Die durch die Spiegel bedingt auftretenden Bildfehler werden durch die im Strahlengang angeordneten Linsen korrigiert. Spiegellinsenobjektive waren schon einmal in den 1980er Jahren populär, meist mit 500 oder 800mm Brennweite. Fotograf:innen erhalten damit ein vergleichsweise leichtes und gut transportables Teleobjektiv. Spiegellinsenobjektive haben einen fixen Schärfentiefenbereich, da sie keine verstellbare Blende haben, und dieser bauartbedingt durch das feste Verhältnis von Öffnung zu Brennweite und den Abbildungsmaßstab festgelegt ist. Da ich seit mindestens 40 Jahren kein Spiegel-Objektiv mehr in der Hand hatte, möchte heute die Gelegenheit nutzen und das neue Kase 200mm Reflex-Objektiv (f 5,6) vorstellen;

Merkmale Kase Reflex Objektiv​

  • 6 Elemente in 5 Gruppen
  • Gehäuse aus hochwertigem Aluminium
  • Gewicht 500g, Länge 120mm inkl. Sonnenblende, Ø 67mm
  • Nano Beschichtung zur Vermeidung von Reflexionen und Flairs
  • Donut-Bokeh, ideal für Porträts und Freistellungen in der Landschafts- und Cityfotografie

Funktionsprinzip Spiegellinsen-Objektiv

Die ersten typischen Beispiele:​


Nikon Z 6; 1/10s; f/5.6 ISO 200; Einbeinstativ



Z 6; 1/64s; f/5.6 ISO 200; Einbeinstativ



Z 6; 1/1600s; f/5.6; ISO 200; Einbeinstativ

Durch die feste Blende, hier f 5.6, ergibt sich immer eine deutliche Tiefenstaffelung, bei dem die unscharfen Bereiche bei geeigneten Objekten ein sehr interessantes Bokeh ergeben.

Das Kase 200mm Reflex Objektiv ist für die gebotene Brennweite klein und handlich und sehr leicht, und die Abbildungsqualität ist sehr gut! Das Handling ist erst einmal etwas gewöhnungsbedürftig, da man automatisch beim Einstellen die Blende regeln möchte. In der Praxis empfiehlt sich der Einsatz eines Statives, da das manuelle Fokussieren etwas diffizil ist. Ich habe bei meinem ersten Versuch das sehr leichte neue Rollei Easy Traveler Carbon Monopod verwendet. Vor dem Hintergrund der sehr guten Freistellungseigenschaften mit gleichzeitig schönen Bokeh bin ich gespannt, was das Kase Objektiv beim nächsten Portrait-Shooting leistet!



Weitere Informationen hier:

Stativ:

Objektiv:



Elger Esser. Mont-Saint-Michel​



Elger Esser setzt der weltberühmten Benediktinerabtei zum 1000-jährigen Jubiläum ihrer Grundsteinlegung ein fotografisches Denkmal.

Elger Esser wurde 1967 in Stuttgart geboren, studierte von 1991 bis 1997 an der Kunstakademie Düsseldorf und wurde 1996 Meisterschüler von Bernd Becher. Zur Tausendjahrfeier und im Auftrag des französischen Centre des Monuments Nationaux hat Elger Esser, einer der namhaftesten Vertreter der Becher-Schule, Mont-Saint-Michel und die umgebende Meerlandschaft zu allen Jahreszeiten und Gezeiten fotografiert und in atemberaubend schöne Farb- und Schwarzweiß-Aufnahmen gegossen. In seinen Fotografien zeigt er auch die öffentlich nicht zugänglichen Teile.

Der Verlag schreibt dazu: Schon Victor Hugo schrieb 1836 nach einem Besuch der wohl berühmtesten Abtei der Welt in einer Mischung aus Entzücken und Entsetzen „Gestern war ich auf dem Mont-Saint-Michel. Hier müsste man die Superlative der Bewunderung auftürmen, so wie der Mensch die Bauwerke auf die Felsen und die Natur die Felsen auf die Bauwerke getürmt hat".


