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07. Juni 2024

AstrHori f8/18 mm Weitwinkel-Shift-Objektiv​



Heute mal etwas ganz Spezielles: Ein preiswertes 18mm Shift-Objektiv von AstrHori für (nur) 139 €)! Der chinesische Objektiv-Hersteller bietet ein robustes, leichtes und zuverlässiges Objektiv in Vollmetalldesign mit einem Gewicht von nur 164 g an. Dieses manuelle Shift-Objektiv mit einem Bildwinkel von 99,2 ° bei einer festen Blende von f/8 wurde speziell für spiegellose Kameras entwickelt und ist für alle gängigen Kameramodelle erhältlich. Durch sein leichtes Design und einen großen Bildwinkel eignet es sich gut für Architektur- und Innenaufnahmen. Das Objektiv bietet eine Schwenkverschiebung von +/- 6 mm und eine Drehung um 360 Grad. Es verfügt über eine Mehrschichtvergütung, um Linsenreflexionen und Geisterbilder zu verhindern und für mehr Kontrast und Farbtreue bei der Arbeit bei schwierigen Lichtverhältnissen zu sorgen. Was kann man also für 139 € erwarten?



Gleich vorweg: das Shiften funktioniert nur im APS-C-Format, da der Bildkreis des Objektives bei Vollformat zum Shiften zu klein ist. Bei Vollformat-Kameras muss man also unbedingt auf das APS-C-Format umstellen! Dabei ändert sich natürlich auch die wirksame Brennweite auf ca. 28mm. Bei meinem ersten Praxistest waren leider die Lichtverhältnisse nicht gerade optimal und stellten hohe Ansprüche hinsichtlich der optischen Qualitäten…


Links Aufnahme im FX-Format, rechts „geshiftet“- die Begrenzung des Bildkreises ist deutlich zu sehen.


Das Gleiche im APS-C-Format ohne Shifting…


…und hier mit + 6mm geshiftet.

Außer zum Vermeiden von stürzenden Linien kann man ein Shift-Objektiv auch zur Erzeugung von Panorama-Bildern nutzen. Dazu wird die „Verschiebung“ seitlich eingesetzt, und drei Aufnahmen gemacht, die dann zu einem Panorama-Bild zusammengefügt werden.


Drei Einzelaufnahmen, die zu einem Panorama-Bild zusammengefügt werden (unten).





Auch für Table-Top-Aufnahmen kann man das Shift-Objektiv nutzen.

Für den Praxistest habe ich meine Nikon Z 6 verwendet, die bei Umschaltung auf APS-C leider nur noch rund 12 MP ermöglicht. Die ersten Ergebnisse zeigen, dass man das Objektiv durchaus nutzen kann. Man sollte aber immer im Kopf haben, dass a) beim Fotografieren sehr sorgfältig gearbeitet werden muss (Ausrichtung der Kamera, Belichtung usw.) und b) nur RAWs bei entsprechender Ausarbeitung einigermaßen gute Ergebnisse garantieren! Da das Objektiv keinerlei Daten an die Kamera liefert, ist auch keine automatische Objektivkorrektur z.B. in Adobe Lightroom möglich. Der vorhandene Randabfall der Schärfe ist deutlich zu sehen, aber bei einem 18mm SWW normal. Da es keine Sonnenblende gibt, muss man bei Gegenlicht hinsichtlich Streulicht und Flairs allerdings vorsichtig sein. Abgesehen davon war natürlich nicht zu erwarten, dass das AstrHori 18mm Shift-Objektiv optisch mit seinen teuren Vettern (ab ca. 1200 €) mithalten kann. Allerdings kann man hier einen preisgünstigen Einstieg in die Shift-Fotografie nutzen, um das Ganze auszuprobieren, ehe man Geld für die teuren Alternativen investiert.

In einem späteren Artikel zum Thema „Shift-Objektive und Shift-Adapter“ gehe ich auch noch einmal auf das AstrHori 18mm ein.

Weitere Informationen:


Ellen von Unwerth. Heimat​

„Auf Lustreise durch Bayern mit Ellen von Unwerth“​



Etwas frivol mit „Auf Lustreise durch Bayern mit Ellen von Unwerth“ beginnt der Taschen-Verlag den Klappentext für den Bildband „Heimat“ von Ellen von Unwerth:

„In ihrem neuesten Fotoband geht Ellen von Unwerth mit viel Humor auf eine nostalgisch-frivole Reise durch Bayern. Die angesehene Mode- und Musikfotografin ist in das Land ihrer Kindheit zurückgekehrt, um eine Schar hübscher Mädchen abzulichten, die auf den Feldern und Wiesen des Freistaats Spaß und Abenteuer suchen – und finden. Begleiten Sie sie auf idyllische Abenteuer. Wir laden Sie ein ins Vergnügen. Heimat verbindet den Charme der Vergangenheit mit frischer, provokanter Erotik, wirbelt angestammte Geschlechterrollen fröhlich durcheinander und zeigt, dass selbst Krachlederne glamourös sein können. Mit einem Zwinkern und viel zünftiger Tradition überzeugt uns Ellen von Unwerth: Viva Bavaria!

