mich berühren die bilder nicht, ich sehe keine menschen sondern kostümabbildungen. passt nicht zum titel...
Mir gefallen die Fotos an sich sehr gut, sie sind perfekt durchgestaltet, alles stimmt, es sind absolute Hochglanzportraits.
Aber genau das letztere ist auch das, was ich dem Fotografen vorwerfen würde: Er feiert sich selbst, nicht sein Thema.
Das ist Hollywood, keine Kritik an gesellschaftlichen Problemen. Diese werden durch den Bildstil sogar beiseite geschoben anstatt in den Vordergrund gerückt.
Das hat er aber auch nicht behauptet. Sein Thema war nicht "Kritik an gesellschaftlichen Problemen", sondern "sie zu fotografieren, bevor sie für immer verschwinden". Und genau das hat er getan.Er feiert sich selbst, nicht sein Thema.
Das ist Hollywood, keine Kritik an gesellschaftlichen Problemen.
Vielleicht hat er ihnen aber die Bilder gezeigt, mit ihnen zusammen ausgesucht und ihnen erklärt, daß er sie noch einmal in schönster Pose ablichten möchte, bevor es zu spät ist. Ich finde das nicht verwerflich, obwohl das Ergebnis wie ein Reiseprospekt wirkt.Den Vorwurf dafür zum Teil den abgebildeten Personen zu machen, halte ich für deutlich zu kurz gesprungen - Menschen, die keinen oder sehr wenig Kontakt zur modernen Gesellschaft haben, sind keinesfalls in der Lage, a) zu begreifen, was die Regie bei solchen Fotos aus ihnen macht und b) Änderungswünsche – sofern a) nicht zuträfe – angemessen zu kommunizieren. Das sind ja oft nichtmal Menschen aus meinem Umfeld! Diesen Schuh muss sich der Fotograf alleine anziehen, er hat das Vertrauen dieser Menschen für seine Zwecke genutzt und muss auch für das Ergebnis geradestehen.
..."die Personen hätte er auch als Models casten können"...
Das hat er aber auch nicht behauptet. Sein Thema war nicht "Kritik an gesellschaftlichen Problemen", sondern "sie zu fotografieren, bevor sie für immer verschwinden". Und genau das hat er getan.
Vielleicht hat er ihnen aber die Bilder gezeigt, mit ihnen zusammen ausgesucht und ihnen erklärt, daß er sie noch einmal in schönster Pose ablichten möchte, bevor es zu spät ist. Ich finde das nicht verwerflich, obwohl das Ergebnis wie ein Reiseprospekt wirkt.
Gesellschaftskritik ist ein zweischneidiges Schwert. Die Fotos von kleinen schmutzigen Kindern vor Blechhütten befriedigen auch voyeuristische Tendenzen (ach Gott, die armen Kinder) und haben in meinen Augen bis heute zu keinerlei Umdenken der Menschheit geführt. Die "Verantwortlichen" sind meist gar nicht zu benennen, weil wir alles schuld daran sind. Aber wir haben auch kaum Möglichkeiten, das zu ändern. Oder soll man den japanischen Fischer einsperren, der vor der Küste Neuguineas fischt, weil in den japanischen Gewässern kein Fisch mehr zu holen ist? Oder den Smartphone-Besitzer einsperren, weil er sich nicht genügend über die Herkunft und die Abbaubedingungen des Coltans gemacht hat? Oder den Investmentbanker, weil er an der Börse beim Kauf von 1.000 Tonnen Reis im Bruchteil einer Sekunde nicht genügend recherchiert hat, ob dieser Reis auf einem Feld angebaut wurde, für dessen Bewässerung das Trinkwasser der Umgebung abgeschöpft wurde? Wer will sich da selbst erheben und andere mit Bildbänden über Elend kritisieren? Das reicht nicht und trifft nicht den Kern. Auch diese Elends-Bildbände feiern nur den Fotografen.
[MENTION=72773]Flat D[/MENTION]
von meiner persönlichen meinung über traditionelle kleidung habe ich rein gar nichts geschrieben!!!
Hast du den Text wirklich gelesen?!?....
Die Kritik kommt doch von den "Fotografierten" und der Organisation....Sie sehen sich falsch dargestellt in Bild und Textinhalt....
Grüße,
Jan
Ich habe den Text gelesen aber steht nicht, daß es die Fotografierten waren, die sich beschwert hätten. Mein Nachbar kann sich auch darüber beschweren, daß ich meine Kinder im Vollrausch mit Kippe im Mund fotografiere, ohne daß man daraus eine Verallgemeinerung für die Außendarstellung deutscher Kinder in den Medien machen könnte. Und wenn meine Kinder nichts dagegen haben?
"Fotografierten" habe ich auch in Anführungszeichen geschrieben....
..laut Text waren es auch die Stammesvertreter oder Anführer.... ...Zitat: "Auch Anführer mehrerer Stämme, die Nelson fotografiert hat, mischen sich dem Guardian zufolge in die Debatte ein."........
...und zu deinem Beispiel mit deinen Kindern....das ist doch verdreht!..
..dein Nachbar fotografiert deine Kinder mit Kippe im Vollrausch und schreibt dann "Die letzten xxxxx..." ......so herum mußt du es sehen...(wobei ich das Beispiel jetzt nicht passend finde)
Grüße,
Jan
Kennst Du das Lied von Reinhard May "weil's in der Zeitung steht"? Ich wäre da vorsichtig. Und nur weil sich Stammesvertreter in die Debatte einmischen, heißt das noch lange nicht, daß diese auch der Meinung von Herrn Corry sind. Vielleicht haben die ganz andere Kritikpunkte. Ich weiß es nicht aber ich fälle jetzt auch kein Urteil, ohne die genauen Äußerungen und Gründe zu kennen.
Grüße, Florian
Mir gefallen die Fotos an sich sehr gut, sie sind perfekt durchgestaltet, alles stimmt, es sind absolute Hochglanzportraits.
Aber genau das letztere ist auch das, was ich dem Fotografen vorwerfen würde: Er feiert sich selbst, nicht sein Thema.
We use cookies and similar technologies for the following purposes:
Do you accept cookies and these technologies?
We use cookies and similar technologies for the following purposes:
Do you accept cookies and these technologies?