© Elger Esser/VG-Kunst, Bonn 2024

Vor 1000 Jahren wurde der Grundstein für dieses einzigartige architektonische Ensemble auf einer Insel zwischen Normandie und Bretagne gelegt. Es begann als frühromanische Kirche, wurde im Laufe der Jahrhunderte immer mehr erweitert, erwies sich als strategisch wichtiges und nie eingenommenes Bollwerk gegen Wikinger und Normannen und wurde zum Pilgerort für Gläubige aus ganz Europa. Die Französische Revolution machte aus dem Kloster ein gefürchtetes Gefängnis, und erst Victor Hugo setzte sich für die Wiederherstellung des Mont-Saint-Michel ein. Mit Erfolg und den entsprechenden Konsequenzen für den Tourismus: 1874 wurde er zum monument historique erklärt, Viollet-le-Duc restaurierte die Abteigebäude mitsamt der Ortschaft und den Befestigungsanlagen. Und gute 100 Jahre später, 1979, wurde die Insel zum Unesco-Weltkulturerbe, das jährlich 3,5 Millionen Besucher anzieht. Zur Tausendjahrfeier hat Elger Esser (geb. 1967), einer der namhaften Vertreter der Düsseldorfer Becher-Schule, den Mont-Saint-Michel und die umgebende Meerlandschaft zu allen Jahreszeiten und Meeresständen fotografiert und in atemberaubend schöne Farb- und Schwarzweiß-Aufnahmen gegossen. Der Auftraggeber dieses Projekts war das französische Centre des Monuments Nationaux.


© Elger Esser/VG-Kunst, Bonn 2024

Passend zur Urlaubszeit möchte ich dieses Buch empfehlen. Es bietet nicht nur Anregungen für die eigene Auseinandersetzung mit dem Motiv, falls man gerade in der Gegend ist, sondern zeigt auch eine Bilderstrecke, die man von einem „Becher Meisterschüler“ eventuell so nicht erwarten würde. Obwohl auch hier die Fotos in einem nüchternen und schlichten Dokumentarstil daherkommen, strahlen sie Wärme aus, die das Objekt fast mystisch erscheinen lässt!

Elger Esser . Mont-Saint-Michel erschien im Schirmer/Mosel Verlag. 168 Seiten, 108 Abbildungen in Farbe und Duotone, Französisch / Englisch / Deutsch.
ISBN 978-3-8296-0974-6
Preis: 78 Euro

Mehr Infos hier:


Fotoausstellung Berlin​



Der Veranstalter beschreibt die Ausstellung so: „Vor dem Hintergrund der Geschichte spürt der amerikanische Fotograf Tyler Mitchell (*1995, USA) Träumen vom Paradies nach. Seit seinem Aufstieg in der Modewelt arbeitet er an einem visuellen Narrativ über Schönheit, Mode, Utopie und Landschaft, das die Visionen vom Leben Schwarzer Menschen erweitert. C/O Berlin zeigt mit Wish This Was Real Tyler Mitchells erste Einzelausstellung in Deutschland. Sie bietet neue Perspektiven auf seine langjährigen Themen der Selbstbestimmung und der besonderen Strahlkraft des Alltäglichen und zeigt, wie Porträts gleichzeitig in der Vergangenheit verwurzelt sein und eine imaginäre Zukunft heraufbeschwören können“.

Die Ausstellung umfasst knapp zehn Jahre der dynamischen künstlerischen Arbeit von Mitchell in den Bereichen Fotografie und Video und verdeutlicht den Einfluss der „New Black Vanguard“ – der von dem amerikanischen Schriftsteller Antwaun Sargent so bezeichneten Bildproduktion Schwarzer Fotograf:innen, die zwischen Kunst und Mode angesiedelt ist. Die nach unterschiedlichen Motiven in drei Themenbereiche gegliederte Ausstellung zeigt seine neuesten auf Stoff und Spiegel gedruckten Werke und präsentiert Mitchells vielfältige Erkundungen des Porträts, der Natur und des gesellschaftlichen Gedächtnisses. „Ich hoffe, dass meine Fotos authentisch wirken“ sagt Mitchell.