Heimat! Herrlicher Bergwald. Smaragdgrüne Seen. Und prachtvolle, schneeweiße Gipfel. Wo auf den Almen Kuhglocken läuten. Wo man mit der Natur im Einklang lebt. Und wo die Dorfmädchen Hilda, Traudel, Heidi und ihre Freunde dem beschaulichen Landleben frönen, findet von Unwerth ihre Motive; und wenn man genau hinsieht kann man auch eines der großen Vorbilder der Fotografin erkennen – Helmut Newton!“




Ellen von Unwerth gehört sicherlich zu den bemerkenswerten deutschen Fotografinnen, die noch aktiv sind! Dabei ist ihr Weg zur Fotografin mehr als ungewöhnlich, so dass sich ein Blick auf ihre Biografie lohnt:

Ellen von Unwerth arbeitete zehn Jahre lang als Top-Model in der Modebranche, bevor sie selbst zur Kamera griff und zu einer der gefragtesten Modefotografinnen der Welt wurde. Ihre Arbeiten erschienen in zahllosen Magazinen, darunter Vogue, Interview, Vanity Fair und i-D, und ihre wichtigsten Werbekampagnen gestaltete sie für Ralph Lauren, Christian Dior, L’Oréal, Thierry Mugler, Uniqlo und Guess. Ellen von Unwerth wurde 1954 geboren. Ihre Kindheit und Jugend verbrachte sie zunächst in einem Waisenhaus im Allgäu, anschließend bei verschiedenen Pflegefamilien. Schon früh begeisterte sie sich für Märchen und Fantasiewelten und träumte vom Zirkus. Mit 16 Jahren zog sie mit ihrem Freund nach München in eine Kommune und bewarb sich beim Zirkus Roncalli. Sie wurde engagiert und durfte als Nummerngirl in Netzstrümpfen und mit einem Stern geschmückt die Artisten ansagen oder den Clowns assistieren. Irgendwann wurde sie auf der Straße angesprochen und als Kosmetik-Model engagiert, das reichte dann für die Jugendzeitschrift Bravo, dort posierte sie als Schlangentänzerin und erregte dabei die Aufmerksamkeit des Leiters der Model-Agentur Elite. Das bescherte ihr den Beginn einer höchst erfolgreichen Model-Karriere, die sie ab 1975 unter anderem nach Paris führte.

Ein Mode-Shooting 1986 in Kenia führte dann zu einer wichtigen Zäsur in ihrem Leben. In einer Pause lieh sie sich eine Kamera, um einheimische Kinder zu fotografieren. Diese Bilder wurden später von der Zeitschrift "Jill" veröffentlicht. Für Ellen von Unwerth stand seitdem fest, dass sie zukünftig als Fotografin arbeiten wollte. Bereits 1989 konnte sie im Auftrag der französischen Modezeitschrift "ELLE" eine Anzeigenkampagne für das Jeans-Label "Guess" fotografieren. Sie wählte dafür ein 17-jähriges unbekanntes Nachwuchsmodel mit Namen Claudia Schiffer. Die Kampagne wurde ein Erfolg, Claudia Schiffer ein Weltstar und Ellen von Unwerth beinahe über Nacht eine berühmte und gefragte Fotografin. In den Folgejahren bewies sie weiter ein gutes Gespür und förderte die Karriere mehrerer Topmodels, darunter Carla Bruni, Eva Herzigová und Naomi Campbell. Und obwohl sie Helmut Newton als großes Vorbild bezeichnet, weisen die Arbeiten Ellen von Unwerths stets einen eigenen Stil auf, der mit kühler Erotik die weibliche Schönheit ins Bild setzt, immer gewürzt mit etwas feiner Ironie. Was folgte war eine bemerkenswerte Karriere als Fotografin! Ellen von Unwerth ist verheiratet und Mutter einer Tochter und lebt in Paris, besitzt aber auch eine Wohnung in Berlin.

Ellen von Unwerth. Heimat
Hardcover, 25 x 33.3 cm, 452 Seiten, 60 €
Mehrsprachig (Deutsch, Englisch, Französisch)
Taschen-Verlag, ISBN 978-3-8365-9918-4

Mehr Infos hier:



WELT.NATUR.ERBE​

Großartige Umweltfotografie beim Festival La Gacilly-Baden Photo 2024​



Die Veranstalter beschreiben das Festival so:

„Die Menschheit hat die Tore zur Hölle geöffnet“, warnte Generalsekretär António Guterres in einer leidenschaftlichen Rede am Rande der UN-Generalversammlung im September 2023 vor Politikern, Unternehmern und Aktivisten eindringlich vor den schrecklichen Folgen von zunehmend extremeren Wetterereignissen. „Unsere Sorge ist groß, dass alle Klimamaßnahmen vom Ausmaß der Herausforderung in den Schatten gestellt werden“, da die Menschheit auf einen Temperaturanstieg von 2,8°C zusteuert.

Ein Appell an die Welt, der längst ins Herz unseres Festivals eingeschrieben ist. Es ist unsere Pflicht, die Poesie der Schöpfung unseren Kindern zu bewahren. Zu den grundlegenden Fragen der Urbanisierung, der Artenvielfalt, der natürlichen Ressourcen, der Umweltverschmutzung oder der Klimaerwärmung werden wir versuchen, mit Hilfe von Bildern wenn schon nicht Lösungen, so doch zumindest Denkanstöße zu geben. Daher zeigen wir in unserem siebten Festivaljahr die Arbeiten der großen Meister der Umweltfotografie: Nazli Abbaspour, Evgenia Arbugaeva, Yasuhoshi Chiba, Joana Choumali, David Doubilet und Jennifer Hayes, Hans Hass, Nadia Ferroukhi, Sacha Goldberger, Richard Ladkani, Lucas Lenci, Luca Locatelli, Pascal Maitre, Beth Moon, Maxime Riché, Sebastião Salgado, Alain Schroeder, Vee Speers, Brent Stirton, Lorraine Turci, David Turnley, Peter Turnley und Cássio Vasconcellos.



32 Ausstellungen widmen sich verschiedensten Aspekten der Beziehung zwischen den Menschen und ihrer Umwelt. Ausgehend vom Besucherzentrum am Brusattiplatz erstreckt sich das Festival, aufgeteilt in eine Garten-Route und eine Stadt-Route, über 7 Kilometer Länge. Eingebettet in den öffentlichen Raum sind rund 1.500 Fotografien im Großformat der weltbesten Fotograf:innen zu sehen. Der Eintritt ist frei.



"Wir haben die Wahl, das Geschenk unseres Lebens zu nutzen, um die Welt zu einem besseren Ort zu machen", ist Jane Goodall überzeugt. In diesem Geist, Lichtblicke der Menschlichkeit zu bewahren, steht gewiss Martin Parr, den das Festival mit dem erstmals vergebenen Lifetime Achievement Award ehren wird. Und Luigi Caputos Bilder erzählen von einer Zauberwelt, einer Welt magischer Verwandlungen voll anmutiger Schönheit und märchenhafter Eleganz. Faszinierende Blicke auf die geheimnisvollen Orte hinter der Bühne und eine Hommage an die Künstler:Innen der Salzburger Festspiele. Und Norbert Span, zeigt uns in seinen Bildern, warum Schneekristalle die “Juwelen des Himmels“ sind.



Auch das bilaterale Fotoprojekt der Schulen des Morbihan in der Bretagne und in Niederösterreich ist dieses Jahr dem Thema „Die Natur als Erbe“ gewidmet. Wir geben jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Ideen zu den Herausforderungen von heute und vor allem von morgen zu äußern: Wie können wir Gesellschaftsmodelle gestalten, um unsere einzigarte Welt für unsere Kinder zu bewahren?



Die Ausstellung der Fotografien der niederösterreichischen Berufsfotograf:innen und die Ausstellung „Director’s Cut“ von Jurypresident Michel Comte des mit über 500 000 Bildern aus 170 Ländern größten Fotowettbewerbes der Welt CEWEs „Our World is Beautiful“ werden das Festival ebenso abrunden wie die Rückschau auf 2023 in den Bildern der Artist in Residence Ina Künne, deren Bilder von Texten der Thomas-Jorda-Preisträgerin 2022 Raphaela Edelbauer begleitet werden. Ein ganz besonderes visuelles Highlight ist die Ausstellung „The Human Footprint“, Bilder aus dem Orbit, aufbereitet von Gerald Mansberger und Markus Eisl.“



Da ich während der Medientage in Baden bin, werde ich anschließend über das Festival und die Ausstellungen berichten.

Das Festival La Gacilly-Baden Photo findet von 13. Juni bis 13. Oktober 2024 statt.
Der Medientag findet am 24. August 2024 statt und die Lange Nacht der Fotografie am 23. August 2024.

Mehr Infos hier:

© Dieter Doeblin. Jedwede Art der Veröffentlichung, auch auszugsweise, bedarf der Genehmigung. Text: Dieter Doeblin, Hersteller/Veranstalter l Fotos: D. Doeblin, Hersteller/Veranstalter
 
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