Wish This Was Real, 2015 © Tyler Mitchell, Courtesy of the artist



Motherlan Skating ©Tylor Mitchel, 2019

In Lives/Liberties (dt. Leben/Freiheiten) spiegeln sich Mitchells frühe Einflüsse und sein Eintauchen in die Skateboard-Kultur in Bildern wider, die den Traum von Freizeit, Gemeinschaft und Selbstverwirklichung inmitten gesellschaftlicher Unruhen verfolgen. Dazu gehört das Video Wish This Was Real (2015), eine aufwühlende und atmosphärische Reflexion über Unschuld und politischer Aufruhr im heutigen Amerika. In Postcolonial/Pastoral werden die Träumereien vom Paradies durch die Komplexität von Geschichte und sozialer Identität unterstrichen. Mitchell inszeniert aufwendige Szenen in Georgia und im ländlichen New York und lädt durch lebendige Landschaften und symbolische Verweise zum Nachdenken ein. In intimen Familienporträts und Stillleben, die das Zuhause als Zufluchtsort darstellen, zelebriert Family/Fraternity (dt. Familie/Geschwisterlichkeit) die Widerstandskraft und Handlungsmacht Schwarzer Gemeinschaften.

Im Zentrum der Ausstellung steht die Installation Altars/Acres (dt. Altäre/Felder) mit Fotografien und Mixed-Media-Skulpturen von Künstler:innen wie Garrett Bradley, Rashid Johnson, Baldwin Lee, Gordon Parks, Grace Wales Bonner und Carrie Mae Weems, deren Arbeiten stark mit Mitchells eigener kreativer Herkunft korrespondieren. Mit diesem einzigartigen Dialog zwischen den Generationen wird Mitchells Fotografie in ein weites Feld aus Experimenten, geistigem Erbe und kulturellem Ausdruck eingebettet.

Tyler Mitchell (*1995, USA) ist ein in Brooklyn lebender Künstler, Fotograf und Filmemacher. Er erwarb 2017 einen Bachelor of Arts in Film und Fernsehen an der Tisch School of the Arts der New York University. Werke von Mitchell sind in zahlreichen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten, darunter das High Museum of Art, Atlanta, Georgia; das Brooklyn Museum; das Detroit Institute of Arts; das Fotografiemuseum Foam, Amsterdam; das Hessel Museum of Art, Bard College, Annandale-on-Hudson, New York; das Los Angeles County Museum of Art; das Museum of Fine Arts, Boston; die Pizzuti Collection des Columbus Museum of Art; die National Portrait Gallery, Washington, DC, und das Cleveland Museum of Art. 2018 erhielt Mitchell den Auftrag, Beyoncé für die September-Aus-gabe der amerikanischen Vogue zu fotografieren. Damit schrieb er im Alter von dreiundzwanzig Jahren Geschichte als erster Schwarzer Fotograf, der das Coverfoto für das Magazin aufnahm. Mitchells Fotografien erschienen außerdem in zahlreichen Zeitschriften, darunter Aperture, Dazed, i-D, Interview, M Le Monde, Vanity Fair, die amerikanische und britische Vogue, W, WSJ und das Zeit Magazin. Er hat an zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen auf der ganzen Welt teilgenommen: The New Black Vanguard (Aperture Gallery, New York); I Can Make You Feel Good (FOAM, Amsterdam, und International Center of Photography, New York); Social Works II und Chrysalis (Gagosian Gallery, London) sowie Domestic Imaginaries (SCAD Gallery, Savannah, Georgia). Im Jahr 2024 zeigt Mitchell neben Wish This Was Real bei C/O Berlin auch Einzelausstellungen im High Museum of Art in Atlanta und im North Carolina Museum of Art in Raleigh.

Tyler Mitchell . Wish This Was Real wurde von Brendan Embser, Senior Editor bei Aperture, und Sophia Greiff, Kuratorin und Co-Programmleitung der C/O Berlin Foundation, in Zusammenarbeit mit den Tyler Mitchell Studios kuratiert.

Tyler Mitchell, Wish This Was Real
Vom 1. Jun – 5. Sep 2024
Öffnungszeiten: täglich 11:00–20:00
Eintritt 12/6 Euro
Veranstalter C/O Berlin Foundation
Amerika Haus . Hardenbergstraße 22–24 . 1

Mehr Infos hier:

© Dieter Doeblin. Jedwede Art der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung. Text: Dieter Doeblin, Hersteller/Veranstalter l Fotos: D. Doeblin, Kase, Rollei, David von Becker
 
Reaktionen: Kay
Status
Für weitere Antworten geschlossen.
-Anzeige-